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Große Brennessel - Urtica dioica

Grosse Brennessel

Die oft übermannshohen Brennesselfluren beherrschen in großen Teilen des Nationalpark Donau-Auen den Unterwuchs des Auwaldes. Dieses oft undurchdringliche Dickicht sorgt gemeinsam mit den großen Gelsenschwärmen dafür, dass kaum je ein Nationalparkgast den Weg verlässt und fördert damit von Menschen praktisch nie betretene Bereiche im Nationalpark Donau-Auen.

Merkmale

Die Große Brennessel wird 30 - 150 cm hoch, erreicht aber an Optimalstandorten wie den Donau-Auen auch eine Höhe von 250 cm. Die Pflanze hat einen kriechenden Wurzelstock und einen unverzweigten 4kantigen Stängel. Die Blätter sind eiförmig zugespitzt mit grob gesägtem Blattrand. Sie sind gegenständig am Stängel angeordnet und haben lanzettliche Nebenblätter. Die Blütenstände mit unscheinbaren grünlichen Blüten sind blattachselständig und rispig angeordnet. Die Art ist zweihäusig. Männliche und weibliche Blüten sind auf verschiedenen Pflanzen zu finden. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Oktober. Der Stängel und die Blätter sind mit nach oben gerichteten langen Brennhaaren besetzt.

Verbreitung

Die Art kommt von den südlichen bis zu den nördlichen gemäßigten Breiten vor. In Österreich ist die Große Brennessel in allen Bundesländern häufig und bis in die Montanstufe verbreitet. Besiedelt werden stickstoffreiche meist feuchte Ruderalstandorte, Gärten, Ackerränder und Auwälder. Die Art hat durch die Nährstoffanreicherung bedingt durch menschliche Siedlungen und Landwirtschaft stark profitiert.

Gefährdung und Schutzstatus

Die Große Brennessel ist nicht gefährdet. Die Sumpf- Brennessel, Urtica kioviensis ist gefährdet. Sie kommt in Österreich nur in den Marchauen und sehr selten auch im Ostteil des Nationalpark Donau-Auen vor.

Lebensweise

Grosse Brennessel Die Brennessel bildet in den Auwäldern, wo die Ablagerungen nach Überschwemmungen für reichlichen Nährstoffnachschub sorgen übermannshohe Bestände. Oft sind die einzelnen Brennesselpflanzen auch noch durch Ufer-Winden (Calystegia sepium) zu einem undurchdringlichen Dickicht verwoben. Die Brennhaare bestehen aus einer verdickten Basis und einem haarfeinen hohlen Rohr auf dem oben schief ein Köpfchen sitzt. Dieses Köpfchen bricht bei der leichtesten Berührung ab und das wie eine Injektionsnadel geformte Röhrchen bohrt sich in die Haut. Der injizierte Zellsaft ist histaminhaltig und führt zu den uns allen bekannten Hautreizungen. Die an den Stängeln und Blättern schräg nach oben gerichteten Brennhaare unterscheiden sich durch ihre Größe von den kleineren normalen Haaren. Streicht man bei einer Brennessel vorsichtig von der Basis zur Spitze, so wird man aufgrund der Ausrichtung der Brennhaare nicht genesselt. Die unscheinbaren grünlichen Blüten der Großen Brennessel werden vom Wind bestäubt. Die Pflanze ist für Insekten, insbesonders etliche Schmetterlingsarten wie z. B. das Tagpfauenauge unverzichtbar. Deren Raupenstadium ist auf das Vorhandensein von Brennesseln als Futterpflanze spezialisiert.

Besonderes

Die Große Brennessel ist eine sehr vielfältig verwendbare nützliche Pflanze. Aus den jungen Trieben kann u.  a. ein Brennessel- Spinat zubereitet werden. Brennesseltee wird bei Blasen- und Nierenbeschwerden, Ekzemen und Blutarmut empfohlen. Sehr wirksam ist hier auch der frische Presssaft aus jungen Pflanzen. In Wein gekochte Brennesselwurzeln sollen ein gutes Haarwuchsmittel sein. Im biologischen Gartenbau kann der Ansatz von Brennesseln im Wasser entweder als Schädlingsbekämpfungsmittel oder bei längerer Verweildauer der Pflanzen in der Jauche als Flüssigdünger verwendet werden. Dazu sollten aber keine weiblichen Pflanzen verwendet werden da mit ihnen auch die Brennesselsamen in die Kulturen gelangen. Auch als Faserpflanze hat die mit dem Hanf verwandte Gattung in der Vergangenheit eine Rolle gespielt.





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