Aktuell

Heißländenpflege in der Lobau – Zum Schutz der
seltenen Orchideen

Das Arbeitsteam packt an Begonnen hat alles 2013 - Einer Gruppe von Orchideenfreunden der Österreichischen Gartenbaugesellschaft war aufgefallen, dass der beste Standort für Himantoglossum adriaticum (Adriatische Riemenzunge) und einige andere Orchideenarten in der Lobau, die Schusterau, immer mehr durch die Verbuschung von Pappelsträuchern beeinträchtigt wird. Der Gedanke kam auf bei der Forstverwaltung Lobau, zu der ohnehin schon ein gutes Verhältnis herrschte, nachzufragen ob es möglich wäre, auf Freiwilligenbasis Schwendungsmaßnahmen (Entfernung von Gehölzen) durchzuführen.


Nach Klärung einiger organisatorischer Fragen kam es zur ersten Heißländepflege im Oktober 2013, die ein voller Erfolg war. Im Folgejahr war die Population der Riemenzunge stark gestiegen. Viele der durch die Büsche in ihrem Wachstum behinderten Pflanzen konnten sich in ihrer ganzen Pracht entwickeln.

Spinnenragwurz Angespornt durch diesen Erfolg kam es 2014 zu Entbuschungs-Pflegemaßnahmen am Kreuzgrund, bekannt durch das Vorkommen von Ophrys sphegodes (Spinnenragwurz), Spiranthes spiralis (Herbstdrehwurz) und anderen Orchideenarten. 2015 wurde am Kreuzgrund das hohe Gras gemäht und das in mehreren Lagen abgestorbene Gras entfernt. Nach diesen Arbeiten waren schon zahlreiche Blattrosetten erkennbar. Eine Nachschau im Frühjahr 2016 erbrachte das erfreuliche Ergebnis, dass viele von diesen auch Blühstände ausgebildet hatten, die es wahrscheinlich durch den dichten Grasfilz nicht geschafft hätten.


2016 erfolgte eine Nachpflege in der Schusterau und ein Entrindungsversuch bei Götterbäumen in der Flur Dürrhamm, um deren massenhafte Verbreitung in diesem Gebiet möglichst zu verhindern. 2017 waren wir in der Leinerau mit Entbuschungsmaßnahmen tätig.
2018 traten wir wieder zur wieder Schwendung in der Schusterau und Herstellung einer buschfreien Verbindung zwischen den beiden Heißländen an. Bei all diesen Eingriffen ist zu berücksichtigen, dass kein Sanddorn entfernt wird und keine Kahlschläge entstehen.

Die TeilnehmerInnen an diesen Maßnahmen sind immer mit voller Begeisterung dabei, zumal ihnen der Erfolg Recht gibt. Nach getaner Arbeit ist für ein kleines Picknick bestens gesorgt. Im Namen aller Beteiligten bedanke ich mich bei der Forstverwaltung Lobau, insbesondere bei Herrn DI Alexander Faltejsek und seinen Mitarbeitern, die uns immer mit Werkzeug versorgten und für Transfers zu den einzelnen Einsatzplätzen Sorge trugen.

Karl Schebesta