Sprache DE
DE EN SK

Silberreiher - Egretta alba

Silberreiher

Neben dem Graureiher gehört der prächtige Silberreiher zu den eindrucksvollsten geflügelten Nationalpark-Bewohnern. Seine prächtigen Schmuckfedern wurden ihm zum Verhängnis und dezimierten die Bestände.

Merkmale

Der Silberreiher ist der größte einheimische, weiße Reiher. Er wird 95 bis 100 cm groß, erreicht ein Gewicht von ein bis eineinhalb Kilogramm und seine Flügelspannweite reicht von 155 bis 170 cm. Im Vergleich zum Graureiher ist seine Statur deutlich schlanker und der Hals länger und dünner. Der Schnabel ist im Ruhekleid gelb, hingegen im Brutkleid (Prachtkleid) schwarz mit einer gelben Basis. Die Beine sind im Ruhekleid grünlich-schwarz, während sie im Brutkleid im oberen Bereich gelb werden.

Verbreitung

Im Südosten Europas weit verbreitet, als Teilzieher fliegt er in der kalten Jahreszeit nach Nordwestafrika und Südasien. Vereinzelte Tiere wurden auch schon weit im Norden oder Westen beobachtet, z.B. in England. Im Nationalpark Neusiedler See brütet der Silberreiher regelmäßig sowohl auf der österreichischen als auch auf der ungarischen Seite. Egretta alba bevorzugt ausgedehnte Feuchtgebiete und große, schilfumstandene Seen.

Gefährdung und Schutzstatus

Silberreiher Potentiell gefährdet in einigen Verbreitungsgebieten in Österreich bzw. stark gefährdet, da die Art nur in sehr kleinen Brutpopulationen vorkommt und diese auf wenige Gebiete in Österreich beschränkt sind. Im 19. Jahrhundert wurden die 50 cm langen Schmuckfedern den männlichen Silberreihern im Brutkleid, ebenso wie den Seidenreihern, fast zum Verhängnis, da sie ein begehrtes Objekt für die Damenmode darstellten.

Lebensweise

Obwohl der Silberreiher ein Koloniebrüter ist, jagt er alleine oder in kleinen Trupps ruhig im Wasser stehend oder gemächlich durchs Wasser watend. Blitzschnell fängt er seine Beute durch Zustoßen seines Schnabels. Zu seinem Nahrungsspektrum gehören Fische und Amphibien, die teils sogar aus Tiefen bis zu 40 cm gefangen werden, Wasserinsekten und Wasserschnecken. Ruhende oder brütende Individuen geben in der Kolonie gelegentlich ein krächzendes „krah“ bzw. knarrendes „kraak“ von sich, die meiste Zeit aber ist der Silberreiher stumm.
Egretta alba ist ein Teilzieher, das heißt, einige Individuen ziehen in der kalten Jahreszeit in ein Winterquartier und einige Individuen verbleiben im Brutgebiet. Der Silberreiher brütet auf umgeknicktem Schilf oder Röhricht im Altschilfbestand einmal im Jahr. Zwischen April bis Juni wird das Nest errichtet und 3 bis 5 Stück hellblaue Eier hineingelegt. Nach ca. 25 Tagen schlüpfen die Jungtiere, welche von beiden Elternteilen ungefähr 6 Wochen lang gefüttert werden. In einer Kolonie leben selten mehr als 8 Brutpaare.

Besonderes

Auch wenn der Silberreiher im Allgemeinen als Einzelgänger gilt, so sind besonders in den Wintermonaten Gruppen von 20 bis 30 Individuen im Nationalpark Donau-Auen zu beobachten. Auffällig ist die extrem hohe Fluchtdistanz des Silberreihers im Gegensatz zum Graureiher. Eine Annäherung ist oftmals nur bis auf mehrere hundert Meter möglich. Leider wird auch beim Silberreiher die „Fischfresserdebatte“ verdeutlicht (siehe auch unter Besonderes und Gefährdung beim „Graureiher“). Der frühere lateinische Name des Silberreihers lautet Casmerodius albus.

So klingt der Silberreiher





« Graureiher - Ardea cinerea Zwergrohrdommel - Ixobrychus minutus »