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Achtung, die Flussregenpfeifer brüten!
BirdLife Österreich und Nationalpark Donau-Auen ersuchen um Rücksicht bei Freizeitaktivitäten an der Donau

Flussregenpfeifer Es ist Brutsaison entlang der Donau. Der zierliche Flussregenpfeifer legt in Bodenmulden der Kiesbänke sein getarntes Nest. In den kommenden Tagen schlüpfen die Jungvögel. Ungewiss ist, wie viele Küken erfolgreich ausfliegen werden. Sowohl die aufgrund der Verbauung der Donau stark schwankenden Pegelstände als auch menschliche Störungen durch den Beginn der Badesaison bestimmen den Bruterfolg der bedrohten Art maßgeblich.

„Je häufiger die Flussregenpfeifer tagsüber beim Brüten gestört werden, umso weniger können sie die Eier bei starker Sonneneinstrahlung beschatten. Diese Kühlung ist aber notwendig, da der Schotter oder Sand durchaus Temperaturen jenseits der 40 Grad erreichen kann“, erklärt Matthias Schmidt von Birdlife Österreich. Seit zwei Jahren untersucht er im Auftrag des Nationalpark Donau-Auen, unter Förderung von Europäischer Union und Land Niederösterreich durch das Programm Ländliche Entwicklung, den Einfluss von Störungen durch BesucherInnen auf die Vögel im Schutzgebiet. Dafür misst der Ornithologe in den Gelegen an verschieden stark frequentierten Standorten die Temperatur.
 

Gelege im Schotter Bestandsentwicklung
Die Bestände des Flussregenpfeifers im Nationalpark Donau-Auen unterliegen wasserstandsbedingt - entsprechend des Pegelstands der Donau - Schwankungen zwischen zehn und 42 Brutpaaren. Im Durchschnitt sind das über die letzten Jahre rund 25 Brutpaare. „Das erwarten wir auch für heuer, wobei die Brutsaison etwas später begonnen hat, da es Anfang Mai eine Hochwasserwelle gab, die einen Großteil der ersten Gelege zerstört hat“, so Schmidt: „Demnächst wissen wir mehr: da schlüpfen die Jungen.“


Menschliche Einflüsse im Positiven und Negativen
Stellvertretend für viele andere Arten erinnert der Flussregenpfeifer an den starken Einfluss vom menschlichen Wirken auf Wildtiere. Der kleine Vogel wurde zunächst durch den Lebensraumverlust wegen Gewässerregulierungen sehr selten. Aufgrund der Ähnlichkeit der Lebensräume war es ihm aber möglich, später künstlich geschaffene Ersatzlebensräume wie Kiesgruben zu nutzen. Durch das Einrichten von Schutzgebieten und Umsetzen von Fluss-Renaturierungsprojekten wie Uferrückbauten oder Altarm-Anbindungen der Donau gewinnt er wieder ein Stück seines natürlichen Lebensraums zurück. „Nicht zuletzt aufgrund der Revitalisierungsprojekte weist der Nationalpark national als auch donauweit bedeutende Brutbestände auf “, sagt Schmidt. „Allerdings sind die als Brutlebensraum geeigneten Flächen nicht nur für den Flussregenpfeifer attraktiv, sondern werden auch gerne durch Badegäste genutzt. Dadurch kommt es immer wieder zu Brutverlusten.“

Badegäste am Ufer Daher appelliert Erika Dorn vom Nationalpark Donau-Auen an alle, die im Sommer am Fluss Abkühlung suchen: „Mittels Zonierung der Uferabschnitte entlang der Donau im Nationalpark schaffen wir attraktive Bade- und Lagerplätze für unsere Gäste ebenso wie nicht zu betretende Rückzugsbereiche, die dem Flussregenpfeifer eine erfolgreiche Brut ermöglichen sollen. Im Sinne des Naturschutzes ist die Einhaltung dieser Regelung dringend erforderlich! Wir bieten dazu alle Informationen und Kartenmaterial gerne sowohl online als auch mittels persönlicher Beratung.“
 

Hinweise:

Das Faltblatt „Baden, Bootfahren und Zelten im Nationalpark Donau-Auen“ stellt die Zonen am Donauufer, alle zum Bootfahren freigegebenen Bereiche sowie die Badeplätze im Nationalpark übersichtlich dar. Weiters enthält es Tipps und Sicherheitshinweise für die Erholungssuchenden. Es ist in Deutsch, Englisch und Slowakisch erhältlich und kann kostenfrei angefordert werden: schlossORTH Nationalpark-Zentrum, Tel. 02212/3555, schlossorth@donauauen.at

Alle Verhaltensregeln für Nationalparkgäste und Unterlagen zum Download sind auch
hier auf der Homepage verfügbar.