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FAQs

1. Wo liegt der Nationalpark Donau-Auen genau?

Der Nationalpark Donau-Auen liegt in den Bundesländern Wien und Niederösterreich und erstreckt sich entlang der Donau, beginnend in der Wiener Lobau bis an die österreichisch-slowakische Grenze bei Hainburg.

2. Wie komme ich in den Nationalpark?

Es gibt mehrere Eingänge in den Nationalpark, er ist auf allen markierten Wegen frei begehbar. Das schlossORTH Nationalpark-Zentrum in Orth/Donau und das nationalparkhaus wien-lobAU am Dechantweg in Wien sind die ersten Anlaufstellen für Nationalpark-BesucherInnen.

3. Was kann ich im Nationalpark unternehmen?

Von geführten Wanderungen über Bootstouren bis zu Erlebniswochen für Schulklassen wird im Nationalpark ein buntes BesucherInnenprogramm geboten!
Hier finden Sie mehr zu unserem Besucherangebot

4. Welche Tiere und Pflanzen leben hier?

Eine Fülle an teils sehr seltenen und streng geschützten Arten findet in den Donau-Auen Lebensräume:  mehr als 800 Arten höherer Pflanzen,  mehr als 30 Säugetier- und 100 Brutvogelarten, 8 Reptilien- und 13 Amphibienarten, rund 60 Fischarten und Tausende wirbellose Tiere.

Mehr zur Fauna der Donau-Auen

Mehr zur Flora der Donau-Auen

5. Was kann ich für den Nationalpark tun?

Förderung Europäische Sumpfschildkröte
Im Nationalpark Donau-Auen werden die bedrohten Europäischen Sumpfschildkröten besonders gefördert. Neben Erforschung und der Verbesserung ihrer Lebensraum-Bedingungen werden die Gelege seit einigen Jahren in einer Kooperation mit dem Tiergarten Schönbrunn geschützt. Förderer können gegen einen jährlichen finanziellen Beitrag einzelne Nester „adoptieren“. So wird die aufwändige Schutzarbeit finanziert, welche die Bedeckung und Kontrolle von Gelegen, Entnahme der Eier an ungünstigen Standorten und Wieder-Freilassung der Schlüpflinge umfasst!
Nähere Informationen zur „Adoption“ von Schildkröten-Gelegen: Tel. 02212/3555, schlossorth@donauauen.at.

Ehrenamtliche Mithilfe
Der Nationalpark Donau-Auen kann dankenswerterweise zunehmend auf tatkräftige Unterstützung bei Arbeitseinsätzen im Naturraum durch Privatpersonen, Vereine und Kooperationspartner aus der Wirtschaft zurückgreifen.
All diese Hilfe ist für den Nationalpark, der rein öffentlich finanziert wird, von ungeheurem Wert und essentieller Wichtigkeit. Ohne ehrenamtliche Arbeitseinsätze in der Naturschutzarbeit wären viele Projekte aus Ressourcengründen nicht mehr umsetzbar.
Mögliche Einsatzbereiche sind Au-Putztage, Heissländenpflege für den Erhalt und Schutz der wilden Orchideenarten, Regulierung von Neophyten, Reinigungsarbeiten und ähnliches. Sollten Sie Interesse haben, mit Ihren Freunden, Vereinsmitgliedern oder Mitarbeitern einmal einen (Betriebs)Ausflug der „anderen Art“ zu unternehmen, stellen wir Ihnen gerne ein Programm zusammen und danken schon jetzt herzlich!
Nähere Informationen zur freiwilligen Mitarbeit: Tel. 02212/3450, nationalpark@donauauen.at.



