Östlicher Kaiseradler - Aquila heliaca

Östlicher Kaiseradler

Seinem Namen entsprechend ist der Kaiseradler eine majestätische Gestalt. Fast zwei Jahrhunderte lang konnte dieser Adler nur in Osteuropa beobachtet werden, doch nun gibt es auch in Österreich wieder Brutpaare.

Merkmale

Ein Altvogel erreicht eine Flügelspannweite von zwei Metern. Der erwachsene Kaiseradler besitzt ein fast einfärbiges schwarzbraunes Gefieder. Der Nacken und der Hinterkopf sind goldfarben. Der Schnabel beginnt an der Basis grau und wird zur Spitze hin schwarz. Im Flug wirken die Flügel lang und relativ schmal, die Silhouette des Schwanzes ergibt am Ende einen geraden Abschluss. Die Zehen haben eine gelbe Färbung. Die Tiere zeigen einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Männchen sind im Durchschnitt zirka 17% kleiner und leichter als weibliche Tiere.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet dieses stolzen Vogels erstreckt sich von China bis in das südöstliche Mitteleuropa. Den Kaiseradler kann man mit etwas Glück auch im Nationalpark Donau-Auen sehen. Hier steht ihm mit dem hohen und stabilen Altbaumbestand ein artgerechtes Rückzugsgebiet zur Verfügung.

Gefährdung und Schutzstatus

Laut IUCN ist der Weltbestand des Kaiseradlers gefährdet, immer wieder kommt es durch Verfolgung zu schmerzlichen Verlusten dieser Art. Zusätzlich treten in landwirtschaftlich genutzten Freiflächen die für ihn notwendigen kleineren Baumgruppen oder Einzelbäume immer seltener auf.

Lebensweise

Östlicher Kaiseradler Als Lebensraum wählt Aquila heliaca Steppen, steppenähnliche offene Agrarlandschaften oder unberührte Graslandschaften. Hier kommen auch seine gängigsten Beutetiere wie Hamster, Feldhase und Fasan vor. Regelmäßig wird auch Aas in das Nahrungsspektrum aufgenommen. Die häufigste Methode zu jagen ist die Ansitzjagd von einer niedrigen Warte. Möglich sind auch ein kreisender Suchflug oder ein bodennaher Suchflug für größere Beutetiere. Für die Brut wird nach einem möglichst hohen Baum gesucht, dort bauen die Kaiseradler einen Horst mit mindestens einem Meter Durchmesser. Dieser wird mehrere Jahre benutzt und daher auch jede Saison erweitert, verbessert und ausgebaut, so kommt es zu einem entsprechenden Gewicht des Horstes. Meist Ende März kommt es zur Ablage von bis zu drei Eiern. Nach ungefähr sechs Wochen schlüpfen die Nestlinge, die erst Ende Juli das Nest verlassen.

Besonderes

Da regelmäßig, besonders im Winter, auch Aas von den Greifvögeln angenommen wird, kommt es immer wieder vor, dass Kaiseradler an Giftködern verenden. Oft wird das seit 2008 verbotene Nervengift Carbofuran angewendet, um illegale, skrupellose Anschläge auf seltene Wildtiere zu verüben.

So klingt der Kaiseradler