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Montag, 21. Dezember 2020, Fischamend

Das Motto für kommendes Frühjahr an der Fischa:
Immer der Nase nach!

Fertiggestellte Aufstiegshilfe in der Fischa NÖ LH StV Pernkopf betont: Die neu errichtete Aufstiegshilfe an der Fischa bringt wesentliche ökologische Verbesserungen für bedrohte Fischarten wie die Nase. Die Maßnahme wurde im Rahmen des grenzübergreifenden Projektes ‚Alpen Karpaten Fluss Korridor‘ umgesetzt.
 

Die Fischa beherbergt in ihrem Mittel- und Oberlauf einzigartige Lebensräume, welche von europäischer Bedeutung und durch das Natura 2000 Gebiet ‚Feuchte Ebene‘ geschützt sind. Im Unterlauf befinden sich jedoch Einbauten, die im Frühling den Fischen ihren Weg zu den Laichplätzen versperren – so auch der Nase, die jedes Jahr von der Donau in den Zubringerfluss Fischa zieht. Eines dieser Hindernisse wurde nun durch ein Umgehungsgerinne durchgängig gemacht.

„Gemeinsam mit der Revitalisierung der Fischamündung bringt diese Maßnahme bedeutende ökologische Verbesserungen für die Fischfauna“, sagt Niederösterreichs LH StV. Stephan Pernkopf. „Es freut mich besonders, dass in diesem Projekt wesentliche Optimierungen für die Natur mit regionalem Hochwasserschutz aufgrund einer Gewässeraufweitung vereint werden. Vor allem zur Verbesserung der Situation für die Nase ist die Errichtung des Umgehungsgerinnes von großer Bedeutung. Dieser einst häufige Flussfisch gilt aufgrund von Lebensraumverlust heute als gefährdet.“

Die Nasen können wieder stromauf wandern „Die Nase ist der Charakterfisch der Fischa und muss als solche erhalten und gefördert werden“ ergänzt Bürgermeister Thomas Ram, Fischamend. „Daher ist es wichtig, Flüsse und ihre begleitende Landschaft zu erhalten und zu renaturieren, wo immer möglich. Ich bin überzeugt, dass durch diese Maßnahmen die Fischa als attraktives Naherholungsgebiet für die Bevölkerung gleichermaßen gewinnt wie an Wert für die Tierwelt. In Zukunft werden wir hier wieder jedes Frühjahr den beeindruckenden Laichzug von tausenden Nasen stromauf beobachten können.“


Nationalparkdirektorin Edith Klauser hält fest: „Der Naturraum des Nationalpark Donau-Auen steht in enger Wechselbeziehung mit seinem Umland und den regionalen Zubringerflüssen. Um die Verbindungen zwischen wertvollen Lebensräumen und deren vielfältigen Artengemeinschaften zu erhalten, setzen wir im Rahmen des INTERREG Alpen Karpaten Fluss Korridor Projektes lokale Maßnahmen zur ökologischen Verbesserung an der Fischa und weiteren Gewässern. Die Passierbarmachung der ersten Barriere für die einwandernden Fische ist von besonderer Relevanz und wird die weiter stromauf gelegenen Abschnitte besser erreichbar machen.“

Wanderkorridore für Flusslebewesen Projektinformation

Der Alpen Karpaten Korridor ist ein Landschaftsstreifen zwischen den östlichen Ausläufern der Alpen und dem westlichen Teil der Karpaten. Er stellt eine wichtige Verbindung dieser beiden Biotophotspots für zahlreiche wildlebende Tier- und Pflanzenarten dar. Zwischen den Ballungsräumen Wien und Bratislava gelegen, ist diese Verbindung stark vom Menschen geprägt. Verkehrsinfrastruktur sowie Landwirtschafts-, Siedlungs- und Gewerbeflächen schränken die Wandermöglichkeiten von Flora und Fauna erheblich ein.


Das Projekt Alpen Karpaten Fluss Korridor ist im September 2017 gestartet und hat eine Laufzeit bis Februar 2021. Unter Leitung des Nationalpark Donau-Auen wird es mit den Projektpartnern BROZ (slowakischer Hauptpartner), Österreichische Bundesforste, viadonau, Stadtgemeinde Fischamend, Schwechat Wasserverband und SNC (State Nature Conservancy, Slowakei) im Grenzgebiet Österreich und Slowakei umgesetzt.

An den Flüssen Rudava, Malina, Myjava und Mociarka in der Slowakei sowie Schwechat und Fischa in Österreich werden pilothafte regionale Gewässerrevitalisierungen umgesetzt, zusätzlich erfolgen lokale lebensraumverbessernde Maßnahmen in der flussbegleitenden Landschaft. Als profitierende Schirm- und Leitarten dienen Eisvogel, Würfelnatter, Nase und Ukrainisches Bachneunauge.

Die Einbindung von Anrainergemeinden, Interessierten und Schulen in die Projektaktivitäten soll die Fließgewässer der Region wieder verstärkt erlebbar machen und Begeisterung für den Lebensraum Fluss wecken.
Weitere Informationen finden Sie unter www.rivercorridor.com

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