FAQs zum Hochwasser

1. Wer ist für den Marchfeld-Schutzdamm zuständig?

Der Damm wurde in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet und 1905 eingeweiht. Heutzutage ist die DHK – Donauhochwasserschutzkonkurrenz (mit Vertretern des Bundes und der jeweiligen Bundesländer) für den Hochwasserschutz verantwortlich, die via donau ist deren geschäftsführende Stelle und betreut rund 130 km Hochwasser-Schutzdämme an der Donau zwischen Krems und der Marchmündung sowie auch die Schutzdämme an der March.
Weitere Informationen: www.via-donau.org

2. Wer befindet über den Zustand des Dammes?

Die DHK bewertet laufend den Zustand des Hochwasserschutzes und veranlasst entsprechend Sicherungs- und Verbesserungsmaßnahmen.
Stand Juli 2013: Während der Sommerwochen finden laut Auskunft der via donau am Marchfeld-Schutzdamm inkl. den Rückstaudämmen Untersuchungen und Vermessungsarbeiten statt. Die Arbeiten stellen die Grundlage für eine Prioritätenreihung zur Umsetzung der noch zu sanierenden (Anpassung an den Stand der Technik) bzw. an den „Verbesserten Hochwasserschutz der Stadt Wien“ anzupassenden Dämme dar.
Weitere Informationen: www.via-donau.org

3. Ist der Damm Teil des Nationalparks?

Der Hochwasserschutzdamm liegt zwar im Nationalpark, aber er ist nicht Naturzone, sondern als „Außenzone“ gewidmet. In den Naturzonen, die den größeren Teil der  Auwälder, die Altarme oder auch die Donauufer und Inseln umfassen, hat die freie Entwicklung der Natur Vorrang. Der Marchfeldschutzdamm ist in erster Linie eine Hochwasserschutzanlage und daher keine Naturzone, die Erhaltung und Pflege liegt in der Verantwortung der via donau.
Weitere Informationen: www.via-donau.org

4. Woher kommen die Löcher im Damm – es floss sehr viel Wasser heraus?

Der Marchfeld-Schutzdamm ist ein mit Erdkern gedichteter Damm. Kontrollierte Wasseraustritte, die möglichst tief am Dammfuß erfolgen sollen, sind für diesen Bautyp charakteristisch und wesentlich für seine Funktion. Das Wasser, das in den Damm eindringt, wird an der Landseite stellenweise ausgeleitet. Solange das Wasser klar ist, also keine Erdteilchen mitreißt, besteht kein Grund zur Besorgnis. Präventive sichernde Dammverteidigungs-Maßnahmen wie die Belegung mit Fließ, Sandsäcken und Schotter an Stellen mit vermehrtem Wasseraustritt sind zur Stabilisierung üblich.
Beim letzten Hochwasser mussten viele Stellen des Marchfeld-Schutzdamms und auch die Dämme des Rußbaches mit großen Mengen Materials aktiv verteidigt werden. Daher ist in den Marchfeld-Gemeinden die Sorge groß, dass der Damm einem neuen großen Hochwasser nicht mehr gewachsen wäre.
Weitere Informationen: www.via-donau.org

5. Warum werden die Pflanzen auf dem Damm geschützt?

Eigentlich ist es umgekehrt: Die Pflanzen auf dem Damm schützen uns! Denn eine gute Vegetationsdecke, die laufend gepflegt wird, hält mit ihrem Wurzelgeflecht das Erdreich fest und ist ein wesentliches Kriterium für die Funktion des Schutzdammes.
Im Laufe der Zeit hat sich auf dem künstlich angelegten Damm, der ein besonderes nährstoffarmes und trockenes Mikroklima aufweist, eine besondere Artengemeinschaft ausgebildet. Hier wächst heute eine Vielfalt an Pflanzen, insgesamt über 420, die an diesem besonderen Standort am besten gedeihen. Diese Artenvielfalt leistet dabei einen wichtigen Beitrag für die Stabilität des Dammes, denn jede Pflanzenart hat ihr typisches Wurzelmuster: manche tief, manche flach und dicht, usw. In ihrem Zusammenwirken ergibt sich eine besonders gute Wirkung für den Damm. Viele der Arten, wie z.B. die diversen Orchideen, sind in Österreich mittlerweile selten und somit geschützt – auf sie wird in der laufenden Pflege des Dammes Rücksicht genommen.

