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Resümee eines Jubiläumsjahres

Winterstimmung in der Au 20 Jahre Nationalpark Donau-Auen wurden heuer gefeiert –  wir blicken zum Jahresende auf eine gute und ereignisreiche Saison zurück. Mit der Erweiterung des Nationalparkgebiets wurde ein wichtiger Schritt gesetzt. Die größte Herausforderung bleibt die laufende Eintiefung der Donausohle – erste Gegenmaßnahmen laufen bereits.


Europäische Sumpfschildkröte, Nase, Hirschkäfer, Seeadler und Flussregenpfeifer - stellvertretend für viele weitere Tiere und Pflanzen begleiteten diese fünf Lebewesen der Flusslandschaft alle Gäste und InteressentInnen durch das Jubiläumsjahr 2016.

Die Nationalpark-Lounge Sie verkörpern die Erfolgsgeschichten aus 20 Jahren Nationalpark - denn sie alle haben durch Gewässeranbindungen, Uferrückbauten, Außer Nutzung-Stellung des Waldes, Gebietsberuhigung und spezielle Fördermaßnahmen oder Artenschutzprogramme profitiert. Antreffen konnte man die die fünf tierischen Botschafter heuer nicht nur in Drucksorten und Internet-Auftritten, sondern auch bei Veranstaltungen: Eine geführte Wanderung zur Seeadler-Beobachtung wurde im Jänner angeboten, jeweils eine zu den Europäischen Sumpfschildkröten in der Lobau Ende März sowie in Niederösterreich Anfang April. Auf den Spuren des Hirschkäfers gab es im Frühsommer mehrere Wanderungen in Wien und Niederösterreich, eine Tour Ende Juni widmete sich der Rückkehr von stark gefährdeten Wildtieren in die Donau-Auen. Ende Oktober beschloss eine Geburtstags-Tour in der Lobau den Reigen der Spezialführungen. Auch das Frühlings-Familienfest im schlossORTH Nationalpark-Zentrum und das Sommerfest im nationalparkhaus wien-lobAU standen ganz im Zeichen der "20 Jahre Nationalpark".


Ein Höhepunkt des Jubiläumsjahres war das Geburtstagsfest am 10. September im schlossORTH Nationalpark-Zentrum mit Familienprogramm und Konzert von Ernst Molden, Willi Resetarits und Band. Dabei wurde der Liederzyklus schdrom gespielt - eine Auftragsarbeit des Nationalparks an Ernst Molden anlässlich des Jubiläums.
Nicht nur dieses Fest war rege besucht – mit insgesamt 26.777 Gästen konnte das schlossORTH Nationalpark-Zentrum heuer die zweitbeste Saison seit der Eröffnung 2005 verzeichnen! Rund 4.800 BesucherInnen kamen dabei im Rahmen von Gruppen-Angeboten, ca. 38% dieser Angebote wurden von Gruppen aus der Slowakei gebucht. Die im Frühling neu eröffnete Nationalpark-Lounge wurde gut angenommen. Nicht in die Statistik eingerechnet sind hier viele weitere Gäste, welche nicht an einem Programm teilnehmen, jedoch das schlossORTH Nationalpark-Zentrum in seiner Funktion als Informations- und Buchungsstelle aufsuchen.
Gesamt betrachtet nutzten im Nationalpark Donau-Auen heuer rd. 100.000 Personen die geführten bzw. betreuten Angebote, insbesondere die Exkursionen zu Lande und zu Wasser waren 2016 gut gebucht.

Geburtstagsfest im schlossORTH Zwei Nationalpark-Fachtagungen im Mai zum Thema Auwald in Eckartsau sowie im Oktober rund um das Thema Ökologischer Wasserbau bei einer Donau-Schifffahrt nach Hainburg nahmen ebenfalls Bezüge zum Jubiläum. Insbesondere im Fluss bleibt noch viel zu tun - die größte Herausforderung der Zukunft wird die Frage sein, wie die laufende Eintiefung der Donausohle in der freien Fließstrecke unterhalb von Wien gestoppt werden kann. Es herrscht Konsens unter den Fachleuten: Die anstehenden Probleme müssen rasch und gemeinschaftlich gelöst werden. Die Donaukraftwerke sollten durch höhere Geschiebezugaben Beiträge leisten, viadonau wird neue Renaturierungsprojekte die derzeit in Planung sind umsetzen. Weiters wird von viadonau bereits ein Teil des Geschiebes, das laufend für den Erhalt der Schiffahrtsrinne gebaggert wird, stromauf wieder dem Fluss zurückgegeben. Eine Schlüsselfrage ist die Zusammensetzung des Geschiebes, durch Vergröberung kann der laufende Austrag von Schotter aus der Fließstrecke verringert werden. Ein integrativer Ansatz, laufende Einbeziehung neuer Erkenntnisse und der weitere intensive Austausch zwischen ExpertInnen, Wissenschaft und NGOs werden angestrebt.


Ein besonderes Geburtstagsgeschenk hat der Nationalpark Donau-Auen im Jubiläumsjahr erhalten: Das Schutzgebiet wird mit Flächen bei Fischamend und Petronell um 277 Hektar erweitert. Mit dieser Vergrößerung, die durch die Unterstützung vom Bund sowie den Ländern Wien und Niederösterreich möglich wurde, ist ein bedeutender Schritt für die Weiterentwicklung des Nationalparks gelungen. Allen Fragen zur Erweiterung, die 2017 in Kraft tritt, wurden auch im heurigen Nationalpark-Forum in Petronell erörtert.

Geführte Wanderung Dank ist auch in diesem Jahr wieder den freiwilligen HelferInnen auszusprechen: Gruppen, Vereine und Betriebe waren 2016 mit 13 Teams insgesamt 1.184 Stunden mit 203 Personen auf den Flächen des Nationalparks unterwegs, um Arten wie auch Lebensräume zu schützen und zu pflegen.


Nun gilt es, die kommende Saison vorzubereiten – die Folder der Saison 2017 wurden bereits geliefert! Das Besucherprogramm umfasst das Angebot für Schulen, Kindergruppen, Erwachsene & Familien. Für Gruppen gibt es eine eigene Broschüre. Beide können kostenfrei angefordert werden: Tel. 02212/3555 oder schlossorth@donauauen.at.
Geführte Wanderungen sind während der Wintermonate gegen Voranmeldung möglich, ab 21. März 2017 ist das schlossORTH Nationalpark-Zentrum wieder als „Tor zur Au“ geöffnet. Auf die BesucherInnen warten hier als neues Angebot Tablet Guides mit vertiefenden Inhalten zum Schloss Orth und zum Nationalpark. Das kommende Jahr wird im schlossORTH Nationalpark-Zentrum unter dem Schwerpunktthema Fledermäuse stehen und das Auerlebnisgelände Schlossinsel feiert sein 10jähriges Jubiläum.