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Seidenschwanz - Bombycilla garrulus

Seidenschwanz-Schwarm

Ein Seidenschwanz kommt selten alleine. Bei uns ist dieser Vogel nur im Winter zu beobachten, dafür fallen die gefiederten Gesellen manchmal invasionsartig bei uns ein. Es sitzen dann ganze Trupps der farbenfrohen Vögel in Wildobst oder Beeren tragenden Bäumen.

Merkmale

Als kompakter Vogel mit kurzem Schnabel ist der Seidenschwanz etwa so groß wie ein Star. Das Gefieder ist bräunlich-beige. Charakteristisch ist der rotbraune, spitz nach hinten verlaufende Federschopf am Kopf, der Erregung widerspiegeln kann und sich dann aufrichtet. Besonders eindrucksvoll ist auch die schwarze Augenmaske mit schwarzer Kehle, die diese Vögel wie geschminkt aussehen lässt. Auch der schwärzliche Schwanz mit auffallend gelber Spitze ist ein unverkennbares Erkennungszeichen für den exotisch wirkenden Seidenschwanz. Die Geschlechter sind schwer unterscheidbar, am ehesten noch durch die unterschiedliche Farbkraft.
Als Ruf kann man oft einen gläsernes „Sirrrrr“ vernehmen, das wie ein klingelnder Schlüsselbund klingt.

Verbreitung

Der Seidenschwanz ist zur Brutzeit ein typischer Bewohner des Taigagürtels. Sollte das Futterangebot knapper werden, so wandern die Vögel im Extremfall bis zu den Mittelmeerinseln.

Gefährdung und Schutzstatus

Bombycilla garrulus ist nicht gefährdet, wohl aber seltener werdend. Man kann ihm helfen, indem man Sträucher und Bäume nicht vor Ende des Winters schneidet, damit ihm Beeren und Früchte zur Verfügung stehen.

Lebensweise

Zur Brutzeit frisst der hübsche Vogel vor allem Insekten, die auch im Flug erbeutet werden. Ist das Fruchtangebot in seiner Heimat schlecht, so beginnen Seidenschwänze nach Süden zu ziehen. Das geschieht oft invasionsartig, durch seine Vorliebe für Geselligkeit fällt er dann bei uns auf. Der stets zutrauliche Vogel findet in unseren Breiten im Winter viele reife und überreife Früchte, wie zum Beispiel die „Vogelbeeren“ der Ebereschen, Schneeball- und Weißdornfrüchte, diverse Früchte von Ziersträuchern wie Feuerdorn oder hängengebliebenes Obst. Im Nationalpark Donau-Auen kann man regelmäßig Scharen beim Verzehren von weißen Mistelbeeren beobachten. Dabei zeigt sich das Tier wendig und akrobatisch, die Gestalt ist in einem Augenblick lang und dünn, dann im nächsten dick und aufgeplustert. Auch zum Flattern von einer Beere zur nächsten ist er fähig.
Typischerweise fressen Seidenschwänze auch viele Früchte, die für uns giftig sind.
Über das Brutverhalten des Seidenschwanzes ist eher wenig bekannt. Das Nest wird auf Nadelbaumzweigen im oberen Baumbereich gebaut. Die blaugrauen Eier werden vom Weibchen bebrütet, für Futter sorgt das Männchen.

Besonderes

Seidenschwänze haben im Winter einen großen Appetit. Sie können schnell fressen und verschlingen Beeren bis Kirschengröße. Bei Versuchen zeigte sich, dass sie eine Vorliebe für rote und blaue Beeren besitzen, dabei fressen sie täglich ungefähr das Doppelte ihres eigenen Körpergewichtes von 60 g. Im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht haben Seidenschwänze eine auffallend große und effiziente Leber, um einen etwaigen Alkoholgehalt von überreifen Früchten rasch abbauen zu können. Auch der Darm arbeitet schnell, eine Beere bleibt nur 30 Minuten im Verdauungstrakt.

So klingt der Seidenschwanz





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