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Grasfrosch - Rana temporaria temporaria

Grasfrosch

Der Grasfrosch ist nicht typisch für den Aubereich. Im Nationalpark Donau-Auen sind seine Vorkommen lokal begrenzt, scheinen sich aber auszubreiten.

Merkmale

Der größte und plumpeste Braunfrosch unserer Heimat. Durch dunkelbraune bis schwärzliche Flecken auf braunem oder rötlichbraunem Grund erscheint die Oberseite häufig kontrastreich gefärbt. Das Trommelfell ist kleiner als der Augendurchmesser, fast immer zieht sich ein dunkler Schläfenfleck zum Vorderbeinansatz. Die Bauchseite ist zumeist grau oder gelblich und dunkel marmoriert. Zur Paarungszeit können die Männchen eine leicht bläuliche Kehlfärbung aufweisen, welche aber nie die Intensität des Moorfrosches erreicht. Von den anderen Braunfröschen ist er durch den plumperen Körperbau und den zumeist marmorierten Bauch gut unterscheidbar.

Verbreitung

Ganz Mittel- und Nordeuropa wird vom Grasfrosch besiedelt. Er ist vom Tiefland bis in die hohe Bergregion heimisch. Im Nationalpark Donau-Auen sind seine Vorkommen eher gering und lokal begrenzt. Der Grasfrosch ist nicht typisch für den Aubereich, scheint aber derzeit im Nationalpark in Ausbreitung begriffen zu sein. Eventuell kann dies als Indikator einer allgemeinen Veränderung der Auenlandschaft gewertet werden. Stabile Vorkommen finden sich zum Beispiel in den hangnahen Gewässern bei Maria Ellend bis Regelsbrunn. Hier finden sich Bereiche, welche sehr stark an den Wienerwald erinnern und für den Grasfrosch sicher günstige Lebensmöglichkeiten bieten. Besonders in neuerer Zeit konnten jedoch auch Nachweise für Grasfroschpopulationen in regelmäßig durchströmten Aubereichen nördlich der Donau erbracht werden. Ob hier stabile Populationen vorliegen oder nur ein vorübergehendes Einwandern (Verfrachtung bei Hochwasser?) vorliegt, wird erst die Zukunft zeigen.

Gefährdung und Schutzstatus

Grasfrosch Der Grasfrosch wird in Österreich durch Lebensraumverlust als gefährdet eingestuft.

Lebensweise

Grasfrösche gehen vorwiegend in der Dämmerung und nachts auf Nahrungsuche, nur bei feuchtem Wetter auch am Tage. Erbeutet werden dabei alle überwältigbaren Kleintiere, zum Beispiel Insekten, Spinnen, Asseln und Würmer. Zum Beutefang wird die etwa einen Zentimeter lange Zunge ausgeschleudert, an welcher die Beute haften bleibt. Dabei kann sie sich auf das Fünffache ihrer Länge dehnen. Grasfrösche können auch springend mit dem Maul nach Beute schnappen, dies wird zum Beispiel beim Fang von Fliegen angewendet. Grasfrosch-Männchen besitzen innere Schallblasen, welche beim Rufen an der Kehle sichtbar werden. Der Ruf wirkt knurrend und ist nicht weit zu hören. Allerdings können sich sehr große Laichgemeinschaften in einem kleinen Gewässerbereich zusammenfinden und ein gut hörbares Konzert veranstalten. Die Weibchen legen Laichballen mit 1000 bis 2000 Eiern, welche vom Männchen sofort besamt werden. Anfangs zeigen die etwa 2 mm großen Eier oberseits eine schwärzliche Färbung, unterseits findet sich ein hellerer Bereich mit Dotter. Jedes Ei ist von einer gallertigen Hülle umgeben, welche sofort nach der Ablage zu quellen beginnt. Nach einigen Tagen erreicht jede einzelne etwa 1 cm Durchmesser. Das Gelege wirkt dann traubig. Grasfrösche plazieren ihre Gelege gerne unmittelbar an- und übereinander. Bei größeren Fortpflanzungsgemeinschaften entstehen so "Laichteppiche" von mehreren Quadratmetern Ausdehnung, welche hunderte Gelege enthalten können. Bei hohen Wassertemperaturen entwickeln sich die Keime sehr rasch und können unter günstigen Bedingungen nach wenigen Tagen ihre gallertigen Eihüllen verlassen. Kurz nach dem Schlüpfen der Larven kann man häufig große Mengen frisch geschlüpfter Junglarven oben auf den Gelegen, bzw. auf den Laichteppichen sehen. Vielfach liegen die Larven so dicht auf den Gallertschwaden, dass diese von einer schwarzen Schicht bedeckt scheinen. Erst bei näherem Hinsehen entdeckt man, dass diese aus tausenden kleiner Kaulquappen besteht. Für die Junglarven ist diese Zwischenstation im Privatpool auf der Gallerte ein sehr vorteilhafter Ort. Einerseits erreichen die Temperaturen dort wesentlich höhere Werte als im umgebenden Wasser, was die Entwicklung der Larven stark beschleunigt. Andererseits sind besonders die frühen Entwicklungsstadien noch wenig schwimmfähig und wären auf dem Gewässerboden allerlei Räubern und anderen Gefahren ausgeliefert. Die Larven fressen Algen und Wasserpflanzen. Die hohe Zahl an Eiern und Junglarven entspricht der harten Auslese, welche die Natur vorgibt. Von den zweitausend Eiern eines Geleges werden wohl kaum hundert als Jungfrösche das Land erobern. Und von diesen Auserkorenen werden nur wenige als Erwachsene zu einem Tümpel wandern, um der nächsten Generation das Leben zu schenken.

Besonderes

Die drei heimischen Braunfroscharten zeigen eine gleichbleibende Reihenfolge des Erscheinens am Laichgewässer. Zuerst beginnt immer der Springfrosch mit dem Laichgeschäft, mit wenigen Wochen Abstand folgt der Grasfrosch. Zuletzt startet schließlich der Moorfrosch mit seiner Fortpflanzungsaktivität. Kommen mehrere Braunfroscharten in einem Gewässer vor, überschneiden sich ihre Laichphasen. Während für uns Menschen die Arten oft schwer zu unterscheiden sind, finden sich in der Natur nur selten Fehlpaarungen zwischen den Arten. Soferne die Tiere dennoch ablaichen, entstehen daraus keine entwicklungsfähigen Embryonen.



So klingt der Grasfrosch





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