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Gewöhnlicher Reiherschnabel - Erodium cicutarium

Gewöhnlicher Reiherschnabel

Die Blüte der Storchschnabelgewächse und besonders des Reiherschnabels zeichnet sich durch eine ausgeprägte schnabelähnliche Säule aus. Sie besteht aus 5 Griffeln die später bei der Ausbreitung der Teilfrüchte und der Samenkeimung eine wichtige Rolle spielen.

Merkmale

Der Gewöhnliche Reiherschnabel ist ein ein- bis zweijähriges nur 20 cm hoch werdendes Pflänzchen mit einem niederliegenden oder aufsteigenden Stängel. Die unteren Laubblätter sind rosettig ausgebreitet. Alle Blätter sind im Umriss länglich (etwa 3-4 mal so lang wie breit) und gefiedert. Die bei uns vorkommenden Arten der Gattung Storchschnabel (Geranium) haben hingegen rundliche, handförmig gelappte bis geschnittene oder zusammengesetzte Laubblätter. Beim Gewöhnlichen Reiherschnabel sind die Fiederblättchen zusätzlich fiederspaltig oder fiederschnittig geformt. Die 5blättrigen purpurrosafarbenen Blüten können von März bis Oktober beobachtet werden. Ganz selten gibt es auch weiß blühende Exemplare. Aus den 5 Griffeln wird eine schnabelartige Frucht gebildet die nach dem Verblühen noch deutlicher zu sehen ist. Bei der Fruchtreife zerfällt diese in 5 Teile. Die Teilfrüchte haben jeweils eine korkenzieherartig gewundene Granne mit einem langen rechtwinkelig abstehenden Ende (bei der Gattung Geranium rollt sich diese „Griffelgranne“ ruckartig und schneckenförmig auf. Die Samen werden dadurch ausgeschleudert).

Verbreitung

Der Gewöhnliche Reiherschnabel ist in Europa weit verbreitet und auch in Österreich in allen Bundesländern häufig. Als Standorte kommen warme trockene Fluren, Wege, Weingärten, Hackfrucht- und Kartoffeläcker sowie Bracheflächen in Frage. Im Nationalpark Donau-Auen ist der Gewöhnliche Reiherschnabel etwa entlang des Radwegs auf der Dammkrone des Marchfeld-Schutzdammes überall zu finden.

Gefährdung und Schutzstatus

Die Art ist nicht gefährdet.

Lebensweise

Der Gewöhnliche Reiherschnabel ist eine kurzlebige Pionierpflanze mit einer Vorliebe für trockene sandige Böden. Entscheidend für das Überleben an diesen Standorten ist daher das erfolgreiche Keimen der Samen. Hierfür hat der Gewöhnliche Reiherschnabel eine besonders erfolgreiche „Technik.“ Die Teilfrüchte haben, wenn sie sich von der Mutterpflanze lösen, ein langes grannenartiges Anhängsel. Dieses ist korkenzieherartig eingedreht und geht gegen die Spitze zu in ein rechtwinkelig abstehendes Ende über. Dieses Ende verfängt sich sofort nach dem Abfallen in der Erde. Der korkenzieherartige Teil der Granne ist hygroskopisch. Dies bedeutet, dass er sich infolge abwechselnden Feuchtwerdens und Austrocknens immer wieder streckt und krümmt. Dadurch wird die zugespitzte Teilfrucht mit dem darin befindlichen Samen in die harte Erde hineingebohrt.

Besonderes

Die Art kann als Wildgemüse gegessen werden. Zur Familie der Storchschnabelgewächse gehören auch die aus Südamerika stammenden bei uns als Zierpflanzen kultivierten Pelargonien und Geranien.





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