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Beliebt als Adventschmuck: die Laubholzmistel

Laubholz-Misteln Vielerorts werden Mistelbüschel als vorweihnachtlicher Schmuck eingesetzt. Über die Tür gehängt, verspricht die Mistel jenen ewige Liebe, die sich unter ihren Zweigen küssen.
Gerade dieser Tage sieht man die kugeligen Misteln bestens in den laubfreien Baumkronen – so auch im Auwald auf Weiden und Pappeln. Was gibt es zu dieser interessanten Pflanze zu berichten?


Botanisch und wenig romantisch betrachtet ist die Laubholz-Mistel (Viscum album) ein immergrüner Halbschmarotzer. Sie sitzt Ästen von Laubbäumen auf und entzieht aus deren Holzteil Wasser und darin gelöste Mineralsalze betreibt aber selbst Photosynthese. Größere Exemplare können durch den reichlichen Wasserentzug Äste zum Absterben bringen.

Laubholz-Misteln Die anfangs grünlichen, später durchscheinend weißlichen bis gelblichen, erbsengroßen Beeren reifen im November /Dezember oder auch erst im nächsten Frühjahr. Sie haben ein zähes, schleimiges, klebriges Fruchtfleisch und werden gerne von Vögeln wie z.B. der Misteldrossel gefressen. Die Samen werden dann mit dem Kot auf anderen Ästen abgesetzt, bzw. klebt sie der Vogel bereits beim Säubern des Schnabels an neue Zweige.


Der Samen durchläuft dann an Ort und Stelle eine Ruhepause bis März und beginnt nur unter bestimmten Temperaturbedingungen und vollem Lichtgenuss zu keimen.

Laubholz-Misteln Die Laubholz-Mistel kann weit mehr als gemeinhin bekannt: Aus ihr wurde früher Leim gewonnen. Sie ist weiters eine alte Heilpflanze, die schon im Altertum hohes Ansehen genoss. In der Homöopathie finden die jungen Blätter Verwendung, ihre Wirkstoffe haben eine harntreibende, krampflösende, blutdrucksenkende, gefäßerweiternde und herzstärkende Wirkung.


Die Mistel war in der Kunst ein beliebtes Motiv für Schmuck und Verzierungen aller Art, besonders im Jugendstil. Auch in der antiken und in der germanischen Mythologie spielte sie eine große Rolle. Noch heute gilt sie als dämonenabwehrende und glücksbringende Pflanze. Wenn das kein Grund ist, mal kurz unterm Mistelzweig zu verweilen …