Sprache DE
DE EN SK

Aktuell

Montag, 30. Dezember 2019, Orth/Donau

DANUBEparksCONNECTED Projekt erfolgreich abgeschlossen
Niederösterreichs Europa-Landesrat Martin Eichtinger sagt: Drei Millionen Euro wurden für internationale Naturschutzmaßnahmen an der Donau investiert

Niederösterreichs Europa-Landesrat Martin Eichtinger und Nationalparkdirektorin Edith Klauser Seit 2017 arbeiten der Verein DANUBEPARKS und die Schutzgebiete aus neun Donauländern an der Stärkung der Donau als ökologischer Lebensraumverbund. Der Nationalpark Donau-Auen und die Welterbegemeinden Wachau als Partner in Österreich ziehen erfolgreich Bilanz.


Mit Ende November ist das Projekt DANUBEparksCONNECTED unter Förderung durch das EU-Programm Interreg Danube Transnational Programme beendet worden.
Niederösterreichs Europa-Landesrat Martin Eichtinger sagt: „Zahlreiche Maßnahmen für Lebensraumverbesserung und Artenschutz wurden seit dem Projektstart Anfang 2017 entlang der Donau gemeinsam mit Partnern aus Schutzgebiets- und Forsterwaltungen, Energiesektor und Schifffahrt erfolgreich gesetzt. Das Budget belief sich auf drei Millionen Euro bei 85% Refinanzierung seitens der Europäischen Union.“

Eine besondere Leistung von DANUBEPARKS ist es, Menschen über die Grenzen hinweg für den Wert der intakten Natur zu begeistern. Hervorzuheben ist die internationale Koordinierung des ‚Danube Volunteers Day‘, die im Rahmen des Projektes initiert wurde: „An diesem donauweiten Aktionstag haben 1.300 Freiwillige an Schutzmaßnahmen teilgenommen, in über 1.300 Arbeitsstunden Habitate gepflegt sowie die Flussufer von Schwemmmüll gereinigt. Es ist bemerkenswert, wie viele interessierte Bürgerinnen und Bürger direkt im Projekt DANUBEparksCONNECTED mitgearbeitet haben“, so Eichtinger.

Edith Klauser, Direktorin des Nationalpark Donau-Auen, unterstreicht die Bedeutung donauweiter Kooperation und den Mehrwert für die Region: „Mit der erfolgreichen Umsetzung von DANUBEparksCONNECTED hat der Nationalpark Donau-Auen seine Vorreiterrolle für Initiativen auf europäischer Ebene bestätigt. EU-geförderte Projekte bringen aber auch großen Mehrwert für unsere Naturschutzarbeit vor Ort.“
Im Arbeitspaket für den Schutz von Trockenrasen wurde etwa im Rahmen des Projektes eine grenzübergreifende Schafbeweidung am Marchfeldschutzsdamm aufgebaut, um so die Vierbeiner als „ökologische Rasenmäher“ zu testen.

Schutz der „letzten Wilden“: Naturnahe Donauinseln standen im Fokus Zwei Schwerpunkte von DANUBEparksCONNECTED stehen beispielgebend für die internationale Zusammenarbeit entlang der Donau:


WILDisland – Initiative zum Schutz der letzen Wildnisinseln
Im Rahmen von DANUBEparksCONNECTED wurde erstmals ein Inventar aller Inseln an der Donau erstellt. Mit eindrucksvollem Ergebnis: von der Quelle in Deutschland bis zum rumänisch-ukrainischen Donaudelta gibt es über 900 Inseln (Gesamtfläche 137.000 Hektar). Überraschend und erfreulich zugleich: 147 Inseln sind noch völlig naturnah. WILDisland wurde gestartet, um diese Naturjuwele für immer zu schützen. Mit Forst- und Wasserstraßenverwaltungen wurden Vereinbarungen ausgearbeitet, in Bayern sogar auf Ministerebene unterzeichnet. Erfolgreiche Revitalisierungen konnten umgesetzt werden, in Österreich wurde der Seitenarm bei der Insel Wolfsthal reaktiviert. „Aufgrund dieser Erfolge wurde WILDisland auf europäischer Ebene als Vorzeigeprojekt für ökologischen Verbund ausgewiesen“, verweist Hannes Seehofer, Naturschutzexperte der Welterbegemeinden Wachau, auf die europaweite Dimension von DANUBEparksCONNECTED und die Vorbildwirkung der Flussrevitalisierungen in der Wachau.

DANUBE FREE SKY – Lebensrettung durch Kooperation
Die Donau ist eine wichtige Zugroute für Vögel. Enten und Gänse, Seeschwalben, seltene Greifvögel und Störche nutzen den Fluss zur Orientierung. Über 12.000 Kilometer Stromleitungen finden sich in begleitenden Aulandschaften, 200 Hochspannungsleitungen queren die Donau als oft unsichtbare Hindernisse. Jedes Jahr kollidieren zehntausende Vögel tödlich mit diesen Leitungen. Im Rahmen von DANUBE FREE SKY wurden Schutzfähnchen angebracht. Die markierten Stromleitungen werden besser sichtbar, Vögel können ausweichen, das Risiko tödlicher Kollisionen wird um 90% gesenkt. An der österreichischen Donau wurden nun gemeinsam mit Stromnetzbetreibern fast alle donauquerenden Leitungen markiert. DANUBEparksCONNECTED rettet so dauerhaft jedes Jahr tausenden Vögeln das Leben.

DANUBE FREE SKY: Gemeinsam mit Netzbetreibern wurden effiziente Maßnahmen für den Vogelschutz an Stromleitungen umgesetzt Die Donau ist eine Lebensader Europas. Sie ist Heimat für seltene Tier und Pflanzenarten und für über 80 Millionen Menschen. Die Schutzgebiete an der Donau bewahren die Kerngebiete und Naturjuwele. Im Rahmen von DANUBEPARKS, dem Netzwerk der Donauschutzgebiete, arbeiten sie zusammen. „Die erfolgreichen Initiativen im Rahmen von DANUBEparksCONNECTED haben europaweit Anerkennung gefunden“, zieht Projektleiter Georg Frank vom Nationalpark Donau-Auen stolz Bilanz. „Aber es gibt noch viel zu tun, um den ökologischen Lebensraumverbund zwischen den Schutzgebieten und entlang der gesamten Donau zu sichern“. Derzeit arbeitet der Nationalpark Donau-Auen gemeinsam mit den Partnern aller Donauländer an transnationalen Nachfolgeprojekten.


Weitere Informationen: www.danubeparks.org

Kommende Erlebnisse