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Aktuell

Das Nationalpark-Forum 2016 widmete sich der Erweiterung des Nationalpark Donau-Auen in Petronell
 

Rund 130 TeilnehmerInnen besuchten am 23. November das heurige Nationalpark-Forum in Petronell-Carnuntum und informierten sich über die bevorstehende Erweiterung des Schutzgebiets in den Petroneller Auen. In enger Zusammenarbeit der Beteiligten sollen die neuen Nationalpark-Flächen im Sinne des Naturschutzes entwickelt werden.


Durch Vertragsabschluss mit dem Grundbesitzer Abensperg-Traun werden ab 2017 260 ha der Petroneller Au in den Nationalpark Donau-Auen einbezogen, voll entschädigt und der Verwaltung des Nationalparks unterstellt. Für weitere 140 ha wurde ein Kooperationsvertrag für eine forstliche Außer Nutzung-Stellung vereinbart. Im heurigen Nationalpark-Forum im Hotel Marc Aurel in Petronell wurde diese Erweiterung neben einer allgemeinen Bilanz zum Jubiläum „20 Jahre Nationalpark Donau-Auen“ thematisiert.

Die Bürgermeisterin von Petronell-Carnuntum Ingrid Scheumbauer begrüßte die rund 130 Gäste – darunter Carl und Maximilian Abensperg-Traun, Prof. Bernd Lötsch, Dr. Walter Neumayer vom örtlichen Nationalpark-Beirat Orth/Donau und zahlreiche Interessierte, Anrainer und Nationalpark-Partner. Bgm. Scheumbauer drückte ihre persönliche Begeisterung über die Nationalpark-Erweiterung aus. Diese ergänze das bereits bestehende Angebot der Römerstadt Carnuntum für die Gäste in der Gemeinde und diene zugleich dem Naturschutz.

v.l.: Rosenberger, Scheumbauer, Manzano, M. und C. Abensperg-Traun, Lötsch Nationalparkdirektor Carl Manzano hielt eröffnend fest, dass das jährlich stattfindende Forum neben einem aktuellen Schwerpunktthema insbesondere der Bevölkerung als Diskussion-Plattform für Fragen und Anliegen dienen soll. Anschließend gab Manzano einen Überblick über Entwicklung und Schwerpunktthemen des Nationalpark Donau-Auen und stellte die Erweiterung vor. Unter allen potentiellen Gebieten werde nun mit der Petroneller Au jenes, das für die Nationalparkverwaltung stets höchste Priorität hatte, eingegliedert und die Zusammenarbeit gestalte sich sehr gut. Manches werde sich zukünftig für die BesucherInnen des Gebiets ändern, der Nationalpark werde unter anderem durch ein Leitsystem sichtbar, auf den Flächen soll ein Naturwald entwickelt werden. Der Mensch sei aber im Schutzgebiet weiter willkommen. Das schon lange bestehende, von Bernd Lötsch initiierte Nationalparkhaus in Petronell-Carnuntum werde weiterhin in bewährter Weise Exkursionen anbieten – die ab nun tatsächlich direkt in den Nationalpark Donau-Auen führen werden.


Grundbesitzer Carl Abensperg-Traun betonte seine Freude über die erzielte Einigung und die zukünftige Zusammenarbeit. Die Abkehr von intensiver Forstwirtschaft auf den Flächen mit dem Zulassen natürlicher Entwicklung sei ein guter und großer Schritt. Es gelte aber auch, einzelne Einschränkungen wie neue Regelungen für die Fischerei zu akzeptieren. Das bestehende Wegenetz wird im Wesentlichen erhalten bleiben. Generell sollten die Menschen aus der Gemeinde und weitere Gäste aus der Umgebung wieder vermehrt in die Petroneller Au kommen und diese erleben.

In der anschließenden Publikumsdiskussion, geleitet von Moderator Manfred Rosenberger, wurden weitere Aspekte erörtert:
Details der neuen Regelungen auf den Petroneller Flächen sind noch in Entwicklung und werden in den neuen Nationalpark-Managementplan eingearbeitet, der demnächst für die Periode 2019-2028 erstellt wird. Es wird empfohlen, in Petronell einen örtlichen Nationalpark-Beirat einzurichten, der in enger Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung die Interessen und Anliegen der Bevölkerung vertritt. Hinsichtlich Waldumwandlung wird der Schwerpunkt auf junge Aufforstungsflächen gelegt, generell soll eine natürliche Verjüngung mit heimischen Baumarten gefördert werden. Die Jagd wird in reduzierter Form (kein Abschuss von Niederwild; Regulierung vor allem von Schwarzwild) weiter geführt. Als Anlaufstellen für Nationalpark-Interessenten bieten sich die bestehenden Einrichtungen - das Nationalparkhaus sowie das Büro der Donau NÖ Tourismus im Ort an. Eine noch engere Vernetzung der regional bedeutenden Themenkreise Natur-Kultur-Geschichte wird durch die Nationalpark-Erweiterung ermöglicht.
Ein Fazit lautete: Naturschutz ist letztlich ein Gewinn für alle Mitglieder der Gesellschaft, wenn auch oftmals schwer darstellbar.
Dem moderierten Teil der Veranstaltung folgte ein gemütliches Beisammensein mit intensivem weiterem Austausch in persönlichen Gesprächen.