Au

Wiener Nachtpfauenauge - Saturnia pyri

Wiener Nachtpfauenauge

Das Wiener Nachtpfauenauge ist auf Grund seiner stattlichen Größe unverwechselbar. Es ist der größte Schmetterling Europas. Es besitzt auf jedem Flügel jeweils auf der Oberseite ein „Auge“ mit einem schwarzen Zentrumsfleck.

Merkmale

Die Grundfarbe der Flügeloberseiten ist dunkelbraun. Der Schmetterling hat innerhalb des hellen Saumes ein schwarzbraunes Band. Die Flügelspannweite erstreckt sich von 10 bis 14 cm, die Geschlechter kann man nur an Hand der Fühler unterscheiden.

Verbreitung

Diese erstreckt sich über das südliche Europa bis in die wärmeren Regionen Mitteleuropas. So ist das Wiener Nachtpfauenauge im Osten Österreichs selten, aber doch anzutreffen. Auch im Nationalpark Donau-Auen kann man mit Glück den gut getarnten Falter untertags auf der Rinde von Bäumen ruhen sehen.

Gefährdung und Schutzstatus

Saturnia pyri ist streng geschützt und hat in Österreich seit Jahrzehnten deutliche Bestandsrückgänge zu verzeichnen. Von den vielen Gründen dafür sind zwei am markantesten. Einerseits ist es das Spritzen von Obstbäumen mit Insektiziden, das der Raupe nicht zuträglich ist, und andererseits sind die zunehmenden Lichtquellen unserer Zivilisation ein Problem. Der hübsche Falter umschwärmt gerne künstliche Lichtquellen, wo er vom hohen UV-Anteil angezogen wird. Dort verletzt oder verbrennt sich das Insekt, um anschließend Opfer von Feinden zu werden.

Lebensweise

Die erwachsenen Falter fliegen nachts von März bis Juni, selten auch im Spätsommer.
Als Lebensraum bevorzugen sie buschreiche Landschaften, verwilderte Gärten, Waldränder und Parks. Das adulte Tier hat als einzigen Lebensinhalt die Fortpflanzung, weswegen es auch überhaupt keine Nahrung zu sich nehmen kann. Die Männchen fliegen zwischen Einbruch der Dunkelheit und Mitternacht suchend umher, um paarungswillige Weibchen zu finden. Bald nach der Paarung werden die Eier in größeren Häufchen abgelegt, als Nahrungspflanze für die Raupen wird nach Apfel, Birne, Esche, Walnuss oder Vogelkirsche Ausschau gehalten. Nachdem sich die rasch wachsenden, ziemlich dicken, bis 12 cm langen Raupen einige Male gehäutet haben, sind sie fertig für die Verpuppung. Die Farbe wurde ebenfalls gewechselt, von schwarz nach leuchtend gelbgrün, mit Reihen erhabener blauer Warzen mit je einem Haarbüschel. Als Verpuppungsort werden kriechend Spalten oder ähnliche Verstecke in Bodennähe aufgesucht.
Die letzte Tätigkeit der Raupe ist das Spinnen des birnenförmigen, dunkelbraunen und relativ festen Kokons. Durch die Reusenborsten am oberen Ende schlüpft im nächsten Kalenderjahr der fertige Schmetterling.

Besonderes

Die Fühler des Weibchens haben nur kleine Zähne, die der Männchen sind stark gekämmt. Mit dieser erheblich größeren Oberfläche kann das Männchen die Sexuallockstoffe (Pheromone) des Weibchens wahrnehmen und orten. Bis zu einer Entfernung von fünf Kilometern finden sich so die Partner.





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