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Dienstag, 27. November 2018, Eckartsau

Die anderen Wintergäste der Donau-Auen

Im Auwald Neben den gefiederten Winterurlaubern, die in den nächsten Monaten wieder die Ufer der Donau besuchen werden, sind in dieser Zeit auch einige 2-Personen-Trupps unterwegs, die im gesamten Nationalparkgebiet durch das Unterholz „pirschen“ ...


Auch wenn das eine oder andere Stück Wild aufgeschreckt wird und die Flucht ergreift, so haben die Tiere des Waldes nichts zu befürchten. Denn es wird nicht gejagt, sondern nur gesammelt – und zwar jede Menge Daten. Schon vor einiger Zeit wurde ein dichtes Netz an Kontrollpunkten über den Nationalpark gelegt, um die Entwicklung des Waldes zu erforschen und zu dokumentieren. Seit einigen Wochen werden gemeinsam von Nationalpark Donau-Auen, MA 49 und Bundesforsten wieder Daten zu den Gehölzpflanzen erhoben. So lässt sich erkennen, wie es mit der Au weitergehen wird. Die Arbeit ist herausfordernd. Nicht nur weil es gilt über Stock und Stein mitten in der Wildnis die alten Kontrollpunkte zu finden, auch die Temperaturen können zu einer echten Aufgabe werden.

Rindenstruktur Besonders gefordert sind die Teams in der Artenkenntnis, denn die Blätter sind längst abgefallen. Deshalb gilt es, die Bäume und Sträucher der Au an Hand der Zweige und Knospen zu erkennen. Keine leichte Sache, wenn man bedenkt, dass es neben dem natürlichen Bewuchs auch jede Menge Ziergehölze gibt, die sich in den Wäldern eingenistet haben. Jedenfalls sind mehr als 80 Arten zu unterscheiden und zu zählen – vom kleinen Keimling des heurigen Frühjahrs bis zum eindrucksvollen Baumriesen. Die größte Gefahr aber ist, vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr zu sehen. Doch darum werden sich andere bemühen, wenn es im nächsten Jahr daran geht,  die Daten auszuwerten.

Thomas Neumair
Nationalparkbetrieb Donau-Auen der ÖBf AG