Au

Wels, Waller - Silurus glanis

Wels

Der Wels ist hinter den diversen Donau-Störarten der zweitgrößte Süßwasserfisch mit einem Maximalgewicht von über 150 kg. Tiere von mehr als 2 Metern Länge sind ausgesprochen selten.

Merkmale

Welse haben einen flachen Kopf mit einem breiten Maul, dieses wird auch als „unersättlicher Rachen“ beschrieben. Im Oberkiefer reihen sich einige Zahnreihen aneinander, die mit kleinen messerscharfen Zähnchen besetzt sind. Die Richtung der Zähnchen weist in den Schlund. Außerdem sitzen zwei lange Bartfäden am Oberkiefer sowie vier kürzere Barteln am Unterkiefer. Mit den langen Barteln tasten Welse nach Beute. Die Afterflosse ist lang und geht bis zur Schwanzflosse. Die Färbung reicht von blauschwarz bis dunkelolivgrün, zusätzlich noch marmoriert. Der riesige Fisch nimmt häufig zwecks Tarnung die Farbe des Untergrundes an. Die Flanken sind heller, die Bauchseite ist hell gefärbt. Das Maximalalter liegt bei 80 Jahren.

Verbreitung

Der Wels kommt in ganz Europa vor, außer in Nordskandinavien. Sein Lebensraum sind schlammige Seen und langsam fließende Flüsse.

Gefährdung und Schutzstatus

Silurus glanis ist nicht gefährdet, im Nationalpark Donau-Auen kommt er zum Beispiel im Regelsbrunner Seitenarm sehr häufig und wohlgenährt vor!

Lebensweise

Welse sind mehrheitlich nachtaktiv, lediglich bei trübem Wasser sind sie tagaktiv und gehen auf die Jagd. Täglich am Morgen kehren sie zielsicher an ihren Schlafplatz zurück. Wo es vom Untergrund her möglich ist, erwühlen sie sich regelrechte Höhlensysteme, in denen sie den Tag verbringen. Silurus glanis ernährt sich vor allem von Fischen, aber auch von Würmern, Krebsen, Fröschen, sowie mit zunehmendem Alter auch von am Wasser lebenden Vögeln, Ratten und im Extremfall auch badenden Hunden. Generell betrachtet er alles Tierische das sich anbietet, z.B. auch Aas und allerlei Tiere die dem Hochwasser zum Opfer gefallen sind, als Nahrung. In Welsmägen hat man auch schon Menschenteile gefunden, diese stammten jedoch von Ertrunkenen. Große Waller benutzen ihre Barteln auch als Lockmittel für Fische. Es werden Würmer imitiert, so holen sie sich das Fressen regelrecht vor das Maul. Etwas rätselhaft ist das Verbleiben des Welses im Winter. Fallen die Temperaturen des Wassers unter vier bis sieben Grad Celsius, verlassen sie nämlich ihre Schlafstätten, verschwinden in den Tiefen der Gewässer und halten Winterruhe. Über dieses unheimliche Lebewesen existieren viele Legenden, denn wo der Waller wohnt, können ihm die Menschen nicht folgen. Wenn der Wels nicht will, dass man ihn sieht, besteht keine Chance. Auch ist nicht bekannt, ob Welse gut oder schlecht sehen.
Zur Fortpflanzung im Juni bauen die Männchen ein Nest mit weichem Pflanzenmaterial, wo das Weibchen nach einem stürmischen Vorspiel und der nachfolgenden Paarung über 1,2 Millionen Eier ablegt, sie werden vom Männchen bis zum Schlüpfen der Brut bewacht. Die kaulquappenähnlichen Larven schlüpfen nach zwei bis drei Tagen. Zusätzlich trachtet das Männchen, dass das Gelege mit genug Frischwasser versorgt ist, indem er es befächelt. Welse erzeugen auch Laute, sie „stridulieren“: Dabei reiben sie zwei Knochenplättchen gegeneinander, es entsteht ein krächzendes Geräusch.

Besonderes

Versuche haben gezeigt, dass die Temperatur des Gewässers eine wesentliche Rolle für seinen Appetit spielt. Bei Temperaturen von 5 Grad Celsius dauert es 200 Stunden, bis eine ausgiebige Mahlzeit verdaut ist, bei 25 Grad Celsius dauert es nur ein Zehntel davon.







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