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Tote Fische in den Gewässern der Lobau – der strenge Winter zollt Tribut!

Fischsterben Lobau, (c) Widder-Lunzer Nach dem Schmelzen der sehr dicken Eisdecke auf den Gewässern der Donau-Auen ist das zum Vorschein gekommen, was Experten vermutet haben – zahlreiche im Wasser treibende tote Fische. Wie kommt es zu diesem großen Fischsterben in den Augewässern? Die MA 49 – Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien gibt Auskunft.


Durch die lange anhaltende Kälte und den starken Minustemperaturen hat sich auf dem Wasser eine oft bis zu 40 cm dicke Eisdecke gebildet. Bei kleinen seichteren Gewässern oder kleineren Ausständen ist das Wasser bis zum Boden durchgefroren und damit sind die Fische verendet.

Fischsterben Lobau, (c) Widder-Lunzer Bei größeren Gewässern kommt es zum Naturereignis des „Ausstickens“: Der Wasserlebensraum eines stehenden Gewässers - wie sie in der Lobau vorkommen wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dieser Lebensraum wird normalerweise laufend über Blattlaub, absterbende Pflanzen und Zuflüsse aus dem Oberflächenwasser wie etwa Regen und Schnee mit Nährstoffen versorgt. Diese bilden zum einen die Grundlage für das Pflanzenwachstum, zum anderen aber auch für organische Schlammschichten am Teichgrund. Friert es sehr lange wie in diesem Winter, kann es für Stillgewässer kritisch werden, denn Pflanzen und organische Stoffe zersetzen sich unter erheblichem Sauerstoffverbrauch.


Solange der Teich noch ausreichend mit Tageslicht durchflutet wird, können grüne Pflanzen durch die Photosynthese tagsüber auch im Winter viel Sauerstoff unter Eis produzieren. Fehlt jedoch durch eine am Eis liegende Schneeschicht - wie es heuer auch stattgefunden hat - das Licht im Gewässer, verbrauchen auch die bisher grünen Pflanzenteile noch zusätzlich Sauerstoff durch die Zersetzung. Für die Fische wird es dann knapp, bei dauerhaft unter 2 mg Sauerstoff/Liter sterben Karpfen und andere. Zusätzlich verstärkt werden kann das Problem Sauerstoffmangel durch andere negative Faktoren wie etwa Säureeintrag aus Schneeschmelzwasser und Stress der Tiere aufgrund von Lärm auf den Eis durch Spaziergänger und Eisläufer.

Wildschweinspuren, (c) Widder-Lunzer Was aber für den einen wie eine Katastrophe aussieht, ist für die Natur etwas Verarbeitbares. Die toten Fische werden von anderen Tieren verspeist. Für verschiedene Reiher und für den Seeadler sind die verendeten Fische nach dem Winter leichte Beute. Auch Füchse, Dachse und Wildschweine holen sich die Kadaver aus dem Wasser und dem Uferbereich.


In den Gewässern laichen natürlich jetzt im Frühling Amphibien ab. Durch den reduzierten Fischbesatz haben die Kaulquappen sehr gute Überlebenschancen und daher die Möglichkeit, nach der Entwicklung das Wasser als Frösche und Kröten zu verlassen.
In den nächsten Jahren wird sich auch wieder ein Fischbesatz in den Wasserzügen aufbauen. Die Fische kommen sozusagen per „Luftpost“, Wasservögel transportieren an ihren Rudern (Füßen) hängend den Fischlaich von einem zum anderen Augewässer.