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INTERREG Alpen Karpaten Fluss Korridor stärkt die grenzübergreifende Zusammenarbeit - Projekt startet Flussrevitalisierungen an Schwechat, Fischa und Co.

Zahlreiche TeilnehmerInnen bei der Startveranstaltung in Schwechat Das neue INTERREG Alpen Karpaten Fluss Korridor Projekt, koordiniert durch den Nationalpark Donau-Auen, wurde heute feierlich im Schloss Rothmühle in Schwechat gestartet. Insgesamt 19 Institutionen beteiligen sich an diesem grenzüberschreitenden Projekt mit dem Ziel, die Fließgewässer in der slowakisch-österreichischen Grenzregion als Lebensraumverbund zwischen Alpen und Karpaten zu stärken.

Die Region zwischen den Alpen und den Karpaten verfügt über eine unglaubliche Artenvielfalt, gesäumt von Naturjuwelen herausragender Bedeutung. Doch die dynamische wirtschaftliche Entwicklung verschärft die Situation für Tiere und Pflanzen vor Ort: Lebensräume von Eisvogel, Würfelnatter und mehr werden zerstört bzw. zerschnitten, sodass wichtige Wanderkorridore zwischen den Schutzgebieten fehlen. Durch grenzübergreifende Zusammenarbeit sollen in den nächsten drei Jahren Strategien entwickelt und Maßnahmen umgesetzt werden, um der Verinselung des Gebietes entgegen zu wirken und seltene Arten vor dem Aussterben zu schützen.

Mag. Christoph Litschauer, Projektleiter und Naturschutzmitarbeiter im Nationalpark Donau-Auen erklärt das Projekt: „Uns als Nationalpark Donau-Auen ist es besonders wichtig, durch die Umsetzung strategischer Revitalisierungen und Pilotmaßnahmen den Lebensraumverbund im Alpen Karpaten Raum als ökologischen Korridor zu verbessern. Da Gewässer und deren Bewohner keine politischen Grenzen kennen, freut es uns besonders, dass wir so viele, auch grenzübergreifende Partner für das Projekt gewinnen konnten.“ Der INTERREG Alpen Karpaten Fluss Korridor bildet eine Plattform für die Zusammenarbeit zahlreicher Institutionen auf unterschiedlicher Ebene, wie Gemeinden, NGOs, Länder und Ministerien.

Der Wasserverband Schwechat wird im Rahmen des Projektes ausgewählte Pilotmaßnahmen an der Schwechat umsetzen. Johann Mair-Gruber vom Wasserverband: „Diese Maßnahmen tragen zur Verbesserung der Lebensraumkontinuität dieses Flusses bei und sollen den Lebensraumverbund zwischen den ökologisch sehr wertvollen Gebieten, wie dem Helenental und dem Nationalpark Donau-Auen stärken.“

Die State Nature Conservancy der Slowakischen Republik bringt sich vor allem durch die Umsetzung von Revitalisierungsmaßnahmen im Bereich der Kleinen Karpaten ein. „Für uns steht die gemeinschaftliche Ausarbeitung von Standards am Gebiet des Fließgewässermanagements und die Formulierung gemeinsamer zukünftiger Entwicklungsziele im Vordergrund“, sagt Dušan Valachovič, Projektverantwortlicher der State Nature Conservancy.
 

Die Fischa als Teil des Lebensraumverbundes Die Experten von viadonau, ebenfalls am Projekt beteiligt, werden eine Pilot-Revitalisierungsmaßnahme mit Vorzeigecharakter an der Mündung der Fischa in die Donau umsetzen. Julia Kneifel von viadonau: „Auch unser Ziel ist es, die Lebensraumqualität zu verbessern und den Lebensraumverbund zu stärken. So soll der Lebensraum Fluss für die Anrainer wieder besser erlebbar gemacht werden“.

Der Regionale Naturschutzverband Bratislava (BROZ) realisiert im Projekt sowohl Revitalisierungen als auch Artenschutz. „Wir setzen auf Monitoring und Evaluierung der Projekterfolge anhand von Leitarten. Die Einbindung der Öffentlichkeit und die Umsetzung von Artenschutzmaßnahmen gemeinsam mit Schulen, Gemeinden, Vereinen stehen für uns im Vordergrund“, so Andrej Devečka von BROZ.

„Lebendige Fließgewässer haben nicht nur eine wichtige Funktion als Wanderkorridor und Rückzugsraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten, sondern bieten auch den Menschen wesentliche Services wie Naherholung, Hochwasserschutz und Trinkwasser“, so Martina Schwantzer von den Österreichischen Bundesforsten zu ihrer Motivation, im Projekt mitzuwirken.

„Die strategische Partnerschaft unter Einbindung von Stakeholdern, Landnutzern und Entscheidungsträgern soll die Initiative auf unterschiedlichen Ebenen verankern und die langfristige Umsetzung gewährleisten. Die Bevölkerung soll für die Projektziele gewonnen werden,“ ergänzt Otto Eggendorfer von der Stadtgemeinde Fischamend.

Das Projekt Alpen Karpaten Fluss Korridor wird durch das Programm INTERREG V-A SK AT der EU finanziert und von Bund, Land NÖ und Wasserverband Schwechat unterstützt.