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Warum sich die Gottesanbeterin nicht vor Schafen fürchten muss:
Krainer Steinschafe verlängern ihren Einsatz für Natur- und Hochwasserschutz im Nationalpark Donau-Auen!

Die wolligen Rasenmäher Bereits seit Mai ist eine Herde von 50 Krainer Steinschafen zur Beweidung am Hochwasserschutzdamm in Schönau im Einsatz. Beweidung als Pflegemaßnahme bietet sich für wertvolle Trockenrasen an und spielt eine Schlüsselrolle bei der Erhaltung artenreicher Lebensräume. Bis September haben die vierbeinigen Helfer etwa zwei Kilometer des Dammes vom Schönauer Schlitz stromaufwärts beweidet und starten nun mit dem zweiten Durchgang. Schon nach dem ersten Durchlauf zeigt sich: die wolligen Vierbeiner sind effiziente Rasenmäher und leisten den erwarteten Beitrag zur Pflege der wertvollen Magerwiesen und ihrer Bewohner am Hochwasserschutzdamm.
 

Der Wiedehopf brütete bei der Schafweide Die tierischen Helfer halten die Vegetation kurzrasig, die vorhandene Biomasse findet mit den Schafen einen sinnvollen Abnehmer. Durch die Beweidung der Trockenflächen wird dieser europaweit geschützte Lebensraumtyp „aus zweiter Hand“ gepflegt, und die gefräßigen Landschaftspfleger tragen zur Erhaltung der vorkommenden seltenen Orchideen bei. Der prächtige Wiedehopf hat im Bereich der Schafweide gebrütet, er ist aber bereits wieder in den Süden abgezogen.

Mit etwas Glück kann man aber jetzt noch die Gottesanbeterin beobachten: ein recht seltenes Insekt, dass von der Pflege des Marchfeld-Schutzdammes durch die Schafe sehr profitiert. Der sogenannte „Goldene Tritt“ der recht leichten Paarhufer führt außerdem zu einer sanften Verdichtung des Dammes und fördert so seine Stabilität.

Auch Gottesanbeterinnen können beobachtet werden
Das Krainer Steinschaf ist eine der ältesten noch vorhandenen österreichischen Schafrassen, es ist besonders widerstandsfähig und genügsam. Durch ihre hohe Anpassungsfähigkeit hat die Herde auch die große Hitze des pannonischen Sommers gut überstanden: je heißer die Sonne vom Himmel brennt, desto enger rücken die Tiere zusammen um sich gegenseitig Schatten zu spenden.


Die Tiere sorgen immer wieder für Freude bei den BesucherInnen des Nationalpark Donau-Auen und laden Spaziergänger und Radfahrer für eine kurze Pause zum Beobachten des geselligen Treibens ein. Unsere vierbeinigen Rasenmäher sind noch bis Ende Oktober im Einsatz, kommen auch Sie vorbei und erfreuen sie sich an dem unersättlichen Treiben!

Beweidung am Damm Organisiert wird der Beweidungsversuch vom Nationalpark Donau-Auen im Rahmen des EU-Interreg-Projektes DANUBEparksCONNECTED in enger Kooperation mit der slowakischen Naturschutzorganisation BROZ und WUK bio.pflanzen Lassee.


Durch die gute Zusammenarbeit mit viadonau - Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft, den Österreichischen Bundesforsten - Nationalparkbetrieb Donau-Auen, der MA49 - Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien und der Stadtgemeinde Groß-Enzersdorf  scheint eine Fortsetzung oder gar Ausweitung der Beweidung im kommenden Jahr möglich.