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Aktuell

Arbeitseinsatz für den Wiedehopf – die Donau-Auen Junior Ranger
packten am Spitzerberg an!

Arbeit am Spitzerberg Das Natura 2000 Gebiet in Nachbarschaft des Nationalparks war diesmal Ziel der Aktivitäten unserer Junior Ranger – sie halfen Mitte April unter fachlicher Begleitung von ExpertInnen mit, am Spitzerberg einen seltenen heimischen Vogel zu fördern.


„Der Wiedehopf, der Wiedehopf, der bringt der Braut den Hochzeitstopf“ ist vielen noch ein Begriff - aus dem sehr bekannten Volkslied ‚Die Vogelhochzeit‘. Vielen klingt sogleich auch die Melodie in den Ohren, aber Wenige vermögen zu beschreiben, um welchen Vogel es sich genau in dieser Strophe handelt.

Im Nationalpark Donau-Auen ist der Wiedehopf (Upopa epops) ein gern gesehener, jedoch eher seltener Gast. War dieser Vogel bis in die 1950er Jahre in Mitteleuropa noch ein häufiger Brutvogel, kam ihm seither sein Lebensraum durch die Intensivierung der Forst- und Landwirtschaft abhanden. Als Höhlenbrüter ist er auf Nistmöglichkeiten in alten Bäumen angewiesen, welche in Wirtschaftswäldern nicht mehr zu finden sind. Der Nationalpark Donau-Auen bietet wegen seiner hohen Altholzbestände viele potentielle Nisthöhlen, aber das allein genügt dem Wiedehopf nicht. Besonders wichtig ist ihm ein üppiges Angebot an Bodeninsekten.

Neue Nistkästen für den Wiedehopf

Bereits im Sommer 2016 hatten die Donau-Auen Junior Ranger ihr Augenmerk auf den Wiedehopf gelegt und mit viel Sorgfalt zahlreiche Nistkästen gezimmert. Die Installation wurde vertagt, da diese Art im Spätsommer ihr Brutgebiet verlässt und erst im Frühling zurückkehrt. Mitte April war es nun soweit und so rückten die Junior Ranger gemeinsam mit Rangerin Barbara Hildebrandt aus, die Nisthilfen im Natura 2000 Gebiet Spitzerberg in der Gemeinde Prellenkirchen aufzuhängen.

Nistkasten Montage Hier gibt es bereits seit vielen Jahren ein Artenförderungsprojekt für das lokale Wiedehopf-Vorkommen unter der Leitung des Experten Vladimir Vavacek. Vor Ort wurden die besten Stellen auf den Bäumen ausgewählt und die Kästen im Teamwork mit Schrauben und Platten befestigt sowie mit Tarnfarbe versehen. Nun bleibt zu hoffen, dass sie von den eintreffenden Wiedehopfen gut angenommen werden!
 

Im Einsatz für die Natur: Die Donau-Auen Junior Ranger

Das Junior Ranger-Programm hat sich seit seinem Start 2010 zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Im Mittelpunkt steht, Kinder der Region für Wert und Aufgaben des Nationalpark Donau-Auen zu sensibilisieren. Der langjährige Partner Ströck unterstützt das Projekt durch Sponsoring, Betreuung sowie Versorgung mit köstlichem Bio-Brot und Gebäck. Nach einem ersten Einführungs-Camp in den Sommerferien treffen sich die Junior Ranger regelmäßig zu Ausflügen und Arbeits-Einsätzen sowie Folge-Camps. Für die ältesten Mitglieder wurde mittlerweile das neue Angebot der Danube Rookies geschaffen, um sie auch als Jugendliche weiter zu betreuen.
Webtipp: http://juniorranger.donauauen.at

Wiedehopf Steckbrief Wiedehopf


Der prächtige Wiedehopf ist wohl einer der auffälligsten Vertreter unserer heimischen Vogelfauna. Er fliegt oft in geringer Höhe und mit kurzen, weichen Flügelschlägen, fast etwas ungeschickt. Sein Flug erinnert daher eher an das Flattern eines Insekts als an einen Vogel. Dennoch ist er ein geschickter Langstreckenzieher: Er überwindet jedes Jahr im Spätsommer mehrere tausende Kilometer zu seinem Winterquartier südlich der Sahara, bis er im April wieder zu uns nach Europa zurückkehrt.

Mit seinem markanten gebogenen Schnabel kann er Beuteinsekten wie Grillen und Käferlarven im Untergrund bestens aufspüren und aus der Erde ziehen. Dafür braucht er offenen Boden ohne Vegetation, den er unter anderem in Weingärten findet. Die Winzerflächen auf der Südseite der Donau bieten in der Nationalparkregion einen optimalen Lebensraum.
Wenn man das Glück hat, einem Wiedehopf beim Balzen zuzusehen, tritt neben dem orange-braunen Gefieder mit schwarz-weiß gestreiften Flügeln und Schwanz und den aufstellbaren Kopffedern ein weiteres auffälliges Merkmal in den Vordergrund: sein „hup hup hup“ Ruf.
Der Wiedehopf zählt zur Ordnung der Hopfe und diese Art ist in unseren Breiten der einzige Vertreter. Er steht in Österreich, Deutschland und der Schweiz auf der Roten Liste.