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Mittwoch, 12. Juni 2019, Orth/Donau

Artenschutz für Österreichs Wappenvogel:
Drei junge Seeadler wurden im Nationalpark Donau-Auen heuer mit GPS-Sendern ausgestattet

Ausgewachsener Seeadler Erneut wurden von WWF Österreich und Nationalpark Donau-Auen in den vergangenen Wochen mehrere Jungtiere des Seeadlers durch Fachleute besendert. Im laufenden Forschungsprojekt kann so mehrmals täglich die Position der Adler ermittelt werden – ein wichtiger Beitrag zum Schutz der stolzen Greife.

Unverkennbar kreist der Seeadler über der Aulandschaft – markant sind das braune Gefieder, der weiße Stoß und der gelbe Schnabel des mächtigen Greifs mit Spannweiten bis zu 2,5 Metern. In gemeinschaftlicher Bemühung von Fachleuten unter Projektleitung des WWF Österreich wird sein Verhalten laufend mittels Besenderung von Jungtieren und Telemetrie erforscht. Eine wesentliche Rolle kommt dabei dem Nationalpark Donau-Auen zu: „Hier brüten jährlich bis zu sechs Seeadlerpaare. Das ist ein Beleg für die hohe ökologische Qualität dieses Gebiets und für uns weiterhin ein großer Auftrag, intensive Schutzbemühungen umzusetzen“, erklärt Nationalparkdirektorin Edith Klauser.
 

Jungtier bei der Besenderung Im Forschungsprojekt werden seit 2015 kleine Satellitensender angewendet, die jedes Jahr mehreren Seeadlerjungtieren behutsam am Rücken befestigt werden. So wird später laufend die Position via GPS ermittelt, gespeichert und an das Projektteam übermittelt. Die Sender liefern ca. drei Jahre lang Daten. Deshalb wird ein System verwendet, das sich nach einigen Jahren löst. Die Sender fallen ab und die Adler müssen sie nicht länger mittragen.


In den vergangenen Wochen wurden im Nationalpark Donau-Auen von den Experten drei Jungtiere aus zwei Horsten der heurigen Brut besendert. Diese werden nach ihrem  Ausfliegen in Bälde erneut wertvolle Erkenntnisse liefern. Insgesamt sind heuer zumindest sechs kleine Adler erfolgreich in den Donau-Auen östlich von Wien geschlüpft, weiß Experte Stefan Schneeweihs aus der Abteilung Natur & Wissenschaft des Nationalparks.

Experte am Horst Der Seeadler ist Österreichs Wappenvogel und war ab den 1950er Jahren aus unseren Breiten verschwunden, bis er 2001 in den March-Thaya-Auen und 2005 in den Donau-Auen erstmals wieder erfolgreich Junge aufzog. Seither ist er in einige der angestammten Lebensräume zurückgekehrt. Der Nationalpark Donau-Auen zählt zu den wichtigsten Gebieten. Er bietet beruhigte Bereiche mit mächtigen alten Bäumen für die ungestörte Brut, weiters geeignete Gewässer mit Fischen und Wasservögeln für den Nahrungserwerb. Trotz jährlicher erfolgreicher Bruten gilt die Art in Österreich aufgrund von Lebensraumverlust sowie illegaler Verfolgung durch Abschuss und Vergiftung als stark gefährdet.


Projektpartner des WWF Österreich bei den Maßnahmen auf den Nationalparkflächen sind Nationalpark Donau-Auen GmbH, Österreichische Bundesforste, Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien und BirdLife Österreich.