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Samstag, 23. Mai 2020, Orth/Donau

Botanische Schätze in Blüte

Sibirische Schwertlilie Zwei besondere Pflanzen, die an Flusslandschaften gebunden sind, erblühen zurzeit im Nationalpark Donau-Auen: Die Sibirische Schwertlilie und die Gelbe Teichrose.


Der Nationalpark Donau-Auen verfügt über ein eng verzahntes Lebensraummosaik - von Gewässern über feuchte Standorte und Wälder bis zu trockenen, offenen Bereichen. Eine Fülle an Tier- und Pflanzenarten findet dadurch jeweils passende Lebensbedingungen vor. Aktuell erblühen zwei besonders interessante Arten des Pflanzenreichs in kräftigem Lila und sonnigem Gelb.

Die Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica) besiedelt feuchte Flutmulden, Gräben sowie extensiv genutzte Nasswiesen, die erst im Spätsommer gemäht und nicht gedüngt werden. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft ist der Großteil der „Iris-Wiesen“ des Marchfeldes zerstört worden, dies brachte die Art an den Rand des Aussterbens. Im Nationalpark Donau-Auen ist sie noch vereinzelt in den Auwiesen des nordöstlichen Donauufers anzutreffen, weitere Restbestände gibt es an der March. Die gesellig wachsende Pflanze bildet Horste, wobei die grasartigen Laubblätter von den violetten Blüten deutlich überragt werden. Diese sind im Mai und Juni zu bewundern.

Gelbe Teichrose Die Gelbe Teichrose (Nuphar lutea) gedeiht in vegetationsreichen Altarmen, verträgt aber auch leicht durchströmte Gewässer. Im Nationalpark Donau-Auen entdeckt man sie in der Lobau und den Gewässern des nördlichen Donauufers häufig. Die Blätter entspringen an einem Kriechspross am Gewässergrund. Neben Unterwasserblättern, die an Salat erinnern, werden auch ledrige Schwimmblätter gebildet. Die sattgelben Blüten zeigen sich in den warmen Monaten bis September. Auf Grund ihres zerstreuten Vorkommens gilt die Gelbe Teichrose in Österreich als gefährdet und zählt zu den geschützten Arten. Ihre Stängel- und Schwimmblattbestände dienen als Unterschlupf für viele Fischarten.


Bei einem Spaziergang im Nationalpark Donau-Auen lohnt es sich, an den passenden Standorten innezuhalten und nach diesen farbenprächtigen, schützenswerten Pflanzen Ausschau zu halten.