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Wilde Karde - Dipsacus fullonum

Wilde Karde

Es handelt sich hier um eine faszinierende Pflanze, die aussieht wie eine Distel, jedoch zu den Geißblattgewächsen gehört. Selbst im Winter sind die bizarren, eiförmigen, getrockneten Köpfe eine wahre Zierde in der sonst öden Winterlandschaft.

Merkmale

Die Blätter sind von lanzettlicher Form mit einem gekerbten Rand. Sie sind an der Basis paarweise am Stängel zusammengewachsen. Die Blütenstände bestehen aus mehreren eiförmig-länglichen Köpfchen, die bis zu 8 cm lang sein können. So wie die Stängel stachelig sind, sind auch die Blütenstände von stacheligen Hüllblättern umgeben. Die violetten Blüten bilden einen Kranz und öffnen sich nicht zur gleichen Zeit. Im Laufe der Blütezeit wandert der Kranz von der Mitte nach oben und unten. Die Blütezeit erstreckt sich von Ende Juni bis Ende August. Bei den Früchten, 5 mm große dunkle Nüsschen, kann man beobachten, dass die Samen bei Berührung herausgeschleudert werden.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Europa.

Gefährdung und Schutzstatus

Wilde Karde Für Dipsacus fullonum besteht keine Gefährdung.

Lebensweise

Im ersten der beiden Lebensjahre wird eine Blattrosette am Boden ausgebildet, erst im zweiten Jahr entwickelt sich der stachelige Stängel mit vielen Blütenköpfen bis zu einer Wuchshöhe von eineinhalb Metern. Diese Pflanzenart liebt wärmere Gebiete und dort insbesondere trockene Schuttböden, Bahndämme oder generell Ruderalflächen.
Die Samen stellen im Winter eine wichtige Nahrung für den Distelfink dar, während die Wurzel eine Delikatesse für Wühlmäuse bildet.

Besonderes

Der Name leitet sich aus dem Griechischen „dipsa“ für Durst ab. Das soll bedeuten, dass Vögel das Regenwasser, das sich in den Ansätzen der Stängelblätter wie in einem Trichter sammelt, als Tränke benutzen. Die Wasseransammlung hat jedoch noch einen weiteren Vorteil. Flügellose Insekten werden von der Blüte ferngehalten, sie ertrinken im Wasser. Möglicherweise werden die Verwesungsstoffe von der Wilden Karde aufgenommen.
In der Naturheilmedizin findet überwiegend die Wurzel Verwendung. Aus ihr kann eine Tinktur bereitet werden, die hauptsächlich gegen Akne ihr Einsatzgebiet hat. In üblichen Kräuterbüchern ist die Wirksamkeit der Inhaltsstoffe und deren Anwendung etwas in Vergessenheit geraten. Doch laut Literatur gewinnen die Wirkstoffe der Karde wieder zunehmend an Bedeutung, da ihre Wurzel gegen Borreliose helfen soll. Generell bewirkt die Verwendung der Wurzel der Wilden Karde eine Stärkung des Immunsystems. In der Homöopathie ist die Karde nicht ausreichend untersucht, es besteht ein Potential, das bei Weitem noch nicht ausgeschöpft ist.





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