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Wanderrouten

Maria Ellend-Haslau-Regelsbrunn
 

0 Maria Ellend
Die Ortschaften am Südufer der Donau liegen auf einer Geländestufe und genießen damit einen natürlichen Hochwasserschutz. Die Hänge bestehen zum Großteil aus Schotter, der sich bei starkem Regen durchaus in Bewegung setzt, wie man entlang der Wanderroute eindrucksvoll bemerken kann. Im Hangwald mischen sich vereinzelt Rotbuchen in den Bestand, eine Baumart, die sonst in höher gelegenen Lebensräumen typisch ist.
Entlang der Donau sind zahlreiche Fischerhütten mit ihren Daubelnetzen erhalten geblieben. Nasen oder Barben werden hier jedoch nur mehr von lizensierten Hobby-Fischern aus dem Fluss geholt, in Österreich ist die Berufsfischerei an der Donau in den 1950iger Jahren verschwunden.
Der eisfreie Fluss ist ein beliebter Überwinterungsplatz für Entenarten aus dem Norden Europas. Von November bis Februar halten sich unter anderem Tafel- und Schellenten auf, Kormorane tauchen nach Nahrung oder sitzen mit ausgebreiteten Flügeln, um ihr Gefieder zu trocknen.
 

Haslau
Noch vor Gründung des Nationalparks wurde in Haslau die erste Gewässervernetzung durchgeführt. Die Treppelwegabsenkung und der Kastendurchlass erscheinen heute nur als minimaler Versuch, wieder mehr Wasser in die Au zu bekommen, doch bei Hochwasser verwandeln sich diese Stellen in reißende Stromschnellen. Ein Durchqueren ist lebensgefährlich. Der Mitterhaufen, eine Kernzone des Nationalparks, hat sich dadurch, wie erhofft, deutlich verändert.
Direkt bei der Haslauer Traverse erstecken sich flache Schotterufer an der Donau, bei niedrigem Wasserstand kann man fast bis in die Mitte des Stroms wandern. Dieser Abschnitt darf auch als Wildbadeplatz genützt werden. In dem feinen Flusssand hinterlassen zahlreiche Tierarten ihre Fußabdrücke. Die Wellen schnell fahrender Schiffe laufen oft weit über den Strand bis in den Bereich der Uferweiden - viele kleine Flussorganismen werden so ins Trockene befördert, ohne Chance wieder ins Wasser zurück zu gelangen.

Hinweis: Im Winter 2015/16 wurden im Bereich Haslau-Maria Ellend zur Rückdrängung von invasiven Pflanzenarten Ringelungsarbeiten durchgeführt - die Spuren sind nun teilweise im Auwald erkennbar.
 

Regelsbrunn
Die Regelsbrunner Au wurde 1989 durch eine Freikauf-Aktion des WWF gesichert. In den ausgedehnten Hybridpappelbeständen brechen immer wieder einzelne Bäume zusammen und öffnen so Fenster im Kronendach, die das Aufkommen von standorttypischen Arten ermöglichen. Ufernah betätigt sich auch der Biber als Landschaftsgestalter und schafft Ansitzwarten für Eisvögel oder Trockenplätze für Kormorane. Die starke Durchströmung des Gebietes hat zahlreiche Uferanrisse entstehen lassen, die dem Eisvogel als Nistplätze dienen.
Entlang der Wege wuchert häufig das Indische Springkraut, ein Neophyt, der sich besonders auf feuchten Böden ausbreitet. Viele Insektenarten nützen die spät blühende Pflanze, die hier im ständigen Wettkampf mit Brennnesseln und Kratzbeeren wächst.
Dem Regelsbrunner Donauufer vorgelagert sind zahlreiche kleine Inseln und Schotterflächen, die allerdings weder von Land noch von Wasser her betreten werden dürfen, um Kiesbrüter, wie den Flussregenpfeifer, nicht zu beunruhigen.

