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Schneeglöckchen - Galanthus nivalis

Schneeglöckchen

Das Schneeglöckchen ist einer der ersten und bekanntesten Frühjahrsboten im Nationalpark Donau-Auen. Die Art meidet häufig überschwemmte Standorte. In der Harten Au bildet es stellenweise gemeinsam mit dem Gelbstern und dem Blaustern eindrucksvolle Blühaspekte am Beginn der Vegetationsperiode.

Merkmale

Das Schneeglöckchen treibt bereits zum Jahreswechsel aus einer kugelig bis eiförmigen Zwiebel aus. Es werden zwei linealische grün- bereifte Laubblätter gebildet. Am Blütenstiel wird zwischen Februar und April eine einzelne, nach unten hängende Blüte gebildet. Die äußeren drei Blütenblätter sind rein weiß und deutlich länger als die inneren. Die inneren Blütenblätter sind röhrenförmig angeordnet und an der Spitze mit einem grünen Saftmal versehen. Zur Fruchtreife ist der Blütenstiel stark übergeneigt. Die reife, gelbe Fruchtkapsel enthält mit einem Anhängsel (Elaiosom) versehene Samen. Dieses Anhängsel dient der Samenausbreitung durch Ameisen.

Verbreitung

In Österreich fehlt das Schneeglöckchen in Tirol und kommt in Kärnten nur auf Grund verwilderter kultivierter Exemplare vor. Besiedelt werden Auwälder sowie lehmige und feuchte Edellaubwälder bis in die Montanstufe.

Gefährdung und Schutzstatus

Schneeglöckchen Die Art ist im nördlichen Alpenvorland regional gefährdet. In Wien und Niederösterreich ist das Schneeglöckchen teilweise geschützt. Es dürfen „oberirdische Organe, aber nicht mehr als 5 Stück einer Art und im Höchstausmaß eines Handstraußes“ gepflückt werden.

Lebensweise

Das Schneeglöckchen blüht sehr früh im Jahr und muß sich nicht selten seinen Weg durch eine dünne Schneedecke kämpfen oder das erneute Einschneien ertragen. Die nach unten hängende Blüte schützt die Narben und Staubblätter in ihrem Inneren vor ungünstigen Witterungseinflüssen wie Regen oder Schneefall. Die Narben reifen etwas vor den Staubblättern und verhindern so zunächst eine Selbstbestäubung. Bleiben aber erhoffte Blütenbesucher, etwa Honigbienen, auf Grund der zu kalten Witterung aus, kommt es demnach zur Selbstbestäubung. Danach erschlafft der Blütenstiel und die Fruchtkapsel kommt direkt am Boden zu liegen. Die Samen besitzen ein speziell für Ameisen gebildetes hornartiges Anhängsel (Elaiosom). Der Samen wird mitsamt dem Anhängsel von den Ameisen als Beute mitgenommen und so verbreitet. Neben der Verbreitung durch Samen vermehrt sich die Art auch vegetativ durch die Bildung von Tochterzwiebeln. Als Frühjahrsblüher nutzt das Schneeglöckchen das erhöhte Lichtangebot, bevor die Laubbäume austreiben. Durch die in der Zwiebel gespeicherte Energie kann die Pflanze rasch Blätter ausbilden und so das zeitlich begrenzte, bessere Lichtangebot am Waldboden optimal ausnützen. Bevor es im Wald schattig wird hat das Schneeglöckchen bereits erfolgreich geblüht und genug Reservestoffe für die nächste Saison in seiner Zwiebel gespeichert.

Besonderes

Das Schneeglöckchen ist eine beliebte Gartenpflanze, die auch oft auswildert. Es gibt eine Reihe von Zuchtformen mit rein weißen und gefüllten Blüten.





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