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Aktuell

Dienstag, 25. Juni 2019, Orth/Donau

Derzeit gibt es ein erhöhtes Gelsenaufkommen im Auwald

Gelsen auf einer Irisblüte Sie surren, sie stechen, sie sind lästig. Sie saugen unser Blut und hinterlassen juckende Schwellungen auf der Haut. Wen wundert’s, dass die Gelsen gemeinhin als verabscheute Aubewohner gelten? Oft werden wir gefragt: „Wie schaut’s mit den Gelsen aus?“

Aktuell gibt es, bedingt durch die hohen Wasserstände in den letzten Wochen, ein erhöhtes Aufkommen an Überschwemmungsgelsen im Auwald. Deshalb empfehlen wir dieser Tage, auszuweichen und Spaziergänge am Treppelweg entlang der Donau bzw. auf Offenflächen zu planen, wo es windig ist. Auf dem Wasser – der Donau sowie ihren Seitenarmen – kann man sich nachwievor bewegen und unsere geführten Bootstouren finden wie geplant statt.
 

Der Hundsfisch vertilgt Gelsenlarven Vielfach sind die Gelsenschwärme schon nach wenigen Wochen verschwunden, abhängig davon ob temporäre Tümpel austrocknen oder sich erneut füllen, für eine weitere Generation der Insekten. Bis dahin braucht es etwas Gelassenheit und Meidung des Territoriums der kleinen Blutsauger. Und ihr Territorium ist es in der Tat – waren die Gelsen doch lange vor uns Menschen da …

Niemand ist erfreut, wenn ihm Gelsen die Freizeit oder einen lauen Sommerabend verdrießen. Doch sollten wir uns vor Augen halten, dass sie wesentlicher Teil der Aulandschaft sind und hier wichtige Funktionen erfüllen. Die im Wasser lebenden Larven vermögen über ihre beträchtliche Filtrierleistung erheblich zur Gewässerqualität beizutragen und dienen vielen anderen Organismen, wie Jungfischen, als Futter. So zählen für den seltenen Hundsfisch Gelsenlarven zur bevorzugten Nahrung. Den erwachsenen Tieren stellen wiederum Fledermäuse und diverse Vögel nach, darunter unsere Schwalben. Seit jeher schwanken die Bestände der Gelsen in der Naturlandschaft, abhängig von diversen Faktoren wie Wasserständen, Niederschlag, Temperaturen und Raubdruck. Einige Jahre gab es im Nationalparkgebiet kaum Gelsen, heuer sind sie aktuell wieder in großer Zahl da.
 

Die Gelsenbestände der Donau-Auen schwanken beständig Niemand kann sicher prognostizieren, wie sich eine „Gelsensaison“ von einem Jahr zum nächsten entwickelt, oder wie es bei aktuell vermehrtem Auftreten in einigen Wochen in der Au aussehen wird. Daheim, ohne es zu wollen, erfolgreich „züchten“ kann jedoch so mancher. Wer also auf der Terrasse umschwärmt wird, sollte seine nahe Umgebung auf stehendes Wasser in Blumenübertöpfen, unbedeckten Regentonnen und dergleichen absuchen. Auch kleine Lacken und Zierbecken, in denen die Fressfeinde fehlen, sind hervorragende Kinderstuben für Gelsen.


Vitale Teiche und Altarme mit vielen hungrigen Libellen- und Käferlarven, Amphibien und Fischen hingegen weniger… Ihnen wollen wir das Festmahl gönnen.

Weitere Informationen zu Biologie und Lebensweise der Gelsen