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Samstag, 21. September 2019, Fischamend

Fischa und Schwechat werden revitalisiert - Spatenstich für EU-Projekt ‚Alpen Karpaten Fluss Korridor‘

Spatenstich an der Fischamündung LH StV. Pernkopf: Wir geben unseren Flüssen im Grünen Ring wieder mehr Raum

Am 20. September erfolgte der Spatenstich für Revitalisierungsmaßnahmen an Schwechat und Fischa im Rahmen des grenzüberschreitenden INTERREG Projektes Alpen Karpaten Fluss Korridor. Wesentlicher Partner, der das Projekt auch finanziell unterstützt, ist das Land Niederösterreich.


LH Stellvertreter Stephan Pernkopf hielt fest: „Mit dem Spatenstich geben wir den Startschuss für dieses umfangreiche internationale Naturschutzprojekt. Wir geben unseren Flüssen wieder mehr Raum und der Natur ihren Platz zurück. Gerade im ‚Grünen Ring‘ rund um die Bundeshauptstadt Wien ist uns das wichtig: Wir wollen den Naturraum bewahren und verbessern und damit auch das Gesicht der Heimat bewahren. Insgesamt werden 2 Millionen Euro in den Alpen Karpaten Fluss Korridor investiert, die Renaturierungsmaßnahmen an der Fischa und der Schwechat sind hier Vorzeigeprojekte.“

Spatenstich am 20. September Der Alpen Karpaten Korridor ist ein Landschaftsstreifen zwischen den östlichen Ausläufern der Alpen in Niederösterreich und dem westlichen Teil der Karpaten in der benachbarten Slowakei. Er stellt eine wichtige Verbindungsroute für viele Arten dar. Landwirtschafts-, Siedlungs- und Gewerbeflächen sowie Verkehrsinfrastruktur inmitten der Ballungszentren Wien und Bratislava schränken die Wander- und Ausbreitungsmöglichkeiten von Tier- und Pflanzenarten ein.


„Die Flüsse und Auen des Alpen Karpaten Korridors wirken heute oftmals als einzige Verbindungselemente zwischen bestehenden Schutzgebieten. Das Projekt ‚Alpen Karpaten Fluss Korridor‘ unter Leitung des Nationalpark Donau-Auen hat daher zum Ziel, die Flüsse des Wanderkorridors ökologisch zu stärken. Dies dient auch der Artenvielfalt im Nationalparkumland. Von der Revitalisierung der Fischa profitiert unter anderem die Nase als typischer Donaufisch im Nationalparkabschnitt. Dieser wird die Laichwanderung in die Fischa erleichtert und die Bedingungen für die Jungfische verbessern sich“, sagte Edith Klauser, Direktorin des Nationalpark Donau-Auen.

Die Renaturierung des Mündungsbereiches der Fischa in die Donau wird vom Projektpartner viadonau, Experte für Fließgewässerrevitalisierungen umgesetzt: „Durch die ökologische Umgestaltung der Flussmündung setzen wir einen wesentlichen Schritt zur Stärkung des Lebensraumverbundes dieses Zubringerflusses mit der Donau. Diese Projektmaßnahme ist auch ein wichtiger Baustein unseres Maßnahmenkatalogs zur Verbesserung der ökologischen Bedingungen für den gesamten Donauabschnitt östlich von Wien“, erklärte viadonau Geschäftsführer Hans-Peter Hasenbichler im Zuge des Spatenstichs bei Fischamend.

Start zu Revitalisierungen an der Fischamündung Dieser fand im Beisein von Sektionschef Prof. Gerhard Gürtlich, BMVIT, Bezirkshauptmann Peter Suchanek, Bruck an der Leitha und Thomas Ram, Bürgermeister von Fischamend statt. „Es freut mich besonders, dass die Stadtgemeinde Fischamend am Projekt beteiligt ist. Eine gute Ergänzung zu den Revitalisierungsmaßnahmen an der Fischamündung ist auch die Errichtung einer Fischaufstiegshilfe in der ‚Kleinen Au‘ bei Fischamend“, so Ram.


In Summe werden im Rahmen des Projektes 13 Pilotmaßnahmen an fünf Flüssen in der Slowakei und Österreich zur Renaturierung sowie lokale lebensraumgestaltende Eingriffe für Tierarten wie Eisvogel oder Würfelnatter erfolgen.
Insgesamt wurden in Niederösterreich in den letzten Jahren rund 200 Mio Euro in die Renaturierung von Fließgewässern investiert. „Damit schützen wir selten Arten, erhöhen die Hochwasser-Sicherheit und schaffen auch attraktive Naherholungsräume für die Menschen,“ so Pernkopf abschließend.

Projektinformation
Das Projekt Alpen Karpaten Fluss Korridor ist im September 2017 gestartet und hat eine Laufzeit von drei Jahren, bis August 2020. Unter Leitung des Nationalpark Donau-Auen wird es gemeinsam mit den Projektpartnern BROZ (slowakischer Hauptpartner), Österreichische Bundesforste, viadonau, Stadtgemeinde Fischamend, Schwechat Wasserverband und SNC (State Nature Conservancy, Slowakei) im Grenzgebiet Österreich und Slowakei umgesetzt.
Der Projektumfang beträgt rd. € 2,1 Mio (davon 1,79 Mio EFRE Förderung).
Als profitierende Schirm- und Leitarten dienen Eisvogel, Würfelnatter, Nase und Ukrainisches Bachneunauge. An den Flüssen Rudava, Malina, Myjava und Mociarka in der Slowakei sowie Schwechat und Fischa in Österreich werden pilothafte regionale Revitalisierungen umgesetzt. Die Renaturierungsmaßnahmen starten mit der Revitalisierung der Fischamündung. Ab Winter 2019/2020 erfolgen an Fischa und Schwechat weitere lokale Maßnahmen, wie die Schaffung von wertvollen Strukturen im Flussbett oder Entfernung von Einbauten, welche den Fischaufstieg verhindern. Die lebensraumverbessernden Artenschutzmaßnahmen gemeinsam mit dem BRG Schwechat finden im Herbst 2019 und Frühjahr 2020 statt. Außerdem wird ab Ende des Jahres die Ausstellung „Netzwerk der Artenvielfalt“ durch die Gemeinden beider Länder des Alpen Karpaten Korridors touren. Die Einbindung von Anrainergemeinden, Interessierten und Schulen in die Projektaktivitäten soll die Fließgewässer der Grenzregion wieder verstärkt erlebbar machen und die Begeisterung für den Lebensraum Fluss wecken.
Weitere Informationen finden Sie unter www.rivercorridor.com

Fotos: Spatenstich für das EU-Projekt ‚Alpen Karpaten Fluss Korridor‘ an der Fischamündung.
Gruppenfoto v.l.: Norbert Knopf, Abteilung Wasserbau des Landes NÖ, Fischamends Bgm. Thomas Ram, NÖ LH StV. Stephan Pernkopf, Nationalparkdirektorin Edith Klauser, viadonau Geschäftsführer Hans-Peter Hasenbichler, (c) Kern.