Flussufer-Wolfspinne

Arctosa cinerea

Es ist eine seltene Kostbarkeit, die Flussufer-Wolfspinne abseits ihrer Wohnröhre beobachten zu können. Mit einer Größe des Weibchens von bis zu 17 mm Körperlänge zählt diese Wolfspinne zu den größten Arten der Familie.

Merkmale
Mit Hilfe eines verwaschenen Fleckenmusters und einer graubraun und gelblichgrauen Färbung sind die Spinnen in Ruhestellung vom Untergrund kaum zu unterscheiden. Die 8 Laufbeine, die beim Männchen länger sind, zeigen eine dunkle Ringelung.

Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Arctosa cinerea umfasst ganz Mitteleuropa. Im Nationalpark Donau-Auen ist sie an Schotterbänken entlang des Ufers anzutreffen.

Gefährdung und Schutzstatus
Durch Flussregulierungen sind passende Lebensräume extrem selten geworden, mit großer Wahrscheinlichkeit reagiert die Spinne sehr empfindlich darauf. Deshalb zählt diese Spinnenart heutzutage zu den großen Raritäten.

Lebensweise
Optimale Habitate bilden naturbelassene Flüsse, an denen es sandige und kiesige Uferbereiche gibt. Deshalb wird die Spinne auch Sand-Wolfspinne genannt. Besonders entgegen kommen dieser Spinne Bereiche, die vom Hochwasser regelmäßig freigeräumt werden und daher vegetationsfrei sind. An einem geschützten Platz wird in den sandigen Untergrund die fingerdicke Wohnröhre gegraben und mit Spinnseide ausgepolstert. Tagsüber kann sich die Spinne dort aufhalten oder auf Beute lauern. In der Nacht wird das Versteck verlassen und mit dem Sehsinn werden alle möglichen Beutetiere, wie Laufkäfer, Heuschrecken, Insektenlarven oder andere Spinnen, gesucht und nach einer aktiven Jagd mit einem Sprung überwältigt. Mittels der Klauen wird anschließend das Gift injiziert und ein Verdauungssekret in das Opfer gebracht. Das verflüssigte Innere wird ausgesaugt.

Nach dem Herbst verlassen die Individuen den Uferbereich und graben abseits von hochwassergefährdeten Flächen in den Boden eine Überwinterungsröhre.

Im Frühjahr findet die Paarung statt und ab Juni trägt das Weibchen einen Kokon aus Spinnseide mit sich herum. Darin befinden sich die Eier, aus denen ab Juli die Jungspinnen schlüpfen. Sie werden nun ebenfalls mitgetragen und bewacht.

Besonderes
Die gewählte Position der Wohnröhre liegt meist in hochwasserbetroffenen Gebieten. Bei drohender Flut wird die Röhre verschlossen. Es wird angenommen, dass die Flussufer-Wolfspinne in der bestehenden Luftblase mit einem Gerüst aus Spinnseide das Hochwasser übersteht.

Diese Spinne zählt zu den seltenen Arten, die besonders von den Uferrückbau-Maßnahmen im Nationalpark Donau-Auen profitieren.

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