6. Warum wird der Damm nicht öfter gemäht?

Früher wurde der Damm von Bauern bewirtschaftet und wie die Wiesen in der Au 1-2x pro Jahr zum Heugewinn gemäht. Bei mäßig nährstoffreichen Wiesen-Standorten ist das die geeignetste Bewirtschaftungsform – und diese wurde auch auf dem Marchfeld-Schutzdamm angewandt. Heute erfolgt die organisatorisch aufwändige Mahd seitens via donau oder durch beauftragte Firmen über einen längeren Zeitraum im Jahr, unabhängig von der aktuellen Witterung. Das Mähgut kann nicht verwertet werden.
Öfter als zwei Mal im Jahr zu mähen wäre nicht sinnvoll: Damit die Pflanzendecke ein dichtes Wurzelwerk ausbilden kann, benötigt sie Blattfläche für die Photosynthese. Mäht man zu oft, wird im Laufe der Jahre das Wurzelgeflecht immer schwächer. Zugleich können die Pflanzen keine Samen bilden, weil die Blüten und Fruchtstände gekappt werden. Es stehen dann keine Samen zur Verfügung, um Vegetationslücken zu schließen. Auch die pflanzliche Artenvielfalt wird verringert.
Wichtig ist, dass das Mähgut nicht am Damm liegen bleibt, sondern entfernt wird – hier besteht noch Bedarf zur Optimierung.
Wenn ein Hochwasser kommt, kann es erforderlich sein, den unteren Teil des Dammes landseitig zu mähen: Man kann dann Wasseraustritte einfacher erkennen und Maßnahmen zur Dammverteidigung ausführen. Daher wird, so wie zuletzt passiert, im Bedarfsfall der benötigte Bereich aus Sicherheitsgründen kurzfristig gemäht.

7. Verhindern Schildkröten die Mahd?

Die Europäischen Sumpfschildkröten suchen im Frühjahr ihre Eiablageplätze auf. Manche davon befinden sich im Bereich des Dammes. Darum wird in kleinen Abschnitten die Frühlings-Mahd mit der Eiablage der Reptilien abgestimmt und teilweise räumlich versetzt weiter gearbeitet. In Summe liegt der Mahdzeitpunkt aber stets innerhalb der regulären Mähperiode. In diesen Dammabschnitten gab es keine Probleme mit Wasseraustritten. Dies ist ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit von Nationalpark und via donau in Hochwasserschutz und Artenschutz.

8. Wohnen Bi(e)ber im Damm?

Der Biber besiedelt keine trockenen Standorte, sondern sucht stets Böschungen von Gewässern auf, um seine Bauten zu graben. Im Nationalpark haben die Donau und ihre dauerhaften Augewässer keine nennenswerten Kontaktflächen mit dem Schutzdamm. Wo dennoch Gewässer vom Damm durchschnitten wurden, ist dieser jeweils mit starken Blockstein-Schüttungen ausgestattet – eine für den Biber nicht überwindbare Barriere. Daher gibt es keine dauerhaften Biberbauten am Damm.
Wenn viele Tage das Wasser breitflächig bis zum Damm steht, könnte es vorkommen, dass Biber versuchen hier Ersatzbauten zu graben. Die Dämme werden bei Hochwasser laufend kontrolliert - allfällige aktuelle Grabeversuche müssen sofort mit Schottergaben verhindert werden.
Justin Bieber wurde im Marchfeld bislang nicht gesichtet.

9. Gefährden Totholz und Schwemmgut den Damm?

Die Strömungsverhältnisse sind im Dammbereich auch bei starken Hochwässern gering, allfälliges andriftendes Holz vermag das Bauwerk nicht zu beschädigen. Der allergrößte Teil des Schwemmholzes verbleibt in den Auwald-Bereichen. Die mit gestuften Gehölzen ausgebildeten Waldränder entlang des Dammes sind der beste Schutz gegen Treibholz. Auch beim aktuellen Hochwasser wurden keine nennenswerten Holzansammlungen im Dammbereich vorgefunden und keine Verletzungen der Grasnarbe durch Totholz festgestellt.

