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Veränderliche Krabbenspinne - Misumena vatia

Veränderliche Krabbenspinne

Krabbenspinnen zählen zu den spannendsten Vertretern der Spinnen. Dieses hübsche Wesen kann man meist in einer schönen Umgebung finden, sie sitzt nämlich auf Blüten. Für manche Blumenbesucher stellt sie aber eine tödliche Überraschung dar.

Merkmale

Die Färbung des Weibchens kann weiß, grünlich oder gelb sein, meistens hat es zusätzlich rote Streifen an den Hinterleibsseiten. Männchen sind mit ihren 3-5 mm wesentlich kleiner als die bis zu 10 mm großen Weibchen und besitzen einen dunkelbraunen Vorderkörper mit einem gelblichen, dunkel längsgestreiften Hinterleib. Die beiden vorderen Beinpaare sind deutlich länger als die hinteren, dadurch entsteht der Eindruck von „Armen“. In Ruhestellung wird überdies das vordere Beinpaar etwas hochgestellt, so dass die Beine übereinander liegen. Auf den ersten Blick könnte man meinen, geöffnete Scheren vor sich zu haben.

Verbreitung

Mit Ausnahme Islands ist Misumena vatia in ganz Europa verbreitet. Für ihre Lebensweise benötigt sie offene, blütenreiche Lebensräume, wie Ruderalflächen oder sonnige Wegränder. Auch im Nationalpark Donau-Auen ist diese Spinne häufig anzutreffen, sofern man sie trotz Tarnung erspähen kann.

Gefährdung und Schutzstatus

Die Veränderliche Krabbenspinne ist in geeigneten Habitaten mittelhäufig und dementsprechend nicht gefährdet.

Lebensweise

Veränderliche Krabbenspinne Wie auch andere Vertreter dieser Familie ist die Krabbenspinne ein Ansitz- oder Lauerjäger, wobei die Tarnung sie natürlich auch vor Fressfeinden schützt. Sie bewegt sich mitunter seitwärts wie Krabben fort und kann auch rückwärts laufen, um anschließend einen optimalen Lauerplatz innezuhaben. Gut getarnt wartet Misumena vatia geduldig auf anfliegende Insekten, um mit den starken Vorderbeinen die ahnungslose Beute mit Überraschungseffekt zu packen. Die Hinterbeine sorgen für sicheren Halt. Blitzschnell wird auch das besonders schnell wirkende Gift mittels Biss injiziert, was zur sofortigen Lähmung führt. Die Beutetiere sind oft um ein vielfaches größer als die Spinne, es handelt sich um Schmetterlinge, Bienen, Käfer und Schwebfliegen. Nach dem Aussaugen bleibt eine beinahe intakte Hülle zurück.
Im Frühsommer paaren sich die geschlechtsreifen Tiere, danach wird ein Kokon zwischen zusammengesponnenen Blättern abgelegt. Die daraus schlüpfenden Jungtiere überwintern in der oberen Bodenschicht und sind im Jahr darauf geschlechtsreif.

Besonderes

Der Farbwechsel, der die Spinne an den Untergrund angleicht, kann nur vom erwachsenen weiblichen Tier vollzogen werden, die Umstellung dauert einige Tage. Er wird über den Gesichtssinn gesteuert, dabei wird ein gelber Farbstoff entweder in die Epidermiszellen eingelagert oder in das Körperinnere zurückgeführt (=Weißfärbung).
Wegen der Farbverschiedenheit wurde die Veränderliche Krabbenspinne unter mehr als 20 verschiedenen Namen beschrieben. Darüber hinaus kommt es nach wie vor zu Verwechslungen mit grün gefärbten Arten.





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