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Haubentaucher - Podiceps cristatus

Haubentaucher

Der Haubentaucher ist der größte, häufigste und bekannteste Vertreter aus der Familie der Lappentaucher.

Merkmale

Haubentaucher werden zwischen 46 und 51 cm lang und erreichen eine Flügelspannweite von bis zu 73 cm. Die Männchen werden etwas größer als die Weibchen. Vor allem im Prachtkleid ist der Vogel unverkennbar - mit seiner schwarzen, zweigeteilten Haube und dem kastanienbraun-schwarz-gefärbten Backenbart. Seine Körperoberseite ist bräunlich schwarz mit rötlicher Körperseite. Die Unterseite und Brust sind weißlich. Die Vollmauser vom Prachtkleid zum Schlichtkleid beginnt bereits im Juni – sie verlieren während dieser Zeit alle Handschwingen gleichzeitig und sind dann für etwa 4 Wochen nicht flugfähig. Haubentaucher rufen häufig und laut, ein schnarrendes Geräusch das sich wie „Keck-Keck-Keck“ anhört.

Verbreitung

Der Haubentaucher ist ein häufiger Vogel in den mittleren Breiten – in Europa ist er außer in Nordskandinavien und Island überall anzutreffen. Sein Verbreitungsgebiet reicht jedoch bis ins östliche China. Je nach geografischer Lage sind die Tiere Zug- oder Standvögel.
Haubentaucher die ihr Brutgebiet verlassen überwintern entweder an großen Binnenseen oder an Küstengewässern (größere Bestände finden sich im Winter v.a. am Genfer See, Bodensee, westeuropäische Atlantikküste, Kaspisches Meer, Schwarzes Meer). Der europäische Bestand beträgt ca. 300.000 – 450.000 Brutpaare mit den größten Beständen in Russland, Finnland, Litauen, Polen, Schweden und Ukraine. In Österreich liegt der Brutbestand bei ca. 900-950 Brutpaaren in allen Bundesländern, mit größeren Vorkommen am Bodensee und einigen Kärntner Seen. In Ostösterreich findet man ihn am Neusiedler See und auf größeren Schotterteichen. Die hier heimischen Exemplare sind Teilzieher, durch winterlichen Zuzug von Vögeln aus Nordosteuropa sind Haubentaucher jedoch bei uns ganzjährig zu sehen. Sie bevorzugen stehende oder langsam fließende Gewässer mit dichten Röhrichtbeständen und großem Fischreichtum.

Gefährdung und Schutzstatus

Nachdem der Bestand im 19. Jahrhundert durch Bejagung deutlich zurückging, haben sich die europäischen Bestände in den 1960ern und -70ern wieder erholt. Hauptsächlich wegen zunehmender Eutrophierung der Gewässer in dieser Zeit und dadurch - zumindest anfänglich - einem besseren Nahrungsangebot vor allen an Weißfischen. Seit den 1990er Jahren stagniert die Bestandsentwicklung oder ist teilweise auch wieder rückgängig. Da Fische seine Hauptnahrung darstellen wurde der Vogel seit jeher von Fischern als Konkurrent bejagt. Heute geht die größere Bedrohung von Badegästen und Wassersportlern aus. Untersuchungen haben gezeigt, dass an Baggerseen, die für Freizeitnutzung gesperrt sind, der Bruterfolg doppelt so groß ist als an Seen mit Freizeitnutzung. Störungen an Teichen und Seen können zu Brutausfällen führen und so an sich geeignete Gewässer völlig entwerten. Um die Bestände langfristig zu sichern ist es notwendig, an stark genutzten Gewässern geeignete Ruhezonen zu schaffen. In Österreich steht der Haubentaucher auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

Lebensweise

Haubentaucher Haubentaucher zählen zu den tagaktiven Vögeln. Sie ruhen und schlafen auf dem Wasser. Man sieht sie häufig mitten am See schwimmend - und plötzlich verschwinden sie bis zu einer Minute zu Tauchgängen von max. 20 m Tiefe. Ihre Beute sind kleine Fische von 10 bis 15 cm. Aber auch Kaulquappen, Frösche, Krebstiere, Spinnen und Wasserinsekten gehören zu ihrer Nahrung. Die Beutetiere werden mit dem Kopf voraus geschluckt. Haubentaucher führen eine monogame Saisonehe. Die Brutperiode geht von Ende April bis Ende Juni, pro Saison können bis zu 2 Bruten großgezogen werden. Die Balz der Haubentaucher ist sehr auffällig und besteht aus einer Reihe von ritualisierten Verhaltenselementen. Sie beginnt ab Dezember noch in den Überwinterungsgebieten.
Sie bauen ihr Hauptnest bevorzugt am Außenrand des Verlandungsgebietes eines Gewässers. Der Legebeginn ist meist April bis Ende Juni. Das Gelege besteht aus 3
bis 4 Eiern, die im Abstand von 2 Tagen gelegt werden und matt-weiß sind. Es wird von beiden Elternvögeln abwechselnd 27 bis 29 Tage gebrütet. Die Küken sind Nestflüchter und können sofort schwimmen. In den ersten Lebenswochen werden sie aber hauptsächlich von den Elternvögeln am Rücken im Gefieder versteckt getragen, um sie so vor Fressfeinden besser schützen zu können. Sie werden sogar beim Tauchen mit unter Wasser genommen. Während der Fütterung sitzen sie am Rücken eines Elternteiles, während der andere füttert – Hauptnahrung der Jungvögel sind Insekten, Larven und sehr kleine Fische.

Besonderes

Vor allem im 19. Jahrhundert wurden Haubentaucher intensiv bejagt – nicht nur von Fischern, sondern auch wegen ihres dichten, seidigen Gefieders an Brust und Bauch. Die Modeindustrie stellte daraus pelzähnliche Kragen, Hüte und Muffs her.
Zum auffälligsten Verhaltensrepertoire des Haubentauchers gehört zweifelsohne sein Balzverhalten und hier vor allem die „Pinguin-Pose“: Das Paar richtet sich auf dem Wasser Brust an Brust auf, die Vögel schütteln die Köpfe und schlagen mit den Füßen auf das Wasser. Dabei werden Geschenke in Form von Futter und Nestmaterial überreicht. Dem Pinguintanz geht meist die „Kopfschüttelzeremonie“ voraus, die wieder von der „Jungfernpose“ oder der „Entdeckungszeremonie“ eingeleitet wird. Die Balz beginnt bereits im Überwinterungsgebiet und geht über mehrere Monate. Sie lässt erst nach wenn die Paare mit dem Nisten beginnen – Funktion dieses Verhaltens ist die Bindung und die Aufrechterhaltung der Paarbeziehung.

So klingt der Haubentaucher





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