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Gerandete Jagdspinne - Dolomedes fimbriatus

Gerandete Jagdspinne

Die Gerandete Jagdspinne ist leicht zu erkennen - an ihrem seidig glänzenden Körper ist an beiden Seiten ein breiter weiß-gelblicher Streifen deutlich sichtbar, daher rührt auch ihr deutscher Name.

Merkmale

Die Geschlechter unterscheiden sich durch ihre Größe, Männchen werden bis 15 mm, Weibchen bis 22 mm groß. Ausgewachsene Weibchen gehören zu den größten einheimischen Spinnen. Die Zeichnung lässt sich bei Männchen deutlicher erkennen. Die Beine sind braun und verhältnismäßig lang.

Verbreitung

Gerandete Jagdspinnen sind in Europa weit verbreitet, was nicht heißt, dass sie häufig vorkommen.

Gefährdung und Schutzstatus

Da es durch Zunahme der Verbauung und Trockenlegung immer weniger Wasserflächen gibt, ist auch die Gerandete Jagdspinne seltener geworden. In der internationalen Roten Liste ist sie jedoch noch nicht vertreten.

Lebensweise

Gerandete Jagdspinne Dolomedes fimbriatus kommt am Ufer langsam fließender oder stehender Gewässer vor, gleichermaßen nimmt sie auch Sumpfgebiete, Auwälder und Gärten gerne an. Man kann sie dann oftmals auf Sonnenplätzen beobachten. Natürlich kommt sie auch im Nationalpark Donau-Auen mit den vielen Gewässertypen flächendeckend vor. Als Anschleich- oder Lauerjäger macht sie sich von der Wasseroberfläche oder an Land an ihre Beute heran. Mit ihren Beinen erfühlt sie Wellen im Gewässer, die auf Beute hindeuten. Dabei kann sie sehr genau unterscheiden, ob der Verursacher der Wellen der Wind oder ein Beutetier ist. Blitzschnell ergreift sie Insekten, andere Spinnen, Kaulquappen oder sogar kleine Fische mit ihren Klauen und tötet sie mittels eines Giftbisses binnen Sekunden. Vor dem Verzehr wird die Beute an Land gezogen, auf dem Wasser frisst sie nie. Sie zerkleinert das Fleisch mit ihren kräftigen Kieferklauen. Dieser Prozess kann Stunden dauern, da die Beute zunächst vorverdaut und anschließend eingesaugt wird.
Die Gerandeten Jagdspinnen halten sich gerne mit dem Partner in ihrem Lebensraum auf. Zur Paarung wartet das Männchen einen geeigneten Augenblick ab, wenn das Weibchen gerade durch eine Mahlzeit abgelenkt ist. Es wird kein „Brautgeschenk“, wie bei anderen Arten üblich, beigebracht. Ab Ende Juni werden einige 100 Eier in einen Kokon abgelegt und vom Weibchen zwecks Schutz mit den Kieferklauen getragen. Kurz vor dem Schlüpfen der Jungspinnen fertigt das Weibchen ein Glockengespinst dicht am Gewässerufer in niedriger Vegetation an und hängt den Kokon darin auf. Die Bewachung wird auch hier fortgesetzt. Die jungen Spinnen, auch Nymphen genannt, entwickeln sich innerhalb der nächsten 2 Jahre, sie halten sich häufig auch weit vom Gewässer entfernt auf.

Besonderes

Im Gegensatz zu den ähnlichen Wolfsspinnen, die manchmal ebenfalls auf dem Wasser jagen, schwimmt Dolomedes fimbriatus, da sie zu schwer ist um auf dem Wasser zu laufen. Eine Hilfe ist ihr ihre dichte Körperbehaarung, ohne die sie die Oberflächenspannung nicht nützen könnte. Auf dem Wasser rudert sie mit dem 2. und 3. Beinpaar. Vor Feinden flüchtend oder um Beute unter Wasser zu machen, kann diese Raubspinne auch gut tauchen. Dabei bildet sich eine Luftblase um ihren Körper, sie glänzt dadurch. Sobald sie wieder auftaucht, platzt diese Luftblase und die Spinne ist völlig trocken.





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