Orchideen – Schwertblättriges (Langblättriges) Waldvögelein

Cephalanthera longifolia

Der Gattungsname dieser Orchidee leitet sich aus dem Griechischen kephale = Kopf und anthera = Staubbeutel ab und bezieht sich damit auf die kopfförmige Gestalt des Staubbeutels. Der Artname longifolia leitet sich aus dem lateinischen longus = lang und folium = Blatt ab und deutet auf die Form der Blätter hin.

Merkmale
Das Schwertblättrige Waldvögelein wird 15 bis 60 cm hoch. Die Anzahl der Blätter variiert zwischen 4 bis 12 je nach Höhe der Pflanze. Der runde Stängel kann bis zum Blütenansatz beblättert sein und die Blätter können die Blüten überragen. Die Blätter sind aufrecht stehend, schmal und lanzettlich-spitz, oftmals mit einer Mittelrinne. Das unterste Tragblatt ist länger als der Fruchtknoten.

Der bis zu 20 cm lange Blütenstand setzt sich aus vielen (20 und mehr) locker sitzenden Einzelblüten zusammen. Die milchweißen Blüten bleiben meist halbgeöffnet und werden 10 bis 15 mm lang. Der leicht walzenförmige Fruchtknoten ist gedreht und hat meist eine aufrechte Stellung. Die Sepalen (äußere Blütenhüllblätter) und die Pentalen (innere Blütenhüllblätter) sind zugespitzt und neigen sich ein wenig zusammen. Die 2gliedrige Lippe ist aufgerichtet und besitzt keinen Sporn. Die Hinterlippe ist am Grunde sackförmig mit orangegelben Flecken. Die stumpf-herzförmige Vorderlippe ist mehr breit als lang und hat auf der Oberfläche orangegelbe Querleisten.

Die Blütezeit reicht von Anfang April bis Anfang Juli.

Verbreitung
Cephalanthera longifolia ist in ganz Mittel- und Süduropa verbreitet, ebenso im südwestlichen Teil der Türkei. Ihr Vorkommen reicht bis zum Kaukasus bis nach Persien. Punktuell ist sie aber bereits verschwunden.

Gefährdung und Schutzstatus
Alle Orchideen sind in Österreich zur Gänze streng geschützt.

Lebensweise
In halbschattigen trockenen Laub- und Nadelwäldern, an Waldrändern, auf buschigem Trockenrasen. Das kalkliebende Schwertblättrige Waldvögelein bevorzugt basenreichen stickstoffsalzarmen Lehmboden.

Besonderes
Die bei uns vorkommenden heimischen Cephalanthera-Arten besitzen keinen Lippensporn, im Gegensatz zu den Arten im Mittelmeerraum.

Eine Verwechslungsmöglichkeit aufgrund der Blütenfarbe besteht nur mit dem Cremeweißen Waldvögelein (Cephalanthera damasonium), wobei sich die Blüten des Langblättrigen Waldvögeleins mehr öffnen und die Pflanze auch früher im Jahr zum Blühen beginnt.

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