10. Wäre zwischen Waldrand und Damm eine baumfreie Schneise sicherer?

Ein Bedienstreifen beiderseits eines Dammes ist für die laufende Pflege erforderlich und vorgesehen. Im Bereich des Marchfeld-Schutzdammes sind in einigen Abschnitten im Laufe der letzten Jahrzehnte die Bäume zu nahe an den Damm herangewachsen. Es läuft dazu seit einiger Zeit ein Projekt, den Bedienstreifen durchgehend wieder herzustellen.

11. Was ist mit dem Wild im Nationalpark?

Generell vermag die Tierwelt der Donau-Auen mit Hochwässern umzugehen, erklimmt Bäume und Sträucher oder sucht höher gelegene Bereiche zum Überdauern auf. Der Marchfeld-Schutzdamm wird ebenfalls von Rehen, Hirschen, Wildschweinen etc. genutzt, um der Flut zu entkommen. Da im Nationalpark-Gebiet anders als in Augebieten oberhalb von Wien keine Schnellstraße verläuft, die Wildzäune erforderlich macht, kann ein guter Teil des Wildes landseitig entkommen. Doch kommt es immer wieder vor, dass Tiere durch Schaulustige am Damm wieder ins Wasser zurück getrieben werden.
Dennoch kommt es naturgemäß zu mehr oder weniger großen Ausfällen, speziell Jungtiere sind beim letzten Hochwasser zahlreich umgekommen. Diese Verluste zählen aber letztlich zu natürlichen Schwankungen der Population.



FAQs zum Flussbau an der Donau

1. Was ist Geschiebe?

Jedes Fließgewässer, vom Bach bis zum Strom, führt Geröll, Steine und Sediment entlang seiner Sohle flussabwärts mit, das „Geschiebe“. Auf seiner Reise bis in die Flussmündungen wird dieses abgeschliffen und zermahlen. Aus großen Gesteinsbrocken in Gebirgsbächen werden so runde Kieselsteine und schließlich Sand und Schlamm. Aus den Zubringern kommt in natürlichen Gewässerläufen stets neues Material nach.

2. Warum gräbt sich die Donau immer tiefer ein? Um wie viel pro Jahr?

Die Donau wurde im 19. Jahrhundert reguliert. Ein verzweigtes System von mehreren Donauarmen wurde auf ein Hauptgerinne eingeschränkt. Dadurch wurde die Erosionskraft im Hauptstrom verstärkt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde an der Donau eine nahezu lückenlose Abfolge von Wasserkraftwerken errichtet und der Fluss aufgestaut. Auch die Nebenflüsse wurden größtenteils verbaut. Damit wurde der Geschiebetransport unterbrochen. Im Nationalparkgebiet fließt die Donau noch frei und transportiert daher weiterhin Geschiebe flussabwärts. Von stromaufwärts kommt aber kein natürlicher Schotter nach. Daher gräbt sich der Fluss weiter ein, in den letzten Jahren um über 2 cm pro Jahr, man spricht von Sohleintiefung.

3. Was passiert bei dieser Sohleintiefung? Was ist die Gefahr für den Nationalpark dabei?

Das Flussbett sinkt immer tiefer ab, die umgebende Landschaft behält aber ihr Höhenniveau. Dadurch entkoppelt sich der Fluss von den Altarmen und dem Auwald. Das hat z,B. zur Folge, dass Altarme bei den tiefen Donau-Wasserständen im Herbst und Winter über weite Strecken kein Wasser mehr führen. Subtiler sind die Veränderungen in der Vegetation, wo vor allem die charakteristische „Weiche Au“ immer mehr zurückgeht.

4. Was sind die Nachteile der historischen Donauregulierung aus ökologischer Sicht?

Neben der Errichtung von Kraftwerken wurde die Donau auch durch die große Regulierung massiv verändert. Sie wurde in ein einheitliches, begradigtes Bett gezwungen und die Ufer wurden hart verbaut, Seitenarme wurden abgetrennt. Die Vernetzung von Strom und begleitender Aulandschaft wurde dadurch beeinträchtigt. Später wurden durch zusätzliche Einbauten (Buhnen und Leitwerke) die Fahrwasserverhältnisse für den Schiffsverkehr verbessert (Niederwassregulierung).

