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Nationalparks Austria Medienstipendium:
Miriam Kraft im Nationalpark Donau-Auen

Zum zweiten Mal war Nationalparks Austria auf der Suche nach den besten Nachwuchsautoren, Jungjournalisten, Fotografen und Videodesignern Österreichs. Nach Lisa Strohmayer verbrachte nun auch die zweite Stipendiatin des heurigen Jahres, Miriam Kraft spannende Tage in der grünen Wildnis an der Donau.
 

Miriam und das Fahrende Autheater Die Medienstipendien, die von Ja!Natürlich und fjum_forum journalismus und medien wien unterstützt werden, richten sich an Nachwuchstalente aus den Bereichen Literatur, Fotografie, Video und erstmals auch Graphic Novel. Sechs Kandidatinnen und sieben Kandidaten konnten die Jury überzeugen und diesen Sommer während eines zwölftägigen Aufenthalts in einem der sechs österreichischen Nationalparks ihren persönlichen Zugang an die schönsten Naturlandschaften erarbeiten.

Miriam Kraft reiste Anfang August zu uns: Die Leidenschaft für Biologie und die Schriftstellerei motivieren die 21-jährige Studentin die außergewöhnlichen Hintergründe dessen zu erforschen, was im Nationalpark Donau-Auen auf den ersten Blick selbstverständlich erscheint. Wir haben ihr einige Fragen gestellt.

- Was war dein persönlicher Zugang, welches Ziel hast du verfolgt? Bzw. hast du dein Ziel erreicht?

Über das Literaturstipendium, im Zuge dessen ich gerade ein Kurzstück für das Fahrende Autheater schreibe, habe ich versucht, möglichst viele Erfahrungen in der Au zu sammeln und diese in komprimierter und informativer, aber auch unterhaltsamer Weise wiederzugeben. Mein vorrangiges Ziel war es, Kinder, aber auch erwachsene BesucherInnen für die Tiere der Au zu begeistern und Interesse für das Thema zu wecken. Ob mir das gelungen ist, zeigt sich nächstes Jahr hoffentlich an vielen interessierten ZuschauerInnen, die nicht nur das Fahrende Autheater besuchen, sondern sich auch selbst weiter über die Au und ihre Bewohner informieren.

- Wie ist es dir während dem Stipendium/Aufenthalt im Nationalpark ergangen? Was hat dir besonders Spaß gemacht? Was waren die Herausforderungen?

Besonders gefallen hat es mir, quasi von der Haustür aus jeden Tag mehrstündige Wanderungen in der Natur unternehmen zu können. Aber auch die Bootstouren durch stille Altarme waren ein ganz besonderes Erlebnis. Am schwierigsten war es wohl, aus der großen Vielfalt an Tieren und Pflanzen ein Thema für das Stück auszuwählen.

Auf der Schlossinsel - Gab es unvorhergesehene / überraschende Erlebnisse? Was war das prägendste Erlebnis während deines Aufenthalts?


Unvorhergesehen waren wohl die meisten Beobachtungen von scheuen Aubewohnern (ich bringe es inzwischen immerhin auf Flussregenpfeifer, Sumpfschildkröte, Bienenfresser und Biber), die sich unergründlicher Weise immer an den Orten und zu dem Zeitpunkt zu zeigen scheinen, an welchem ich sie am wenigsten erwarten würde. Besonders beeindruckt hat es mich, als bei einer nächtlichen Bootstour ein Biber unmittelbar neben unserem Boot vorbeigeschwommen und sogar an Land gegangen ist.

- Wie hast du die Natur im Nationalpark erlebt, wie die Arbeit der hier Tätigen im und für das Gebiet?

Die Natur in den Donau-Auen ist wirklich etwas ganz Eigenes – vor allem, weil man wirkliche Augebiete sonst kaum mehr findet. Wo andere Landschaften von Stabilität und jahrzehntelanger Entwicklung geprägt sind, herrscht in der Au eine sehr rasche, lebhafte Dynamik. Wenn man bedenkt, dass die Donau-Auen rundum von besiedeltem und landwirtschaftlich genutztem Gebiet umgeben sind, ist es wirklich erstaunlich, dass der Übergang von Kulturland zu Nationalpark so gut funktioniert.
Ich glaube, die Herausforderung für die im Nationalpark Tätigen besteht vor allem im richtigen Umgang mit den großen Besucherzahlen. Durch die klare Trennung von geschützten und für BesucherInnen offenen Bereichen meine ich aber, dass ein guter Kompromiss zwischen Naturschutz und Besucherprogramm gefunden wurde.

- Was hältst du von dem Angebot des Fahrenden Autheaters, das sich bewusst von „üblichen“ Besucherprogrammen abheben möchte – kommt die Message an?

Ich glaube, es ist wichtig, möglichst viele verschiedene Zugänge anzubieten. Eine fahrende Bühne, auf der den ZuschauerInnen die Natur auf unterhaltsame und humorvolle Weise nähergebracht wird, ermöglicht vielleicht auch jenen einen Einblick, die sich bisher nicht besonders für den Nationalpark interessiert haben. Bei den Vorstellungen, die ich besucht habe, waren vor allem die Kleinsten fasziniert – im besten Fall der Grundstein für ein naturverbundenes Leben. Im schlechtesten Fall gehen sie beim diesjährigen Stück zumindest mit neuem Wissen über die Lebensweise unserer heimischen Käfer nach Hause. Schließlich merkt man sich das am besten, was einem Spaß gemacht hat.

- Nationalparks Austria Medienstipendium: Dein Resümee?

Eine erlebnisreiche Zeit, an die ich mich gerne zurückerinnern werde.

 
Mehr zum Medienstipendium gibt es auf der Webseite von Nationalparks Austria!