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Gartenkreuzspinne - Araneus diadematus

Gartenkreuzspinne Die Gartenkreuzspinne ist die Kreuzspinne schlechthin, sie ist wahrscheinlich die bekannteste Spinnenart. Ihren Namen hat sie auf Grund des charakteristischen Kreuzes auf dem vorderen Hinterleib. Typischerweise findet man sie in der Mitte ihres Netzes sitzend, welches sie nur selten verlässt, Störungen werden oft ignoriert.

Merkmale

Die Männchen erreichen eine Körperlänge von ca. 10 mm, während Weibchen wesentlich größer werden können. Der Farbton des Körpers kann von hellbraun bis fast schwarz sein.
Am Ende des Hinterleibes sitzen die Spinnwarzen. Die kleinen Fangarme vor dem Kiefer sind hohl und werden dazu verwendet, die Beutetiere mittels Gift zu lähmen oder zu töten. Für den Menschen ist der Biss nicht gefährlich, da die Haut nicht durchdrungen werden kann.

Verbreitung

Araneus diadematus ist weit verbreitet im Flachland und in den Mittelgebirgen des gemäßigten Europa, dort vor allem in der Strauchschicht, vorzugsweise in halbschattigem bis offenen Gelände.

Gefährdung und Schutzstatus

Für Araneus diadematus besteht keine Gefährdung.

Lebensweise

Gartenkreuzspinne mit Beute Ihr kreisförmiges Netz in 1,5 bis 2,5 m Höhe dient zum Beutefang, zum Schutz und als Kommunikationsinstrument. Durch die Vibrationen erfahren sie, ob es sich um Beute oder um einen Partner für die Fortpflanzung handelt. Da es sich bei dem Material des Netzes um wertvolle Proteine handelt, frisst die Spinne ihr altes Netz vor dem Bau eines neuen auf. Für den Bau pressen die Spinnen aus den mikroskopisch kleinen Ausgängen der Spinndrüsen die gelähnliche Seidenflüssigkeit heraus. An der Luft erhärtet der Spinnfaden, der filigran genug sein muss, um das Vibrieren von Beute zu melden, jedoch stark genug, um bei einem anfliegenden Insekt nicht zu reißen. Dieser Spinnfaden wird auch für die Herstellung des Kokons verwendet.
Als Beute kommen Insekten wie Fliegen und Heuschrecken in Frage, das Opfer wird normalerweise eingesponnen, also immobilisiert. Die Kreuzspinne hält sich durch die Fesselung ihr Opfer offenbar auf Distanz. Nach der Lähmung durch einen Giftbiss spritzt die Gartenkreuzspinne Säfte zur Verdauung in den Körper des Opfers. Anschließend nach der Auflösung der essbaren Bestandteile (alles außer den Chitinteilen) saugt die Spinne die Nahrung auf. Das Netz kann einen Durchmesser von bis zu 50 cm erreichen, es wird stets kontrolliert, damit es nicht durch im Netz hängende Beute leicht erkennbar ist.
Für die Überwinterung sucht die Spinne einen geschützten Platz im Boden auf. Für die im August beginnende Paarung spinnt das Männchen einen Bewerbungsfaden und zupft daran. Dies ist für das Männchen lebensgefährlich, viele werden vom Weibchen gefressen. Danach werden vom weiblichen Tier im September bis Oktober mehrere Eikokons mit je etwa 40 Eiern aus gelber Fadenwolle hergestellt. Nach der Überwinterung im Kokon entwickelt sich die junge Spinne binnen 2, selten 3 Jahren.

Besonderes

Das Netz der Gartenkreuzspinne weist rund 1300 Verbindungsstellen auf, wobei etwa 30 Speichen gemacht werden. Insgesamt sind in einem Netz ungefähr 20 m Rahmen-, Speichen- und Spiralfäden gesponnen. Dieser Spinnfaden ist 1 – 2 Mikrometer stark und fünfmal fester als ein Stahlstrang gleicher Dicke. Er kann um bis zu 30% in seiner Länge gedehnt werden, ohne zu reißen. Die Spinnlösung zählt zu den viskoelastischen Substanzen, wobei der Aggregatzustand von zähflüssig zu fest wechselt.





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