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Warum werden Bäume im Nationalpark "geringelt"?

Geringelte Bäume Auch in diesem Winter werden auf den Nationalpark-Flächen nochmals Exemplare von Eschenahorn und Götterbaum gezielt zum Absterben gebracht – eine Maßnahme zur Förderung der heimischen Baumflora. Aktuell wurden Maßnahmen im Bereich Haslau - Maria Ellend gesetzt.


Eschenahorn (Acer negundo) und Götterbaum (Ailanthus altissima) sind in den letzten Jahrzehnten in die Waldbereiche der Flusslandschaft an der Donau eingebracht worden bzw. eingedrungen. Beide Arten verdrängen zunehmend die einheimischen Bäume und Sträucher und bieten den heimischen Kleinlebewesen weniger Entfaltungsmöglichkeiten.

Zahlreiche Waldflächen im Nationalpark Donau-Auen sollen in den nächsten Jahren komplett der freien Entwicklung zurück zum Naturwald überlassen werden. Den heimischen Gehölzen soll jedoch zuvor noch einmal ein Entwicklungsvorsprung verschafft werden.

Ringelungsfläche bei Haslau Dafür wurden auch in diesem Winter nochmals zahlreiche Exemplare von Eschenahorn und Götterbaum "geringelt" - das bedeutet, es werden Streifen der Rinde am Stamm ringförmig entfernt. Die Ringelung wurde als Eingriffstechnik gewählt, weil die behandelten Bäume dabei langsam absterben und weniger stark zum Neuaustreiben angeregt werden. Das Totholz verbleibt im Wald.
Nur im Nahbereich der Wege werden diese beiden Baumarten gefällt, um eine Gefährdung von BesucherInnen zu vermeiden.


Alle Maßnahmen werden von fachkundigem Personal der Österreichischen Bundesforste, Nationalparkbetrieb Donau-Auen in Abstimmung mit der Nationalpark GmbH durchgeführt.
Nationalpark-Förster und Revierleiter Ing. Franz Kovacs erläutert das Vorgehen: „Natürlich sind diese starken Eingriffe ein ungewohnter Anblick für die BesucherInnen – gerade in einem Nationalpark. Gleichzeitig gibt es aber keine bessere Möglichkeit, die natürliche Waldentwicklung und Artenvielfalt zu fördern.“

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