Details


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Wanderkarte Maria Ellend-Haslau-Regelsbrunn

Laden Sie hier die Detailkarte mit allen beschriebenen Routen für den Nationalpark-Bereich Maria Ellend-Haslau-Regelsbrunn herunter.

Maria Ellend – Haslau

Länge

3 km

Gehzeit

ca. 45 Min.

Besonderheiten

Streckenwanderung entlang der Donau.

Wegbeschaffenheit

Der Weg ist während und nach einem Hochwasser nicht begehbar.

Ausgangspunkt:
Maria Ellend, von der Landstraße gegenüber der Kläranlage steil bergab zum Nationalpark-Eingang, öffentlich S7 bis Maria Ellend.
Kaum Parkmöglichkeiten beim Zugang zum Nationalpark-Eingang.
 

Zuerst folgt man dem schmalen Weg entlang des Steilhanges. Schon ab dem Frühsommer wandert man durch ein Dickicht an Brennnesseln, Springkraut und Kratzbeeren, ab August sind dann deren leckere Früchte zu genießen. Man begleitet einen Altarm, wo Biber ihre Futterplätze haben und Eisvögel vorbei flitzen. Von der Traverse nach Osten hin wird der Altarm breiter. Reiher, Schwäne und im Winter auch verschiedene Entenarten bevölkern das Gewässer. Kurz bevor man zur Donau kommt, quert man einen fast immer Wasser führenden Graben, hier hinterlassen Rehe und Marder ihre Trittspuren.
Weiter führt die Route auf dem Treppelweg entlang der Donau. Im Winter ist es zwar zumeist sehr windig, aber hier ist auch ein besonders guter Beobachtungsplatz für Wasservögel. Sie halten sich bevorzugt am gegenüber liegenden flachen Ufer auf. Auch Seeadler kreisen immer wieder über diesem Gebiet.
Dann verlässt der Weg wieder das unmittelbare Ufer und man wandert auf weichem Donausand weiter bis zur Haslauer Traverse.

Haslau – Regelsbrunn

Länge

6 km

Gehzeit

ca. 1,5 Stunden

Besonderheiten

Streckenwanderung entlang der Donau.

Wegbeschaffenheit

Der Weg ist während und nach einem Hochwasser nicht begehbar.

Ausgangspunkt:
Haslau Hauptstraße, dann Berggasse (zu Fuß) oder Donaustraße (Auto) bergab zum Nationalpark-Eingang bei der Haslauer Traverse, öffentlich S7 bis Haslau.
Kaum Parkmöglichkeiten beim Nationalpark-Eingang – weitere Stellplätze auf dem beschilderten Parkplatz nahe dem Sportplatz.
Oder Zugang Regelsbrunn: Bauernzeile bergab, weiter nach rechts auf der Donaulände zum Nationalpark-Eingang, öffentlich S7 bis Regelsbrunn.
 

Über die Haslauer Traverse erreicht man die Donau. Stromab folgt eine Absenkung des Treppelweges, dann ein Brückendurchlass. Dieser Seitenarm wurde wieder an die Donau angebunden, sodass einige Zeit des Jahres Wasser in die Au gelangen kann. Kurz danach passiert man die Anlegestelle der Personenfähre nach Orth.
Niedriges Weidengebüsch gedeiht auf der Uferböschung, die später in flache Schotterflächen ausläuft. Um kiesbrütenden Vögeln wie dem Flussuferläufer und dem Flussregenpfeifer ungestörte Bruträume zu bieten, dürfen diese Schotterstrände nicht betreten werden.
Nach ca. zwei Kilometern kommt man am Stromkilometer 1900 vorbei, gemessen vom Mündungsbereich der Donau bei Sulina, Rumänien. Weiter geht es entlang einer alten Pappelpflanzung, hier beginnt sich wieder eine naturnahe Waldgesellschaft zu entwickeln. Bei der Regelsbrunner Traverse quert man erneut den Seitenarm, auf dem ruhigen Gewässer sind häufig Grau– und Silberreiher, aber auch Gänsesäger, Kormorane und Schwäne zu beobachten.