5. Was ist Blockwurf?

Die Befestigung der Donauufer und die Aufschüttung von uferbegleitenden Treppelwegen erfolgte großteils durch Belegung mit großen kantigen Gesteinsbrocken, dem Blockwurf.

6. Was sind Buhnen, was sind Leitwerke?

Unter Buhnen versteht man quer zum Fließrichtung eingebaute Steinbauwerke. Sie dienen der Vertiefung der Schifffahrtsrinne, da sie den Fließbereich des Flusses einengen. Leitwerke hingegen sind Einbauten längs der Fließrichtung.

7. Was bedeutet „Uferrückbau“?

Wird der Blockwurf entfernt, kann die Donau ihre Ufer wieder frei gestalten. In Kürze entsteht ein natürliches Ufer mit frischen Steilwänden, Schotterbänken und seichten Wasserzonen. Neben bedrohten Vogelarten finden hier Fischbrut, Muscheln und Wasserinsekten wieder Lebensräume. Diese Renaturierungen bzw. Uferrückbauten wurden bereits an mehreren Standorten im Nationalpark erfolgreich umgesetzt: Entfernung und Abtransport der Wasserbausteine bedeuteten einen massiven Eingriff mit großen Baumaschinen mitten in der Naturzone. Entlang des Ufers musste meist auch ein einige Meter breiter Streifen Auwald gerodet werden. Aber schon kurz danach hat sich die Donau diese Flächen zurück geholt, die erosive Kraft des Stromes hat ein strukturreiches und völlig natürliches Ufer gestaltet.

8. Was bedeutet Gewässeranbindung/-vernetzung und wofür ist das gut?

Durch Gewässervernetzungen wird die Verbindung von Donau und den Nebenarmen wieder hergestellt. Der Blockwurf im Einströmbereich des Seitenarms wird abgetragen, Querbauten (Traversen) in den Gewässerzügen werden entfernt oder zumindest wieder durchlässig gemacht. Solche Projekte wurden bereits in Haslau-Regelsbrunn, Orth an der Donau und Schönau an der Donau umgesetzt.

9. Was bedeutet ökologisch optimierte Niederwasserregulierung?

Die aus ökologischer Sicht negativen Effekte der Buhnen sollen durch Umgestaltung verringert werden: Die Form der Buhnen wird verändert und sie werden im Uferbereich so abgesenkt, dass sie auch bei Niederwasser hinterströmt werden (Hinterrinner). Dies fördert die Erosion am Ufer und die Entwicklung vorgelagerter Kiesbänke und Inseln.

10. Was ist das Flussbauliche Gesamtprojekt?

Das Flussbauliche Gesamtprojekt (FGP) der via donau ist Teil eines europäischen Verkehrsinfrastruktur Projektes (TEN-T) zum Ausbau der Wasserstrasse Donau. Zugleich muss es eine Reihe von gesetzlichen Vorgaben und Rahmenbedingungen erfüllen, wie die Wasserrahmenrichtlinie, die europäischen Naturschutzrichtlinien und die Nationalparkgesetze. Im Bereich des Nationalpark Donau-Auen verhindert das FGP eine weitere Eintiefung der Donausohle und hebt die Wasserspiegel wieder an. Das Projekt beinhaltet umfassende ökologische Rückbau- und Renaturierungs-Maßnahmen (Uferrückbau, Gewässervernetzung, „Hinterrinner“).

Weitere Informationen: http://www.donau.bmvit.gv.at/ und http://www.via-donau.org/

11. Wer ist Projektträger, wer finanziert das Flussbauliche Gesamtprojekt?

Projektbetreiber und -koordinator ist die via donau, Österreichische Wasserstraßen – Gesellschaft mbH im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie.

Die Finanzierung erfolgt seitens Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, kofinanziert durch die Europäische Union.

