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Donnerstag, 31. Oktober 2019, Orth/Donau

Winter in Sichtweite – Die Überlebenstricks der Tierwelt

Ziesel halten Winterschlaf Der Herbst schenkt uns noch milde, bunte Tage. Doch bei den Wildtieren stehen die Zeichen längst auf Winter. Sie wählen unterschiedliche Strategien, um der nahenden kargen Jahreszeit zu begegnen: Vom Zug in warme Gefilde über Vorratshaltung bis zu Schlaf und Starre.

Auf wochenlange Kälteperioden und Nahrungsknappheit muss sich die Tierwelt der Nationalparkregion in Bälde einstellen. Zweifellos am Gemütlichsten ist es, die unwirtliche Zeit einfach zu verschlafen… Davor gilt es aber, fest zu futtern und genügend Reserven anzulegen. Unter anderem fallen Ziesel, Igel, Feldhamster, Siebenschläfer und diverse Fledermausarten im Laufe des Herbstes in ausdauernden Winterschlaf. Körpertemperatur und Atemfrequenz sinken dabei stark ab.
 

Reptilien fallen in Kältestarre Neben dem echten Winterschlaf gibt es auch diverse Tiere, die energiesparende Winterruhe halten – also längere Ruheperioden plus aktive Phasen. Diverse Mäuse, Eichhörnchen oder Dachse werden zwischendurch munter, um sich kurz zu stärken - mit Vorräten, die sie angelegt haben, bzw. nun auffindbarer Beute.


Wechselwarme Tiere wie Reptilien und Amphibien ziehen sich in sichere Verstecke zurück und treten in Kältestarre. Das Speichern von Glukose in Körperflüssigkeiten verhindert deren Einfrieren. So suchen die Europäischen Sumpfschildkröten im Nationalpark Donau-Auen schlammige Gewässerböden auf, stellen auf Hautatmung um und überdauern dort.

Biber nutzen zarte Baumtriebe Unter den Insekten gibt es zahlreiche Arten, deren Elterntiere nach der Eiablage im Sommer sterben. Nur die Eier, Larven oder Puppen überwintern und entwickeln sich im Frühling weiter. Der Zitronenfalter jedoch kann auch in seiner erwachsenen Form überleben. Denn er nutzt einen speziellen Frostschutz – er lagert Glyzerin in seinem Körper ein!


Zahlreiche Wildtiere bleiben auch ganz ohne Unterbrechung aktiv – ihr dichtes Fell hilft ihnen dabei, der Kälte zu trotzen. Das Futterangebot ist freilich karg: Reh- und Rotwild nutzen Gräser und Moos, Rinde und Triebe der Gehölze. Wildschweine wühlen im gefrorenen Waldboden. Der Biber fällt Bäume, um an die zarten, nahrhaften Zweige der Kronen zu gelangen.

Dichte Daunen wärmen die Vögel Letztlich kann man dem Winter auch schlichtweg entfliehen: Zugvögel der Region wie Weißstorch, Singdrossel, Pirol oder Flussregenpfeifer begeben sich rechtzeitig in wärmere Gefilde. Doch die Reise ist oftmals mit Anstrengungen und Gefahren verbunden. Nicht alle kehren daher im Frühjahr wieder zurück.


Jene Vogelarten, die bleiben, trotzen der Kälte mit ihrem isolierenden Daunenkleid. Ihnen kann der Frost wenig anhaben, solange sie genügend Nahrung finden, wie Wildfrüchte, Samen und Insektenlarven. Manche Vertreter legen sich rechtzeitig Depots an: Eichelhäher vergraben Eicheln im Boden. Diverse Meisenarten und Kleiber verstecken Samen und Haselnüsse unter Baumrinde. Wer besonders schlau ist, lässt jedoch arbeiten: Der mächtige Seeadler macht, anstatt selbst zu jagen, manchmal anderen fischfressenden Vögeln wie dem Kormoran seine Beute streitig – meist mit Erfolg.

Wer also bei einem Spätherbstspaziergang mit offenen Augen durch die Natur geht, kann so manche Anzeichen dafür finden, wie sich die Tierwelt erfolgreich den Herausforderungen unserer Jahreszeiten stellt!