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Was blüht denn jetzt im August in der Au?

Ein botanischer Streifzug durch den Nationalpark Donau-Auen, gewidmet von den Österreichischen Bundesforsten.
 

Gewöhnlicher Wasserschlauch Nachdem uns in den letzten Wochen die Hitze fest im Griff hatte, sorgen nun ein paar Winde und Wolken für Abkühlung. Vorher mussten nicht wenige nach dem Wasserschlauch greifen, um sich oder ihrem Garten etwas Erfrischung zu verschaffen. Doch nicht nur im trauten Heim, selbst auf meinen Spaziergängen durch den Nationalpark konnte ich den einen oder anderen Wasserschlauch finden. Nicht, dass ihn jemand auf seinen Wanderungen durch die Au mitgenommen und vergessen hätte – nein! Es ist zwar kaum zu glauben, der wächst dort „frei Haus“.


Der Gewöhnliche Wasserschlauch (Utricularia vulgaris) ist eine frei schwimmende Pflanze, die knapp unter dem Wasserspiegel treibt. Ihre Laubblätter erinnern an dünne, feingegliederte, reich verzweigte Fäden. Wurzelwerk wird man vergeblich suchen, die Nährstoffaufnahme erfolgt ausschließlich über die Blattoberfläche. Außerdem kann man bei genauem Hinsehen kleine ovale „Kapseln“ zwischen dem Verästelungen der Blätter entdecken. Es handelt sich um sogenannte Fangblasen, eine raffinierte Falle für das Erbeuten von Wasserflöhen, Gelsenlarven und anderen winzigen Wassertierchen.

Diese Fangblasen sind umgestaltete hohle Blattspitzen, in deren Innerem Unterdruck herrscht. Stößt ein Tierchen an den Deckel, so wird dieser geöffnet, wodurch das eintretende Wasser die Beute mitreißt. Nachdem der Fang verdaut ist, wird die Blase wieder entleert, um auf neue Opfer zu warten. Ganz schön gruselig – zumindest für einen Wasserfloh. Für uns dagegen ist der Wasserschlauch mit seiner satt gelben Blüte einfach nur schön anzusehen.

Glänzendes Laichkraut Auch unter Wasser lebend, allerdings am Grund fest verwurzelt, findet man immer wieder Laichkraut. Häufiger anzutreffen ist vor allem das Glänzende Laichkraut (Potamogeton lucens). Wie bei allen anderen Gefäßpflanzen, die unter Wasser leben, muss die Blüte dennoch an die frische Luft, um ordentlich bestäubt zu werden und um sich zu entwickeln.


Das Laichkraut ist keine spektakuläre Blume. Dort und da ragen grüne ährenartige „Stumpen“ aus dem Wasser, die durch den Wind bestäubt werden. Die Ausbreitung erfolgt aber nicht nur über die kleinen nussartigen Samen. Die Pflanze bildet weit verzweigte unterirdische Triebe aus und besiedelt so Wassertiefen bis zu 3 Meter.

Auch wenn es jetzt ein wenig kühler ist – der Sommer ist noch nicht vorbei. Wer weiß, vielleicht ist es schon bald wieder soweit, dass Sie gemeinsam mit dem Laichkraut abtauchen müssen.

Ing. Thomas Neumair
Österreichische Bundesforste AG, Nationalparkbetrieb Donau-Auen