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Donnerstag, 27. Juni 2019, Schönau

Naturschutz auf vier Beinen: Die erfolgreiche Schafbeweidung im Nationalpark Donau-Auen wird heuer fortgesetzt

Gemeinschaftsprojekt bei Schoenau Erneut ist diese Saison am Hochwasserschutzdamm bei Schönau eine Herde von 50 Krainer Steinschafen zur Beweidung im Einsatz. Das Gemeinschafts-Projekt von viadonau - Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft, Nationalpark Donau-Auen und der slowakischen Naturschutz-Organisation BROZ ist eine bewährte Pflegemaßnahme für die wertvollen Trockenrasen am Damm.

Der Marchfeldschutzdamm muss zum Erhalt seiner Funktion regelmäßig gemäht werden. Dabei gibt es effiziente tierische Unterstützung: „Wir setzen seit dem Vorjahr im Bereich des Schönauer Schlitzes auf Beweidung als schonende, ökologische Pflegemaßnahme. Erste Erfahrungen zeigen, dass die besondere Trockenvegetation samt ihrer typischen Fauna von diesem Projekt profitiert – ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt“, erläutert viadonau Geschäftsführer Hans-Peter Hasenbichler.
 

v.l.: BROZ Geschaeftsfuehrer Pavol Surovec, Ortsvorsteher Schoenau Herbert Kolar, Nationalparkdirektorin Edith Klauser, viadonau Geschaeftsfuehrer Hans-Peter Hasenbichler, Bgm.Gross-Enzersdorf Monika Obereigner-Sivec, OeBf Experte Thomas Neumair Nationalparkdirektorin Edith Klauser ergänzt: „Obwohl der Marchfeldschutzdamm eine vom Menschen geschaffene Struktur ist, die sich am Nordufer durch weite Teile des Nationalparks erstreckt, wurde er mit der Zeit zum wichtigen Lebensraum für spezielle Artengesellschaften. Hier gedeihen unter anderem seltene Orchideenarten und es findet sich eine reiche Fauna an Insekten, von Heuschrecken und Faltern bis zu Käfern. Er ist heute weiters ein grüner Wanderkorridor zwischen trockenen Habitaten entlang der Donau wie den Hundsheimer Bergen und dem Bisamberg.“


Die Naturschutzorganisation BROZ aus der benachbarten Slowakei betreut die Schafherde heuer im Auftrag von viadonau. BROZ Geschäftsführer Pavol Surovec sagt: „Wir verfügen über gute Erfahrungen mit Beweidung in Schutzgebieten –so wird am Thebener Kogel seit längerer Zeit auf diese Methode gesetzt. Der Erhalt von Trockenrasen im Nahbereich der Donau zählt zu den Zielen des Netzwerks der Donauschutzgebiete DANUBEPARKS mit Sitz im Nationalpark Donau-Auen, dem BROZ angehört. Wir haben bereits im Vorjahr die Beweidung am Marchfeldschutzdamm begleitet und freuen uns über die Fortsetzung.“

Schafbeweidung am Damm Für Monika Obereigner-Sivec,  Bürgermeisterin von Groß-Enzersdorf stellt die grasende Schafherde eine Bereicherung in der Region dar: „Wir sind sehr zufrieden mit den vierbeinigen Naturschützern in unserer Gemeinde, die im Rahmen eines Spaziergangs besucht werden können und wertvolle Dienste am Damm leisten.“
Eine wichtige Bitte ergeht dazu jedoch an alle Gäste: „Die Schafe sollen keinesfalls gefüttert werden. Sie werden laufend von uns betreut und versorgt. Ungeeignete Futtergaben können zu Krankheiten und im schlimmsten Fall zum Verenden der Tiere führen!“, hält das Projektteam fest.


Das Krainer Steinschaf ist eine der ältesten noch vorhandenen österreichischen Schafrassen, es ist besonders widerstandsfähig und genügsam. Durch ihre hohe Anpassungsfähigkeit kann die Herde auch der Hitze des pannonischen Sommers gut standhalten: Wenn die Sonne vom Himmel brennt, rücken die Tiere eng zusammen, um sich gegenseitig Schatten zu spenden.

Das Beweidungsprojekt wird durch die Zusammenarbeit von viadonau - Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft, Nationalpark Donau-Auen, BROZ, Stadtgemeinde Groß-Enzersdorf und Österreichische Bundesforste - Nationalparkbetrieb Donau-Auen ermöglicht und durch das EU-Interreg Projekt DANUBEparksCONNECTED teilfinanziert.

AKTUELLER HINWEIS: Für einige Sommerwochen sind die Schafe samt Lämmern aufgrund anhaltender Trockenheit auf die Heustadlwiese bei Orth/Donau als Ausweichweidefläche gebracht worden. Ca. Mitte August werden sie wieder im Projektbereich Schutzdamm bei Schönau weiden.