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20 Jahre Nationalpark Donau-Auen: Schutzgebiet wird erstmals erweitert
Rupprechter/Häupl/Pröll: Die Erfolgsgeschichte des Naturerbes geht weiter

Gruppenfoto (v.l.: Carl und Maximilian Abensperg-Traun, Manzano, Pröll, Rupprechter, Häupl) Seit mittlerweile 20 Jahren schützt der Nationalpark Donau-Auen die letzte große zusammenhängende Aulandschaft Mitteleuropas. Er zählt gemeinsam mit den weiteren Nationalparks zu Österreichs wertvollsten Naturschätzen. Am 20. Oktober wurde die Zukunftsstrategie und Weiterentwicklung des Nationalparks präsentiert. Das Schutzgebiet wächst um 277 Hektar.


Andrä Rupprechter, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, stellte am 20. Oktober die Weiterentwicklung des Nationalpark Donau-Auen vor: Im Jubiläumsjahr werden neue Flächen eingebracht. Durch einen Vertragsabschluss mit dem privaten Grundbesitzer Abensperg-Traun werden 260 Hektar der Petroneller Au in den Nationalpark einbezogen, voll entschädigt und der Verwaltung des Nationalparks unterstellt. Für weitere 140 Hektar wurde ein Kooperationsvertrag für eine forstliche Außernutzungsstellung vereinbart.
Unter allen potentiellen Erweiterungsgebieten wird nun mit der Petroneller Au jenes, das für die Nationalparkverwaltung höchste Priorität hatte, eingegliedert. Hier bestehen die besten Voraussetzungen für eine standorttypische Auwaldentwicklung. Aufgrund der Verträge wird es auf der gesamten Fläche zu einer natürlichen Bewaldung kommen.
„Vor rund 30 Jahren war ich selbst als Student in der Hainburger Au und habe um die Erhaltung dieser wertvollen Natur gekämpft. Der Nationalpark Donau-Auen erfährt mit diesem Schritt eine wichtige Aufwertung und Ausweitung, die ihm schon lange zusteht. Ich freue mich wirklich von ganzem Herzen“, betont Rupprechter.

Gleichzeitig bringt die Stadt Wien 17 Hektar neue Nationalparkfläche in Fischamend ein, hält Bürgermeister Michael Häupl fest. Das Gebiet liegt direkt im Anschluss an das Revier Mannswörth, welches von der MA 49 verwaltet wird. Diese Flächen in Niederösterreich stellen zusammen mit der Lobau Wiens Beitrag zum Nationalpark Donau-Auen dar. Hier besteht eine weltweite Besonderheit - denn nur wenige Bundeshauptstädte verfügen über einen Nationalpark. Insbesondere die Lobau erfüllt vielfältige Funktionen als beliebtes Naherholungsgebiet der Wiener Bevölkerung und ist zugleich Refugium für zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten.
Häupl: „Die Bevölkerung in Wien wächst – somit wird auch die Bedeutung des Nationalparks immer wichtiger. Mit dem weitläufigen Wegenetz, dem Exkursionsangebot und dem nationalparkhaus wien-lobAU, das seit 2007 betrieben wird, stellt das Forstamt der Stadt Wien viele Angebote für Erholungssuchende und Naturbegeisterte zur Verfügung. Zugleich wird weiter daran gearbeitet, den Grüngürtel rund um Wien zu schließen und in Ergänzung zu den Schutzgebieten weitere Erholungsflächen zu schaffen – ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der hohen Lebensqualität in Wien.“

Petroneller Au Landeshauptmann Erwin Pröll, so wie Bürgermeister Häupl vor 20 Jahren einer der „Gründerväter“ des Nationalparks, ist stolz auf das Erreichte. Anlässlich von 20 Jahren Nationalpark Donau-Auen gelte es, Dank auszusprechen - den Initiatoren und Unterstützern der Nationalpark-Idee ebenso wie den heutigen Partnern, Behörden, Institutionen, Gemeinden, Beiräten, der Wissenschaft und allen, die an diesem Schutzgebiet mitarbeiten und es laufend weiter entwickeln.
„Der Nationalpark Donau-Auen liegt zwischen den zwei europäischen Hauptstädten Wien und Bratislava und mitten in einer Region mit hoher wirtschaftlicher Dynamik, die auch in Zukunft weiter wachsen wird. Umso wichtiger ist es, den Nationalpark als Rückzugsraum und Naturparadies zu erhalten und zu stärken. Die vergangenen 20 Jahre haben gezeigt, dass dies erfolgreich gelungen ist. Und mit der Erweiterung des Schutzgebiets wird dem auch künftig Rechnung getragen“, so Pröll.
 

20 Jahre Nationalpark Donau-Auen: Jetzt erst recht!

Am 27. Oktober 1996 wurde am Schlossberg Hainburg zwischen der Republik Österreich und den Bundesländern Wien und Niederösterreich ein Staatsvertrag zur Errichtung und Erhaltung eines Nationalpark Donau-Auen unterzeichnet. Mit einer anfänglichen Größe von 9.300 Hektar sollte der Nationalpark laut Vertrag letztendlich alle Augebiete entlang der Donau zwischen Wien und der Staatsgrenze umfassen.
Seither ist es gelungen, gute Grundlagen für die langfristigen Perspektiven des Schutzgebiets zu schaffen. Durch Gewässeranbindungen, Uferrückbauten, Außernutzungsstellung des Waldes, Gebietsberuhigung und Artenschutzprogramme wurden Lebensräume, Flora und Fauna bewahrt und gefördert. Für die Gäste wurden attraktive Besuchereinrichtungen geschaffen. Im Bewusstsein der ÖsterreicherInnen ist der Nationalpark Donau-Auen heute gut verankert. Bei der Gründung des Netzwerks der Donauschutzgebiete DANUBEPARKS hat der Nationalpark Donau-Auen eine führende Rolle übernommen.

Auch für die Zukunft bleibt viel zu tun: Eine große Herausforderung ist die laufende Eintiefung der Donau und deren Auswirkung auf die flussbegleitenden Auen. Europaweit gesehen ist der Nationalpark Donau-Auen das Zentrum eines ökologischen Verbundes zwischen Alpen und Karpaten.
„Mit der Erweiterung im heurigen Jubiläumsjahr, die durch die Unterstützung von Bund und Ländern möglich wurde, ist ein bedeutender Schritt für die Weiterentwicklung des Nationalpark Donau-Auen gelungen“, freut sich Nationalparkdirektor Carl Manzano.