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Aktuell

Nationalparkforum vom 26.11. - Der neue Managementplan für den Nationalpark Donau-Auen (2019 – 2028)

Gruppenfoto v.l.: Faltejsek, Neumayer, Manzano, Feigl, Oitzinger, Mayer, Makoschitz, Januskovecz


Über 100 TeilnehmerInnen besuchten das Nationalparkforum im Schloss Orth mit Einführungsreferat und Publikumsdiskussion. Die Leitlinien und strategischen Ziele des kommenden Managementplans, der erstmals länderübergreifend für Wien und Niederösterreich gelten wird, wurden vorgestellt.


Die strategischen Aufgaben des Nationalparks in Niederösterreich werden gemäß 10jährigen Managementplänen umgesetzt. Der erste Managementplan wurde 1999 verfasst – sein primäres Ziel war, konkrete naturschutzfachliche Leitlinien für das Naturraummanagement festzulegen sowie einen Interessensausgleich mit AnrainerInnen und BesucherInnen zu finden. Noch bis zum kommenden Jahresende ist der zweite Managementplan gültig, der im Wesentlichen eine Fortschreibung des ersten beinhaltete. Für die kommende dritte Periode (2019 – 2028) wird es erstmals einen gemeinsamen Bundesländer-übergreifendenden Managementplan für Wien und Niederösterreich geben. Die Entwürfe für diesen neuen Managementplan wurden im Frühjahr dem NÖ Nationalparkbeirat vorgestellt und werden zurzeit von der Wiener und NÖ Nationalparkbehörde geprüft. Er soll Anfang 2019 in Kraft treten. Das Nationalparkforum, eine jährliche Informationsveranstaltung für die Region, stand heuer im Zeichen dieses Themas.

Johann Mayer, Bürgermeister von Orth/Donau nahm die Begrüßung der zahlreichen Gäste vor, darunter Rudolf Makoschitz, Bürgermeister von Eckartsau, Prof. Bernd Lötsch, Franz Kiwek, Präsident der der Österreichischen Fischereigesellschaft gegründet 1880, Wiens Forstdirektor Andreas Januskovecz und Christian Übl, Direktor des Nationalpark Thayatal. Mayer betonte die langjährige Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Donau-Auen, die auf konstruktiven Diskussionen und Erreichen von Kompromissen beruht.

Gäste des Nationalparkforums Nationalparkdirektor Carl Manzano stellte anschließend die Leitlinien des neuen Managementplans vor, aus denen sich konkrete strategische Ziele für die kommenden 10 Jahre ableiten. Ergänzend wird das Dokument einen Statusbericht, Maßnahmen zur Erreichung der Ziele, konkrete Regelungen insbesondere für Freizeitnutzungsformen sowie Kartematerial enthalten. Wie auch die vorangehenden Managementpläne wurde das Werk unter intensiver Einbindung von Interessensgruppen und regionalen Vertretern erarbeitet. Die Leitlinien umfassen die Themenbereiche Fluss, Wald, Wild, Arten und Lebensräume, Nationalparkerweiterung, Naturerlebnis, Besucher und Kommunikation, Forschung, Nationalparkregion, donauweite Kooperation sowie Kooperation der Nationalparks Austria.


Nach der Präsentation erfolgten Statements des Podiums: Johann Feigl, Vorsitzender des NÖ Nationalparkbeirats, hielt fest, dass im Gremium die Strategischen Ziele rege diskutiert wurden und erneut Konsens hinsichtlich Ausgleichs der Interessen von Nutzung und Naturschutz erzielt wurde. Walter Neumayer, Vorsitzender im Örtlichen Nationalparkbeirat Orth/Donau, verwies auf geltende rechtliche Rahmenbedingungen, welche die Wahrung der Ansprüche von AnrainerInnen sichern. Entsprechende Regelungen im Managementplan, etwa zum angebotenen Wegenetz, sind bindend. Auf Basis der bisherigen Dokumente, in denen weitgehend den Wünschen der Bevölkerung entsprochen wurde, erwarte er sich auch im kommenden Plan eine Fortführung der Einigungen. Die Zusammenarbeit von Örtlichem Beirat, Nationalpark GmbH und Österreichischen Bundesforsten sei bewährt und gut. Ein solches Gremium sei allen Nationalparkgemeinden zu empfehlen.

Publikumsdiskussion Gerald Oitzinger, Leiter des Nationalparkbetriebs Donau-Auen der ÖBf, hob zwei Punkte hervor: Im Bereich der Schalenwildregulierung wird es durch die Einrichtung weitreichender Wildruhezonen neue Erfahrungen geben, die es laufend zu bewerten gilt. Die Tätigkeit in der Forstverwaltung ändert sich zunehmend hin zur Reduktion von Eingriffen sowie Wahrung von Prozessschutz inkl. Monitoring. Alexander Faltejsek, Leiter der Forstverwaltung Lobau der MA 49 – Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien betonte die Initiative der Naturschutzabteilung Wiens (MA 22) für den gemeinsamen Managementplan. Diese neue gemeinschaftliche Grundlage erleichtere die zukünftige Zusammenarbeit der Länder weiter.


Die anschließende Publikumsdiskussion erfolgte unter der Leitung von Manfred Rosenberger, insbesondere Vertreter der Fischerei aus Haslau und dem Bereich Lobau waren zahlreich vertreten und brachten Anliegen bzw. Fragen an das Podium ein. Der zunehmende Wassermangel in vielen Aubereichen bereitet Sorgen, ebenso der starke Rückgang der Fischbestände und die noch fehlende Anbindung mancher Gewässerzüge an die Donau. Der steigende Besucherandrang speziell am Wochenende wird teilweise kritisch gesehen. Ferner gab es Fragen zum Erhalt der Wiesenflächen, zum Fortschritt der Dammsanierung und zur Wegesicherung hinsichtlich alter Baumbestände.

Abschließend dankte Walter Neumayer dem mit Jahresende scheidenden Direktor Manzano für seine Arbeit in und mit der Region seit der Nationalparkgründung, die stets von der Suche einvernehmlicher Lösungen begleitet gewesen sei. Manzano dankte den Begleitern ebenfalls und betonte die Bedeutung des Nationalparkforums als Gelegenheit, Kritik zu üben, sich aktiv einzubringen und den Nationalpark mitzugestalten.