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Eingetragen am 26.03.2011 von Hermann Falkner

Steilufer Schwechat


Hallo, ich hätte eine Frage zu den Bildern und den Beschreibungen, die ich an dieser Stelle gepostet habe: http://www.naturbeobachtung.at/platform/mo/nabeat/forum/threadContent.do?tab=s2generalforum&thread=108018&id=441 Ich nehme an, es handelt sich dabei um eine der planmässigen Schlägerungen von Hybrid-Pappeln im Nationalpark, die gerade in der Zainet-Au relativ stark vertreten sind. Dabei ist es zu einem Uferanriss der Schwechat gekommen - ein neues Steilufer ist entstanden. :) Sowohl linkes als auch rechtes Ufer der Schwechat (Zainet-Au) gehört zum Nationalpark. Ist der Uferanriss schon bekannt? Was ist da eigentlich passiert? Und - ich nehme an, die Stelle bleibt eh so? Soviel ich weiss, will man im Nationalpark der natürlichen Flussdynamik ja ihren Lauf lassen. LG Hermann



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Eingetragen am 28.03.2011 von Nationalpark Donau-Auen


Lieber Hermann, danke für deine Anfrage - ich kläre das mit unserer Naturraum-Abteilung und gebe dir raschest möglich Feedback! Liebe Grüße Erika Dorn



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Eingetragen am 28.03.2011 von Hermann Falkner


Danke, Erika - bin schon gespannt!! LG Hermann



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Eingetragen am 31.03.2011 von Nationalpark Donau-Auen


Lieber Hermann! Sorry für die Verzögerung, hier nun eine Antwort: Vielen Dank für deine aufmerksame Beobachtung! Dieser Abschnitt der Schwechat ist sehr gestreckt, die Ufer sind unnatürlich monoton und auch die Gewässersohle ist kaum strukturiert. Zugleich ist dies ein mit Abwässern sehr stark (über)belasteter Gewässerabschnitt, welcher ganz besonders dringend eine bessere Strukturierung benötigen würde, um mit der chemischen Fracht besser zurecht zu kommen. Dazu kommt noch, dass am linken Schwechatufer ein aus Sicht des Nationalparks nicht passender Bestand an Hybridpappeln und eingeschlepptem Eschenahorn dominant in Erscheinung tritt. Zur Verbesserung des ökologischen Zustandes bestehen daher zwei Entwicklungslinien: 1) für das Gewässer wird die flussmorphologische Aufwertung angestrebt, insbesondere die Herstellung (bzw. das Zulassen) einer natürlichen Flussmündung und die Förderung des seitlichen Auspendelns der Schwechat. Für ersteres gibt es bereits sehr konkrete Planungen im Rahmen des Flussbaulichen Gesamtprojektes - welches aber derzeit leider nicht umgesetzt werden kann. 2) für den linksufrigen Gehölzbestand wurde die Entfernung der Hybridpappeln und die Förderung der standorttypischen Augehölze beschlossen, um entlang des Gewässers einen nationalparkwürdigen Gehölzstreifen zu bekommen. Im letzten Winter hat sich die Schwechat jedoch entschlossen, die Hilfe einer ins Bachbett gestürzten Weide anzunehmen, und diese Gelegenheit zum leichten Auspendeln zu nutzen. Das Gegenufer wurde angerissen und weitere Bäume stürzten ins Gewässer: das Gewässer beginnt nun eigenständig, sein Gerinne zu verbessern. Die Steilufer und die neu entstandene Kiesbank stromab dieser Anrisse sind sehr wertvolle Lebensräume - und diese positive Entwicklung wird sicher noch weiterlaufen. Unabhängig davon wurde von der örtlichen Forstverwaltung die Entfernung der Hybridpappeln vorgenommen, dabei wurden leider auch ein paar Silberweiden entfernt, welche belassen hätten werden können. Dieser gesamte Uferabschnitt wird jetzt mit einem naturgemäßen Gehölzbestand bepflanzt. Der Uferanriss der Schwechat hat keinen unmittelbaren Zusammenhang mit der Hybridpappel-Entfernung und war schon vorher vorhanden. Da die Schwechat ihre Ufer sicher noch weiter verlagern wird, werden voraussichtlich auch weitere Wurzelstöcke oder ganze Bäume freigespült und abtransportiert. Die Schwechat kann ihr Gerinne jedenfalls frei gestalten und wird dies hoffentlich auch nutzen: beide Ufer sind Teil des Nationalparks und die freie Naturentwicklung ist hier vorrangig. Es bestehen aus heutiger Sicht keinerlei Gefahren für den Hochwasserschutz. Ein Problem kann sich mittelfristig durch den am rechten Schwechatufer verlaufenden Abwasserkanal der Kläranlage ergeben, das ist derzeit aber noch nicht absehbar. Liebe Grüße, dein Nationalpark-Team



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Eingetragen am 31.03.2011 von Hermann Falkner


Danke herzlich für die ausführlichen Erklärungen, wirklich sehr interessant für mich, da ich diesen Abschnitt öfters besuche - und wenn er auch in manchen Bereichen doch recht unnatürlich ist, so gibt es doch auch einige schöne Stellen: etwa eine schöne Flatterulme nur ein kurzes Stück flussaufwärts von dieser Stelle, direkt am Steilufer, oder auch die herrlichen Schneeglöckerl-Blaustern-Gelbstern-Bestände gerade in diesem Bereich. :) Ein dynamischer Flusslauf ist natürlich um so vieles interessanter wie der weiter oben, im Bereich der Stadt Schwechat, durch Blockwurf stark eingeengte Schwechat-Fluss. Ich bin jedenfalls gespannt, wie die Schwechat ihre neu gewonnene Freiheit weiter nützen wird. Den Abwasserkanal am rechten Schwechatufer kenne ich, in der Tat, um sich zu dem vorzuarbeiten, würde die Schwechat noch eine ganze Weile brauchen. LG Hermann



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