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Donau-Kammolch - Triturus dobrogicus

Donau-Kammolch Urzeitlich anmutende Drachen bewohnen die Kleingewässer des Nationalparks. Doch sind diese harmlosen Tiere eines der schönsten und interessantesten Beispiele für den Artenreichtum der Donau-Auen.

Merkmale

Die Oberseite des Donau-Kammolches ist bräunlich bis schwärzlich gefärbt, häufig ist eine dunkle Fleckung erkennbar. An den Flanken ist die grobkörnige Haut nur wenig weißlich granuliert, an der Bauchseite orangerötlich gefärbt und mit dunklen Flecken versehen. Die Kehle ist wie bei allen Kammolchen dunkel. Die Tiere erreichen eine Gesamtlänge von bis zu 130 mm. In Wassertracht zeigen die Männchen einen tiefgezackten Rückenkamm, welcher über der Schwanzwurzel eingesenkt ist. In der Schwanzmitte befindet sich beiderseits ein perlmuttfarbenes Band. Weibchen besitzen keinen Rückenkamm. Die Länge der Vordergliedmaßen entspricht beim Männchen 38-52 %, beim Weibchen 34-45 % der Distanz zwischen dem Ansatz der Vorder- und Hintergliedmaßen.

Verbreitung

Donau-Auen von Ostösterreich bis zum Schwarzen Meer. In Österreich fast nur mehr im Nationalpark Donau-Auen, früher weiter verbreitet.

Gefährdung und Schutzstatus

Durch Zerstörung des Lebensraumes "Kleingewässer und Gewässerumland" stark gefährdet. Die einzelnen Vorkommen sind heute zumeist voneinander isoliert, sodass kein genetischer Austausch mehr stattfinden kann und keine Neubesiedlung im Falle eines lokalen Aussterbens.

Lebensweise

Donau-Kammolch Verbringt den Großteil des Jahres im Wasser oder in unmittelbarer Gewässernähe. Im späten Herbst wandern die Tiere in das Gewässerumland und suchen sich geeignete Überwinterungsquartiere, wie zum Beispiel unter Holz, in Bodenritzen, Kleintierhöhlen oder ähnliches. Besonders interessant ist das Paarungsspiel, welches sich gut beobachten lässt und dem des Teichmolches ähnelt.

Besonderes

Den Donau-Kammolch wird wohl nur der sehr geduldige Besucher tatsächlich zu Gesicht bekommen. Doch findet er sich durchaus regelmäßig in stehenden Gewässern des Nationalparks, soferne diese eine ausreichende Flachwasserzone und üppige Wasservegetation aufweisen. Sonnige Gewässer werden bevorzugt. Wer die Tiere beobachten will, sollte sich im späteren Frühjahr möglichst ruhig an einen Tümpel setzen und den seichten Gewässerrand beobachten. Nach einigen Minuten wird er wohl zuerst einmal die viel zahlreicher auftretenden Teichmolche entdecken, welche langsam aus ihren Verstecken kommen und im Wasser schweben oder auf den Pflanzen ruhen. Mit ein wenig Glück sind aber auch die Donau-Kammolche zu beobachten. Zumeist wird man sie erst entdecken, wenn sich die unauffälligen Tiere ein wenig bewegen. Im Frühjahr durchstreifen die Männchen auf ihrer Partnersuche den Unterwasserdschungel. Häufig kann man sie auch beobachten, wenn sie einem Weibchen mit dem breiten Schwanz Duftstoffe zufächeln, um seine Gunst und Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Die Unterscheidung von Teichmolch und Donau-Kammolch ist keinesfalls schwierig, wenn die Merkmale bekannt sind: die Männchen des Donau-Kammolches besitzen einen zackig geschnittenen Rückenkamm, welcher über der Schwanzwurzel kurz unterbrochen ist. Die Teichmolch-Männchen zeigen hingegen einen buchtig gelappten Rückenkamm, der von der Kopfoberseite bis zur Schwanzwurzel durchläuft. Besonders leicht kann man die Anwesenheit von Molchen an den Gelegen erkennen. Die Eier werden einzeln in Blättchen eingewickelt. Anhand der Gelege ist die Unterscheidung zwischen den Molcharten nur für Spezialisten möglich. Noch vor wenigen Jahren wurden unsere drei einheimischen Kammolche (Alpen-Kammolch, Donau-Kammolch, Echter Kammolch) zu einer einzigen Art zusammengefasst und nur als Unterarten eingestuft. Eingehende Untersuchungen konnten allerdings nachweisen, dass diese drei Formen in den Artrang gestellt werden müssen, auch wenn sich die Tiere untereinander paaren können und in der Natur Zwischenformen vorkommen.





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