Weitere Informationen: http://www.donau.bmvit.gv.at/ und http://www.via-donau.org/

12. Was soll das Flussbauliche Gesamtprojekt dem Nationalpark bringen?

Im Rahmen dieses Großvorhabens werden im Bereich des Nationalpark Donau-Auen umfassende Renaturierungsmaßnahmen gesetzt: Uferrückbau und Gewässervernetzungen in weiten Bereichen und Umgestaltung der Buhnen. Die Sohleintiefung wird durch ein neuartiges Verfahren, die „Granulometrische Sohlbelegung“, gestoppt.

13. Was bedeutet Granulometrische Sohlbelegung/Granulometrie?

Auf der Flusssohle wird Kies ausgebracht, der im Durchschnitt etwas größer ist als das hier natürlich vorhandene Donaugeschiebe. Der Transport des Schotters stromab wird damit stark vermindert und die Sohleintiefung gedämpft.  Die verbleibende Eintiefungstendenz kann dann mit geringen laufenden Geschiebezugaben aufgehalten werden.

Weitere Informationen: http://www.donau.bmvit.gv.at/ und http://www.via-donau.org/

14. Was passiert, wenn das Projekt nicht umgesetzt wird?

Die Sohleintiefung schreitet weiter fort. Der Wasserspiegelverlust seit 1984 beträgt etwa einen halben Meter, die Auswirkungen sind bereits spürbar. Ein Verzicht auf die im Flussbaulichen Gesamtprojekt vorgesehenen Maßnahmen würde letztlich zu erheblichen Verschlechterungen für die naturräumliche Qualität des Nationalpark-Gebietes führen.

15. Wird die Donau im Flussbaulichen Gesamtprojekt abgepflastert?

Die Donausohle wird durch die Zugabe von Grobschotter nicht abgepflastert oder versiegelt, es wird lediglich der Geschiebeaustrag maßgeblich vermindert. Die vorgesehenen Korngrößen der Zugabe sind in anderen Donauabschnitten natürlich vorzufinden. Das zugegebene Korn vermischt sich mit der natürlich vorhandenen Sohle. Der Geschiebetrieb wird substantiell verringert aber nicht gänzlich unterbunden, wobei Variationen in der Feinadaptierung der Korngrößen notwendig und möglich sind.

16. Wird die Donau ausgebaggert und kanalisiert?

Die höheren Fahrwassertiefen werden hauptsächlich durch eine Anhebung des Wasserspiegels erzielt. Nur an 2(!) von 40 Profilen wird die derzeitige Sohle lokal vertieft. Das Ausmaß der Gesamtbaggerungen für die Schifffahrt entspricht dem Umfang von normalen Erhaltungsbaggerungen innerhalb weniger Jahre. Eine Vereinheitlichung findet nur in den Höhendifferenzen in der Stromsohle der Schifffahrtsrinne statt (die Geschiebezugabe reduziert Tiefe in Kolkstrecken geringfügig). Sonst muss eher von einer "Entkanalisierung" gesprochen werden: In der Gesamtbilanz der Projekt-Maßnahmen werden durch Ufer- und Buhnenrückbauten rund 400.000 m³ Wasserbausteine entfernt!

Weitere Informationen: http://www.donau.bmvit.gv.at/ und http://www.via-donau.org/

17. Warum müssen Bäume gerodet werden?

Rodungen werden nur im Zuge von Uferrückbau und Gewässervernetzungen durchgeführt, um den harten Blockwurf entfernen zu können. Letztlich wird so der natürlichen Flusslandschaft wieder jener Platz gegeben, der ihr einst genommen wurde.

18. Was ist der Naturversuch Bad Deutsch-Altenburg?

Die praktische Erprobung der wasserbaulichen Vorhaben im Flussbaulichen Gesamtprojekt soll auf einer kleinen Teststrecke vorgenommen werden: Granulometrische Sohlestabilisierung mit Begleituntersuchungen sowie Buhnenrückbau und -umbau. Auch werden weitere Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt: Uferrückbauten und Vernetzung des Johler Arms bei Hainburg. Konzeption und Planung des Naturversuches wurden unter Mitwirkung der Nationalpark-Gesellschaft vorgenommen, die Ausführung erfolgt durch die via donau.
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