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Reptilienlebensraum Rötelstein

Würfelnatter Steht man auf der Hainburger Ruine Rötelstein, überblickt man die umliegende Aulandschaft. Doch der hoch gelegene Standort weicht von deren typischem Erscheinungsbild ab. Die sonnigen, trockenen Hänge bieten Lebensraum für wärmeliebende Tierarten, darunter zahlreiche Insekten sowie seltene Reptilien.
 

Die Ruine Rötelstein ist ein beliebtes Ausflugsziel, nach einem kurzen Spaziergang ist sie von Hainburg aus erreichbar. Dem Engagement der Arbeitsgruppe Schlossberg ist es zu verdanken, dass die historische Bausubstanz untersucht und durch Sanierungsarbeiten gesichert werden konnte. Auch wurden und werden in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Donau-Auen Maßnahmen zu Sicherung, Pflege und Gestaltung gesetzt – mit den Zielen, den Standort zu bewahren, für BesucherInnen attraktiv und informativ zu gestalten sowie die charakteristische Fauna zu fördern.

Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Reptilienwelt gelegt. Denn die besonnten Abhänge bei der Ruine mit charakteristischer Trockenrasenvegetation bieten beste Bedingungen für Smaragd- und Zauneidechsen sowie Äskulap- und Schlingnattern. Auch die seltenen, bedrohten Würfelnattern, eigentlich stark an Gewässer gebunden, sind je nach Jahreszeit anzutreffen, da sie an den Hängen des Braunsbergs überwintern und ihre Eier ablegen.

Smaragdeidechse Um den Standort zu erhalten erfolgen regelmäßig Freischnitte bzw. Entbuschungen mit freiwilligen HelferInnen. Dies soll das Zuwachsen der Hänge verhindern. Angrenzend an die obere Aussichtsplattform der Ruine wurde eine Reptilienschutzzone ausgewiesen, die entsprechend gekennzeichnet ist. Weiters dienen händisch aufgeschichtete, wärmespeichernde Geröllhaufen den diversen Schlangen und Echsen als Überwinterungsverstecke.
 

Wer sich Zeit nimmt und rücksichtsvoll verhält, kann mit etwas Glück farbenprächtige Smaragdeidechsen beim Sonnenbad beobachten oder einer anmutigen Äskulapnatter zusehen, die mühelos an den alten Gemäuern emporklettert. Die Absperrungen zur Schutzzone sollten dabei bitte eingehalten und die geschützten Tiere bei Sichtung nicht berührt werden. Ob sich wohl den Gästen auch einmal eine gekrönte Natter im Areal der Ruine zeigt, wie es manche österreichische Sagen erzählen …?