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Gebirgsstelze - Motacilla cinerea

Gebirgsstelze

Das wesentliche Erkennungsmerkmal dieses Vogels ist der überaus lange Schwanz, mit dem er noch dazu ständig wippt. Durch ein scharfes, metallisches „ziss-ziss“ verrät die Gebirgsstelze ihre Anwesenheit. Es handelt sich um einen sehr agilen Vogel, der selten still steht. Meist sieht man ihn trippelnd an Gewässerrändern laufen.

Merkmale

Die 18 cm große Gebirgsstelze ist mit langen Beinen ausgestattet, um auch im Wasser stehend ihre Nahrung aufnehmen zu können. Die Oberseite des Körpers ist aschgrau bis bräunlichgrau, der Bürzel olivgrünlich bis gelblich gefärbt. Der Schwanz ist schwarz und weist weiße Außenkanten auf. Auf der Unterseite ist er intensiv gelb bis gelblich. Im flachen und wellenförmigen Flug wird ein weißes Flügelband sichtbar. Nur während der Brutzeit hat das Männchen eine schwarze Kehle, die im Winter weißlich ist. Das Weibchen hat das ganze Jahr über eine weiße Kehle. Ganzjährig ist ein langer, heller Überaugenstreif vorhanden.

Verbreitung

Motacilla cinerea kommt in weiten Teilen Mitteleuropas als Brutvogel vor. Sie meidet nur Island, den Norden Skandinaviens und den Nordosten Europas. Selbst aus dem gleichen Verbreitungsgebiet kann die Gebirgsstelze Standvogel oder Zugvogel sein. Nach strengen Wintern haben die Zugvögel Vorteile, weil die Verluste auf dem Zug geringer als bei den daheim gebliebenen Vögeln sind, nach milden Wintern sind die Standvögel im Vorteil.

Gefährdung und Schutzstatus

Die Gebirgsstelze ist aktuell nicht gefährdet. Sie wird aber durch eine naturferne Bachgestaltung von ihrem bevorzugten Lebensraum verdrängt bzw. kann sie zum einen von einer Renaturierung der Bäche profitieren und zum anderen werden damit auch die Bestände ihrer Nahrungsquelle dauerhaft gesichert.

Lebensweise

Gebirgsstelze Als charakteristischer Vogel der rauschenden Bergbäche liebt sie rasch fließende, schattenreiche Gewässer mit vielgestaltiger Uferausbildung. Die Gebirgsstelze ist enger an das Wasser gebunden als die übrigen Stelzen. Sie hält sich am liebsten dort auf wo das Wasser rauscht, also vor allem an schäumenden Bergbächen. Wenn in der Ebene Wasser über eine Wehr oder eine künstliche Staustufe stürzt können sich diese Vögel ebenfalls ansiedeln. Wenn die Uferpartien zur Nahrungssuche geeignet sind, werden auch kleine Bäche akzeptiert. Im Winter erscheinen Gebirgsstelzen an allen offenen Fließgewässern, zum Beispiel kann man sie auch im Nationalpark Donau-Auen beobachten. Bei strengem Dauerfrost, aber auch bei Hochwasser weichen sie in günstigere Landstriche aus.
Das Nest wird in Halbhöhlen in Wassernähe, unter Brücken, in Mauerlöchern und an ähnlichen Orten ab Ende April erbaut. Beim Bau helfen beide Partner zusammen, innen wird es mit Tierhaaren ausgelegt. In Mitteleuropa wird eine Brut mit ca. 5 Nachkommen hochgezogen. Die Partner leben in einer monogamen Saisonbeziehung zusammen. Es kommt aufgrund von Reviertreue immer wieder zu mehrjähriger Wiederverpaarung.
Als Nahrung nehmen die Vögel vor allem am und im Wasser lebende Insekten und deren Larven auf, zum Beispiel Stein-, Köcher- und Eintagsfliegen(-larven). Die Nahrung wird sowohl am Gewässerrand als auch auf dem Boden gefangen.

Besonderes

Ihr ungewöhnlicher Name rührt von ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet, nämlich gebirgigen Landstrichen. Erst um 1850 ist sie auch in flachere Gegenden vorgedrungen.

So klingt die Gebirgsstelze





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