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Donnerstag, 16. Mai 2019, Orth/Donau

Gelbe Pracht im Auwald – Der Schwefelporling

Schwefelporling am Stamm Für viele Menschen ist der Herbst die typische „Schwammerlzeit“ – doch Pilze gibt es in unseren Breiten beinahe das ganze Jahr über. Aktuell ist in den Auwäldern des Nationalpark Donau-Auen ein besonders eindrucksvoller Baumpilz zu finden, der farbintensive Schwefelporling.


In Wirtschaftswäldern und Parkanlagen ist er nicht gern gesehen, denn der Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) gilt dort als schädlicher Holzzersetzer. Er ist vor allem an Eichen, Robinien, Pappeln und Weiden zu finden und durch seine vielhütigen, gelb bis orange leuchtenden Fruchtkörper zu erkennen. Ab etwa Mitte Mai treten diese auf, bilden mehrere Etagen und können am Stamm stattliche Ausmaße einnehmen.

Mädchen mit Schwefelporling Im Nationalpark Donau-Auen ist der Baumpilz, stellvertretend für eine Fülle weiterer Arten, Teil des natürlichen Gefüges und willkommen. Er besiedelt sowohl alternde stehende Bäume als auch bereits umgestürzte, abgestorbene Exemplare. Allmählich verwandelt er das Holz in Humus, der die Basis für neues Wachstum bildet.


Der Schwefelporling ist nicht nur begehrtes Fotomotiv, es ist im jungen Stadium auch essbar und durchaus wohlschmeckend. Im englischen Sprachraum hat ihm dies den Namen „Chicken of the Woods“ beschert. Bei einem Spaziergang im Nationalpark Donau-Auen ist der Pilz schon von weitem zu sehen, wenn er sattgelb hervorleuchtet.

Schwefelporling an Totholz Altbäume – voller Leben


Der Bestand an Altbäumen wächst seit der Nationalparkgründung kontinuierlich – und mit ihnen auch der Artenreichtum. Denn hier wurde der Wald wirtschaftlich außer Nutzung gestellt, ökologische Prozesse können ungestört ablaufen. In ausladenden Kronen mächtiger Bäume bauen See- und Kaiseradler sowie Schwarzstorch ihre Horste.

In Stammlöchern und Rissen siedeln sich Käuze, Tauben, Fledermäuse, Marder und Baumschläfer an. Spechte meißeln sich passende Bruthöhlen. Wildbienen, Schlupfwespen und Ameisen leben in morschen Baumteilen, ebenso Spinnen, Käfer und Tausendfüßler. Rund 1.500 Pilzarten und zahllose Bakterien zersetzen schließlich das Holz. Deshalb zählen alte Bäume zu den besonders wertvollen Schutzgütern im Nationalpark Donau-Auen.