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Montag, 20. April 2020, Wolfsthal

Inselschutz in Niederösterreich als Vorbild für die ganze Donau
LH Stv. Pernkopf zur Revitalisierung der Insel Wolfsthal: Ökologisches Flussmanagement nützt Mensch und Natur

Der Seitenarm wird wieder durchströmt Dieser Tage finalisiert der Nationalpark Donau-Auen das internationale Naturschutzprojekt DANUBEparksCONNECTED. Die erfolgte Revitalisierung der Insel Wolfsthal ist einer der Meilensteine. Ein Jahr nach Abzug der (Rück)Baumaschinen zeigt sich der Erfolg und lässt auf ein donauweites Nachfolgeprojekt hoffen.


Die Donauinsel bei Wolfsthal ist ein ökologisches Juwel. Der urwaldartige Weidenbestand und die weiten Schotterflächen beheimaten viele seltene Pflanzen- und Tierarten. Als „Trittsteinlebensraum“ im Fluss verbindet die Insel den Nationalpark Donau-Auen und die Schutzgebiete in der benachbarten Slowakei.

Doch alte wasserbauliche Regulierungsbauwerke, sogenannte Buhnen, verhinderten die Durchströmung des Seitenarmes zwischen Insel und Flussufer. Wasserflächen gingen verloren, Fische konnten den Gewässerzug nicht mehr nutzen. Die Insel drohte ihren Charakter zu verlieren. Im Rahmen des Projektes DANUBEparksCONNECTED wurde sie revitalisiert: Nach zweijähriger Planungszeit wurden zwischen November 2018 und Februar 2019 im Seitenarm alle Querbauwerke entfernt. Insgesamt mussten tausende Tonnen Wasserbausteine abtransportiert werden.

Nationalparkdirektorin Klauser, LH StV. Pernkopf Heute - ein Jahr nach Baufertigstellung - zeigt sich der Standort nun in voller Schönheit: Der Seitenarm ist wieder durchströmt, flusstypische Lebensräume sind neu entstanden. Das Bestehen der Wildnisinsel ist langfristig gesichert.


Umweltlandesrat LH Stv. Stephan Pernkopf ist stolz, dass die Naturschätze Niederösterreichs als Inspiration für europaweit bedeutende Naturschutzinitiativen dienen: „Wir geben der Donau wieder mehr Platz. Die Revitalisierung der Insel Wolfsthal unterstreicht die wichtige Arbeit vom Nationalpark Donau-Auen und DANUBEPARKS und ist beispielgebend für ähnliche Projekte in ganz Europa. Konsequentes ökologisches Flussmanagement schützt Lebensräume, macht Flusslandschaften für den Menschen als wertvollen Erholungsraum erlebbar und trägt auch zum Hochwasserschutz bei.“

Edith Klauser, Direktorin des Nationalpark Donau-Auen, hebt die hervorragende Zusammenarbeit mit vielen Partnern hervor: „Das Renaturierungsprojekt wurde gemeinsam mit viadonau umgesetzt. Diese bewährte Kooperation ist ein Garant für innovative Gewässerrevitalisierungsmaßnahmen. Weiters haben die Gemeinde Wolfsthal, der Verband der Österreichischen Arbeiter-Fischerei-Vereine und die benachbarten Grundeigentümer zum Erfolg beigetragen.“

Die Insel Wolfsthal Die Revitalisierung der Insel Wolfsthal ist Teil der donauweiten Initiative WILDisland, die sich für den Schutz der letzten naturnahen Inseln einsetzt. Entlang der Donau gibt es über 900 Inseln. 147 davon wurden aufgrund ihrer bis heute erhaltenen Naturnähe von den DANUBEPARKS Fachleuten als Flusswildnis ausgewiesen - auf über 14.000 Hektar finden sich noch solche Paradiese. Für die Europäische Kommission gilt WILDisland als Vorzeigeinitiative.


Aufbauend auf diesen positiven Erfahrungen wurde von DANUBEPARKS – Netzwerk der Donauschutzgebiete im Februar 2020 unter Leitung des Nationalpark Donau-Auen ein umfassendes donauweites LIFE-Projekt zum Schutz der letzten wilden Donauinseln eingereicht. Im Falle einer Bewilligung könnten daher schon ab Herbst 2020 weitere Maßnahmen umgesetzt werden.

Weitere Informationen: www.interreg-danube.eu/danubeparksconnected

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