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Artenschutz    

Im Nationalpark Donau-Auen werden Artenvielfalt und gefährdete Arten primär durch Schutz und Entwicklung der Lebensräume und der für die Au charakteristischen dynamischen Prozesse gesichert. Großräumige Lebensraumsicherung durch Erhalt und freies Wirken der ökologischen Rahmenbedingungen ist ein wesentliches Merkmal des modernen Nationalpark-Gedankens. In speziellen Fällen wurden jedoch eigene Artenschutzprogramme entwickelt.
 

Hinweis

Die Artenschutz-Maßnahmen im Nationalpark Donau-Auen erfolgen unter Förderung durch das Programm Ländliche Entwicklung.
 

Kiesbrüter

Kiesbrüter-Gelege Die kiesbrütenden Vogelarten (wie Flussregenpfeifer und Flussuferläufer) sind wichtige Indikatorarten für die ökologische Qualität der Uferbereiche Fließgewässer. Im Bereich des Nationalpark Donau-Auen finden die spezialisierten Vögel Brutplätze und Nahrung. Es existiert mittlerweile eine fast durchgehende Datenreihe des Brutvogelbestandes für die Jahre 2006 bis 2014, das jährliche Monitoring soll im Zusammenarbeit mit viadonau und BirdLife weiter geführt werden.

Europäische Sumpfschildkröte

Europäische Sumpfschildkröte Bei Gründung des Nationalpark Donau-Auen konnten wesentliche Kenntnisse zur Biologie der Europäischen Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) im Rahmen mehrerer wissenschaftlicher Studien erarbeitet werden. Seit dem Jahr 1998 wird das Projekt „Europäische Sumpfschildkröte“ im Nationalpark umgesetzt. Es umfasst die Bereiche Nistplatzschutz, Forschung, Entwicklung und Öffentlichkeitsarbeit.
Auf der Schlossinsel, dem Freigelände des schlossORTH Nationalpark-Zentrum, sind die Europäischen Sumpfschildkröten für BesucherInnen erlebbar.

Europäischer Hundsfisch

Europäischer Hundsfisch Der Hundsfisch (Umbra krameri), ein typischer Bewohner stehender Gewässer mit Schlammböden galt in Österreich seit Jahrzehnten als ausgestorben, bis er Anfang der 1990er Jahre in den Donau-Auen wieder entdeckt wurde. Da er nur mehr in einzelnen Restgewässern vorkam und eine natürliche Ausbreitung unmöglich war, bestand akuter Handlungsbedarf. Die wichtigste Maßnahme war die Revitalisierung des Fadenbachs. Weiters wurden nachgezüchtete Hundsfische in geeignete Gewässer ausgebracht. In Kooperation mit dem Tiergarten Schönbrunn wird eine Erhaltungs- und Präsentationszucht betrieben, es besteht die Möglichkeit zur Abgabe an interessierte Aquarianer und Gartenteichbesitzer.

Seeadler

Seeadler Der Seeadler (Haliaeetues albicilla) konnte in den letzten Jahren im Nationalpark wieder als Brutvogel etabliert werden, erste erfolgreich aufgezogene Jungvögel geben Anlass zur Hoffnung. Die Förderung des Seeadlers wurde durch Beruhigung der Nistbereiche (insbesondere im kritischen Spätwinter und im Frühjahr) sowie durch Unterstützung einer adäquaten Waldentwicklung vorgenommen. Diese verlangt auch Anpassungen der waldbaulichen Maßnahmen, der Wildstandsregulierung und des Forschungsbetriebes. Zur Förderung des Seeadlers in Ostösterreich und insbesondere zur Unterstützung brutverdächtiger Paare wurde in Kooperation mit dem WWF, BirdLife Österreich, Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel und BMLFUW ein spezielles Monitoring- und Schutzprogramm eingerichtet, welches für die jeweils relevanten Brutbereiche bzw. Jagdreviere eine Beruhigung anstrebt, ohne diese Standorte öffentlich bekannt zu machen.

Wachtelkönig

Wachtelkönig Der Wachtelkönig (Crex crex) war früher ein weit verbreiteter Vogel der Donau-Auen. Ab den 1960er Jahren setzte jedoch drastischer Rückgang ein. Die wichtigste Maßnahme zur Förderung dieses scheuen Vogels ist eine spätere und zeitliche gestaffelte Mahd der Überschwemmungswiesen, um eine erfolgreiche Brut zu gewährleisten. Die potentiellen Brutflächen werden im Nationalpark-Bereich regelmäßig kontrolliert, um erforderliche Schutzmaßnahmen rechtzeitig einleiten zu können.

Deutsche Tamariske & Zwerg-Rohrkolben

Deutsche Tamariske und Kleiner Rohrkolben Beide waren vor der Regulierung typische Arten der Donau-Auen. Durch den Verlust geeigneter Lebensräume sind sie langsam verschwunden und heute nicht mehr anzutreffen. Die umfangreichen wasserbaulichen Verbesserungen der letzten Jahre haben aber potentielle neue Lebensbereiche geschaffen. Da diese Arten nicht mehr durch natürliche Ausbreitung in die Donau-Auen bei Wien gelangen können, wurde ein Wiedereinbürgerungs-Programm gestartet. Für beide Arten wurden Erhaltungszuchten angelegt, um eine kontinuierliche Ausbringung ins Freiland gewährleisten zu können.

Totholzkäfer und andere Totholzbewohner

Hirschkäfer Die Bedeutung von Totholz für die Biodiversität wird oft unterschätzt und der Wert dieses Lebensraumelementes ist für manche Menschen nur schwer zugänglich. Doch nutzen zahlreiche Lebewesen Totholz, darunter diverse Käfer.
Zur speziellen Förderung aller Totholz-Bewohner wurde im Nationalpark ein Programm zur Anreicherung natürlicher Totholzstrukturen in den Wald- und Gewässerbereichen entwickelt. Damit kann auf lange Sicht ein wesentlicher Teil dieser verlorenen Lebenswelt zurückgeholt werden. Für den Großen Eichenbock (Cerambyx cerdo) wird ein Kataster betrieben.

Weitere Arten, die durch spezielle Nationalpark- Förderprogramme unterstützt werden

Schleiereule

  • Schwarzpappel
  • Wilde Weinrebe
  • Wildbirne
  • Sibirische Schwertlilie
  • Krebsschere
  • Urzeitkrebse (mehrere Arten)
  • Huchen
  • Wildkarpfen
  • Schlammpeitzger
  • Sterlet
  • Würfelnatter
  • Donaukammmolch
  • Flussseeschwalbe
  • Dohle
  • Europäisches Ziesel
  • Fledermäuse (mehrere Arten)

Weitere Arten, für die spezielle Monitoring- bzw. Forschungsprogramme laufen

Biber

  • Wespenbussard
  • Schwarzmilan
  • Eisvogel
  • Sakerfalke
  • Kaiseradler
  • Schleiereule
  • Biber
  • Fischotter
  • Rheophile Flussfische (mehrere Arten)
  • Orchideen (mehrere Arten)
  • Schwemmholz-Bewohner