Sprache DE
DE EN SK

Aktuell

Donnerstag, 12. September 2019, Orth/Donau

Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Verhaltensforscherin Jane Goodall besuchten
den Nationalpark Donau-Auen

V.l.: 2. Praes. NOE Landtag Gerhard Karner, Nationalparkdirektorin Edith Klauser, Jane Goodall, BM Maria Patek, BP Alexander Van der Bellen, Credit: Kracher Kreativ Bei einer Wanderung und abendlichen Tschaikenfahrt anlässlich ihres Aufenthaltes in Österreich lernte Forscherlegende Jane Goodall die „Grüne Wildnis vor den Toren Wiens“ kennen. Goodall setzt sich seit vielen Jahren für Naturschutz, Umweltbildung sowie Erforschung wildlebender Tiere ein. Sie besuchte gemeinsam mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen am 11. September den Nationalpark Donau-Auen.


Seit der Nationalparkgründung im Jahr 1996 nimmt dieses Gebiet aufgrund diverser Renaturierungsprojekte wieder eine Entwicklung hin zu Naturwald und einer verbesserten natürlichen Flussdynamik. Davon profitiert eine Fülle an charakteristischen Tier- und Pflanzenarten. Für besonders gefährdete Spezies wie Europäische Sumpfschildkröte, Seeadler, Flussregenpfeifer oder Wilde Weinrebe werden gezielte Artenschutzmaßnahmen gesetzt.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hielt im Rahmen des Besuchs fest: „Die Aubesetzung 1984 hat die Zerstörung dieses ökologischen Juwels verhindert und heute gehört der Nationalpark Donau-Auen zum österreichischen Naturerbe, auf dessen Bewahrung wir stolz sein können.“

V.l.: Karner, Klauser, Van der Bellen, Goodall, Patek, Credit: Lechner Jane Goodall zeigte sich vom Charakter der Landschaft beeindruckt: „Es ist faszinierend, welch urwüchsiger Auwald hier in nächster Großstadtnähe besucht werden kann und den Menschen die Gelegenheit gibt, die Bedeutung der Artenvielfalt und ihre Schönheit aus nächster Nähe zu erleben.“
 

Nachhaltigkeitsministerin Maria Patek, Gerhard Karner, 2. Präsident des NÖ Landtages in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Nationalparkdirektorin Edith Klauser begleiteten den Bundespräsidenten und die Delegation vom Jane Goodall Institut - Austria bei einer Wanderung durch den Auwald, der von mächtigen Pappeln und Kletterpflanzen wie der echten Wilden Weinrebe geprägt wird.

„Der Nationalpark Donau-Auen gehört mit über 7.000 Tier- und Pflanzenarten zu Österreichs Natur-Schätzen. Hier wird Umweltschutz und Artenvielfalt gelebt und gelehrt. Der Nationalpark hat nicht nur eine besondere Vergangenheit, sondern ist auch ein wichtiger Leuchtturm für die nächsten Generationen“, betonte Bundesministerin Maria Patek und bedankte sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren täglichen Einsatz.

Bei einer anschließenden Befahrung der Donau mit der Tschaike in der Dämmerung stand die herbstliche Hirschbrunft im Mittelpunkt: „Dieses jährliche Naturschauspiel zählt zu den Besonderheiten der Flussauenlandschaft, die von unseren Gästen bei Exkursionen eindrucksvoll erlebt werden können“, erläuterte Nationalparkdirektorin Edith Klauser.

BP Van der Bellen und Nationalparkdirektorin Klauser mit den Danube Rookies (Junior Ranger Programm des Nationalpark Donau-Auen), Credit: Kracher Kreativ Hintergrundinformationen

Das Jane Goodall Institut
Das Jane Goodall Institut - Austria (JGI-A) setzt sich seit der Gründung 2003 für den Artenschutz der Schimpansen ein. Im Kontext sozialer und wirtschaftlicher Aspekte werden nachhaltige, ganzheitliche Programme und Artenschutzprojekte in Uganda, Tansania, dem Kongo und Südafrika umgesetzt. Ziel ist es auf Basis des respektvollen Umgangs mit Menschen, Tieren und der Natur den Rückgang der vom Aussterben bedrohten Primaten zu stoppen und ihren Lebensraum zu schützen.
Jane Goodall, die mit ihrer Verhaltensforschung in Tansania einst unser Verständnis der Mensch-Tier-Beziehung revolutionierte, sprach im Rahmen ihres Österreichbesuchs bei einer Podiumsdiskussion mit 280 Jugendlichen über die Zukunft unseres Planeten und betonte bei einem Vortrag vor 500 Menschen die Chancen, die jede/r Einzelne mit seinem täglichen Handeln wahrnehmen kann.


Der Nationalpark Donau-Auen
Eine in Mitteleuropa einzigartige Flusslandschaft an der Donau wird seit 1996 durch den Nationalpark Donau-Auen bewahrt. Das Schutzgebiet erstreckt sich über die Bundesländer Wien und Niederösterreich. Es ist bei einer derzeitigen Größe von rd. 9.600 ha wichtiger Lebensraum für viele seltene Tierarten, darunter Seeadler, Eisvogel, Europäische Sumpfschildkröte sowie die Flussfische Nase und Barbe. Zu den botanischen Schätzen zählen Schwarzpappel, Wilde Weinrebe, Krebsschere und diverse Orchideenspezies.
Die Donau ist auf ca. 36 km Fließstrecke die Lebensader und Gestalterin des Nationalparks. Renaturierungsmaßnahmen wie die Anbindung von Seitengewässern an den Fluss sowie Rückbau von Verbauungen zur Schaffung natürlicher Uferstrukturen erhalten und fördern nachhaltig die ökologische Qualität der Aulandschaft.
Beliebt bei Nationalparkgästen sind das schlossORTH Nationalpark-Zentrum in Orth/Donau, weiters geführte Wanderungen und Bootstouren. Zu den herbstlichen Highlights gehört alljährlich die Hirschbrunft: Das eindrucksvolle Röhren der Rothirsche ist dann in der Dämmerung weithin über Fluss, Wiesen und Auwald zu hören.