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Aktuell

Der Wissenschaftliche Nationalparkbeirat besichtigte die Petroneller Au. Erste Renaturierungsmaßnahmen im Erweiterungsgebiet sind gestartet!

Exkursion des Wissenschaftlichen Beirates in die Petroneller Au Ein Mehr an naturnahem Auwald ist das Ziel:
Auf Flächen bei Petronell-Carnuntum, die neu in den Nationalpark Donau-Auen eingebracht wurden, laufen erste Maßnahmen. Diese sollen die Entwicklung von jungen Schlag- und Aufforstungsbereichen zu naturnahen Wäldern unterstützen. Am 11. April besuchte das wissenschaftliche Fachgremium des Nationalparks gemeinsam mit den Grundeigentümern Carl und Max Abensperg-Traun das Gebiet.


Mit der Gebietsvergrößerung, die 2016 anlässlich des 20jährigen Nationalparkbestehens beschlossen wurde, sind weite Teile der Petroneller Au zu Erweiterungsflächen des Schutzgebiets geworden. Maßnahmen, um bestmögliche Voraussetzungen für die natürliche Entwicklung der Flächen zu schaffen, sollen im Rahmen eines Projektes umgesetzt werden, welches im Förderprogramm Ländliche Entwicklung von EU und Land NÖ eingereicht wurde. Diese Auwälder waren lange Zeit durch intensive Forstwirtschaft geprägt, nun setzt man auf ein kleinräumiges Mosaik mit Verjüngungsförderung heimischer Baum- und Straucharten, teilweisem Belassen von Einzelbäumen sowie Ergänzungspflanzungen.

Die Methode dazu wurde mit Hilfe von Informationen aus einer historischen Vegetations- und Standortkarte und einem aktuellen Höhenmodell des Gebiets den Bedingungen auf den betroffenen Flächen bestens angepasst.
Darüber hinaus konnte bei den Planungen durch das große Fachwissen von Carl Abensperg-Traun auf einen sehr wertvollen Erfahrungsschatz zurückgegriffen werden.

Auentypische Baumarten wie die Schwarzpappel sollen gefördert werden Auf Flächen, die erst vor wenigen Jahren neu aufgeforstet wurden, sowie Schlagflächen wird dabei der Schwerpunkt gelegt, ältere Hybridpappelbestände bleiben bestehen. Nach den Umwandlungsmaßnahmen kann nicht mehr benötigte Infrastruktur (wie geschüttete Furten in Grabensystemen, Forststraßen und Schneisen) entfernt werden. Begleitet werden die Waldumwandlungen durch ein Monitoring.

Am 11. April besuchten ExpertInnen des Wissenschaftlichen Nationalparkbeirates gemeinsam mit den Grundbesitzern Carl und Max Abensperg-Traun sowie VertreterInnen von Nationalpark GmbH, Österreichischen Bundesforsten und MA 49 – Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien die Petroneller Au, um sich vor Ort über das laufende Projekt zu informieren. Für die Fachleute ist der eingeschlagene Weg zurück zu einer natürlichen Entwicklung ein zielführender, ist man sich einig.
 
Wissenschaftlicher Nationalparkbeirat – ein Gremium für den Naturschutz

Zur fachlichen Beratung der Nationalparkverwaltung wird ein Wissenschaftlicher Beirat geführt. Dieser besteht aus Vorsitzendem, Stellvertreter und max. 14 weiteren Mitgliedern. Ihm gehören ExpertInnen der Zoologie, Botanik, Limnologie, Land- und Forstwirtschaft, Raum- und Landschaftsplanung sowie Wasserwirtschaft an. Die Bestellungsdauer beträgt jeweils drei Jahre, wie in allen Nationalparkbeiräten erfolgt die Mitarbeit ehrenamtlich.